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Knochenmark-Spenderin gesucht: Von Israel nach Tschechien und zurück

JERUSALEM, 21.04.2027 (DL) – Das Knochenmark-Register der israelischen Organisation Ezer Mizion („Hilfe aus Zion“) hat bereits das Leben von über 2000 Patienten rund um den Globus gerettet. Darunter ist jetzt auch ein sechsjähriges Kind. Ihm konnte geholfen werden, weil Freiwillige in einer bespiellosen Rettungskette zusammen arbeiteteten – von Petah Tikwa in Israel bis nach Brünn (Tschechien) und zurück, und das alles in weniger als einem Tag.

Sechsjähriges Kind in Not

Die Hilfsorganisation erhält einen Anruf des Schneider-Kinderhospitals aus Petah Tikva bei Tel Aviv: Ein sechsjähriges Kind brauche so schnell wie möglich eine Knochenmark-Transplantation. Sofort beginnt die Suche nach einem Spender: Gibt es eine genetische Übereinstimmung? Unter den 800.000 Registrierten der Datenbank sind mehrere hunderttausend ehemalige Soldaten, die freiwillig Knochenmark spenden wollen. Bei einer Soldatin wird eine hervorragende Übereinstimmung gefunden, die potenztielle Spenderin sofort kontaktiert. Sie will gerne spenden, aber es gibt ein Problem. Die nächste Stufe der Prüfung muss so schnell wie möglich durchgeführt werden. Doch die Frau hält sich in Brünn in der Tschechischen Republik auf.

Ezer Mizion startet einen Aufruf über WhatsApp: Die Organisation hat Tausende freiwilliger Helfer über ihre WhatsApp-Gruppe „Linked to life“ vernetzt. Auf Smartphones und Bildschirmen leuchtet der Hilferuf auf: „Wir brauchen einen Freiwilligen, um lebenswichtige Reagenzgläser von Petach Tikva zum Flughafen in Tel Aviv zu bringen, und dort jemanden zu treffen, der mit dem 3:50 Uhr-Flug fliegt.“ Sofort antwortet ein Freiwilliger und die Röhrchen sind auf dem Weg. Während er fährt, wird ein Passagier gesucht, um die Röhrchen zu übernehmen. Sofort meldet sich jemand: „Bin am Flughafen bei Gate 123. Ich nehme es.“

Mission erfüllt“

Ein weiterer Freiwilliger wartet am Prager Flughafen und fährt das Paket zum Chabad-Haus. Der Chef des Chabad-Hauses fährt durch die Nacht nach Brünn und nutzt seine Kontakte. Die Klinik öffnet ihm und entnimmt der potenziellen Spenderin Blut. Kurze Umfrage, während die nun gefüllten Reagenzgläser ihren Weg zurück nach Brünn machen: Wer reist mit dem nächsten Flug von Prag nach Israel? Am nächsten Morgen wartet ein weiterer Helfer von Ezer Mizion am Flughafen in Tel Aviv, um die Röhrchen zum Zentrum in Petach Tikvah zu transportieren. Mission erfüllt, in weniger als 24 Stunden.

Ezer Mizion wurde 1979 gegründet. Die israelische Gesundheitsförderungsorganisation bietet eine breite Palette von medizinischen und sozialen Unterstützungsdiensten für Kranke, Behinderte und ältere Menschen an. Einer der wichtigsten Dienste ist das von Moti und Bracha Ziser gegründete weltweit größte jüdische Knochenmark-Spenderregister. Ezer Mizion ist weltweit vernetzt und hat Niederlassungen in ganz Israel, mit über 10.000 Freiwilligen. Alle Dienstleistungen werden kostenfrei angeboten.

Weitere Infos: https://ezermizion.org/

Foto: Ezer Mizion / Facebook

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