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Innovative Technologien für Herztransplantationen entwickelt

HAIFA, 12.09.2017 (FJ) – Israelische Ärzte haben einem kanadischen Mann die Chance auf ein verlängertes Leben geboten. Dieser war an einem schweren Herzleiden erkrankt, für das es bis vor Kurzem keine bewährten Behandlungsmethoden gab. Mit einem neu entwickelten Implantat könnte es nun erstmals in der Medizingeschichte möglich sein, die stark verbreitete Herzkrankheit zu heilen.

Diastolische Herzinsuffizienz heißt die Krankheit, bei der das Herz nicht genügend sauerstoffreiches Blut in die Herzvorhöfe pumpen kann. Schätzungsweise zwölf Millionen Menschen leiden weltweit unter der gestörten Dehnbarkeit der linken Herzkammer. Das sind ungefähr die Hälfte aller an Herzkrankheiten leidenden Menschen. In 40 Prozent der Fälle endet die diastolische Herzinsuffizienz binnen fünf Jahren nach der Diagnose mit dem Tod.

„CORolla“ soll Hilfe verschaffen

Das israelische Start-Up-Unternehmen „CorAssist“ hat nun das elastische Gerät „CORolla“ entwickelt, welches speziell die Behandlung der diastolischen Herzinsuffizienz ermöglichen soll. Das Implantat wird bei einem minimalinvasiven Eingriff in die linke Herzkammer eingesetzt. Dort unterstützt es diese mit zusätzlicher Dehnungskraft. Die Innovation wurde von Jair Feld, einem Kardiologen des Rambam-Krankenhauses in Haifa, entworfen.

Kanadier als Testperson

Der 72-jährige Kanadier Robert Mac Lachlan stellte sich als Testkandidat für das neue Implantat zur Verfügung, nachdem er in seinem Heimatland auf keine der gängigen Behandlungsmethoden angesprungen war. Das Presseamt der israelischen Regierung teilte mit, dass der Patient speziell für diese Operation aus Kanada nach Israel geflogen und im Rambam-Krankenhaus Haifa aufgenommen wurde. Die Operation fand unter der Leitung des Oberarztes und Herz-Chirurgen Gil Bolotin statt.

Der Kanadier Robert Mac Lachlan wird als erster Patient, dem das „CORolla“ eingesetzt wurde, in die Medizingeschichte eingehen. Zuvor waren zwar viele potentielle Bewerber an der neuen Technologie interessiert, es wollte jedoch keiner der Erste sein, dem das Gerät eingesetzt wird, so Gil Bolotin.

Das israelische Gesundheitsministerium hat insgesamt bis zu zehn klinische Tests der „CORolla“-Implantate im Rambam-Krankenhaus genehmigt, um die Wirksamkeit der Geräte zu erproben.
Sollten sich die elastischen Geräte auch in Langzeittests bewähren, wäre das israelische Gerät „CORolla“ ein Meilenstein in der Bekämpfung von Herzkrankheiten.

Foto: GPO/ Moshe Milner

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