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Die ganze Welt warnt Donald Trump

WASHINGTON / JERUSALEM, 06.12.2017 (FJ) – Das Weiße Haus hat verkündet, dass der amerikanische Präsident Donald J. Trump am Mittwoch (19 Uhr mitteleuropäische Zeit) die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt bekannt geben wird. Von internationalen Warnungen vor diesem Schritt will Trump sich nicht abbringen lassen (FJ berichtete).

Ein historischer Schritt

Die Ansprache soll die offizielle Bestätigung von Jerusalem als Israels Hauptstadt enthalten, sowie eine Erklärung zu einer möglichen Zwei-Staaten-Lösung. Für den amerikanischen Präsidenten, den israelischen Premierminister und natürlich die Juden aus aller Welt wäre dies ein historischer Schritt.

Sicherheitskräfte warnen vor Ausschreitungen und Eskalationen. Extremistische Gruppen, vor allem im sogenannten Westjordanland, haben „Drei Tage des Zorns“ ausgerufen. Vor diesem Hintergrund hat nicht nur Israel die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, sondern auch das Sicherheitspersonal vor amerikanischen Beamtengebäuden. Zusätzlich hat das amerikanische Außenministerium davor gewarnt, momentan nach Jerusalem zu reisen.

„Offenkundige Provokation aller Muslime“

Fast alle Länder, die politisch oder religiös mit Jerusalem verbunden sind, haben sich gegen Trumps Entscheidung ausgesprochen. Der französische Präsident Emmanuel Macron, der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen warnen Trump davor, muslimische Interessen zu übergehen und damit die arabische Welt zu verstimmen. Der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, ging sogar so weit, in einer Ansprache mit der Aufkündigung der diplomatischen Beziehungen zu Israel zu drohen. Jordaniens Staatsoberhaupt Abdullah erklärte, dass die Ankündigung Trumps „die Friedensbestrebungen im Nahen Osten“ gefährdet. Der König von Saudi-Arabien legt die Entscheidung als „offenkundige Provokation aller Muslime in der ganzen Welt“ aus. Ebenso sprachen sich der Iran und Marokko gegen die Entscheidung aus. Für die meisten wäre mit einer solchen Ankündigung eine Zwei-Staaten-Lösung nicht mehr möglich. Sogar israelische Lobbyisten-Gruppen in Amerika, wie die „J Street“ Gruppe, verdammen Trumps Entscheidung als „einen nutzlosen Schritt ohne wirkliche Vorteile, sondern nur mit erheblichem Risiko“.

Der engste Berater und Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten, Jared Ksuhner, verdeutlichte aber, dass Trump alle Möglichkeiten gegeneinander abwäge. Es würde Jahre dauern, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, weshalb es dafür noch keinen konkreten Zeitplan gäbe.

 

Fokus Jerusalem berichtete von Trumps geplanter Ankündigung:

Trump will angeblich Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen

 

Foto: Donald J. Trump und Benjamin Netanjahu bei einem Treffen im Israelischen Museum.

Quelle: Wikimedia Commons

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