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US-Botschaft in Jerusalem eröffnet – „Ein großer Tag für den Frieden“

von Tommy Mueller

JERUSALEM, 14.05.2018 – Die USA wandeln auf den Spuren von König David. Der hat Jerusalem einst zur Hauptstadt Israels gemacht. Nun haben die USA dies anerkannt und ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt. Die gesamte israelische Regierungsspitze verfolgte den Festakt zusammen mit einer hochrangigen amerikanischen Delegation. US-Botschafter David Friedman würdigte unter dem stürmischen Beifall der Anwesenden den Einsatz von Präsident Donald Trump für den Umzug.

Eröffnung mit Gebeten

Am Anfang der Eröffnungszeremonie standen Gebete des christlichen Pastors Roberts Jeffress und des jüdischen Rabbiners Zalman Wolowick, die den Segen Gottes für Israel und der USA, Weisheit für seine Anführer und Frieden für das Heilige Land erbaten. Botschafter Friedman unterstrich, Israel habe das selbe Recht wie alle andere Nationen: es dürfe seine Hauptstadt selbst bestimmen. Mit der Verlegung der Botschaft „halten wir unser Versprechen.“

Friedman

US-Botschafter David Friedman bei seiner Ansprache.

Donald Trump meldete sich per Videobotschaft zu Wort. Zu lange habe man die Tatsache ignoriert, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sei, und dies schon seit der Antike. Die Vereinigten Staaten blieben einem Friedensabkommen verpflichtet und respektierten den Staus quo der Heiligen Stätten, erklärte der US-Präsident.

Das Herz unserer Souveränität“

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin erinnerte daran, dass Juden schon vor 3000 Jahren in Jerusalem gebetet haben. „Jerusalem ist das Herz der Souveränität des Staates Israel“, erklärte er. Hier habe die Regierung ihren Sitz, das Parlament und der Oberste Gerichtshof. Die Stadt sei ein Mikrokosmos, der zeige, dass Juden und Araber zusammenleben könnten. Das israelische Volk danke Präsident Trump, dass er sein Wort gehalten habe und an der Seite Israels stehe. Er hoffe, dass andere Länder seinem Beispiel folgten.

Kushner kritisiert Iran

Trumps Schwiegersohn und Nahost-Beauftragter Jared Kushner machte darauf aufmerksam, wie schnell Donald Trump sein Versprechen umgesetzt habe – ganz im Gegensatz zu seinen Vorgängern. Israel sei das einzige Land im Nahen Osten, in dem Juden, Christen, Muslime und Anhänger anderer Religionen ihren Glauben frei leben könnten. Israel schütze die Menschenrechte und arbeitete daran, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Stehende Ovationen bekam Kushner für seine Aussage, Trump werde Israel im Kampf gegen seine Feinde beistehen: Er habe das gefährliche Atomabkommen mit dem Iran beendet und verurteilte die Aggressionen aus Teheran.

Eröffnungsfeier

Hochrangige Vertreter aus den USA und Israel bei der Eröffnungsfeier.

Trump schreibt Geschichte

Präsident Trump – Sie haben Geschichte geschrieben!“, unterstrich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Heute öffne die Botschaft des wichtigsten israelischen Verbündeten in Jerusalem, jener Stadt, in der er seine Kindheit verbracht habe. Er erinnerte an Abraham, David, Salomo, die Makkabäer, die die Stadt geprägt haben. „Wir sind hier, um hier zu bleiben“, hob Netanjahu hervor. Er lobte die Soldaten und Sicherheitskräfte, die während dieser Veranstaltung im Einsatz sind. Die Allianz zwischen Israel und den USA sei stärker als je zuvor. Der Regierungschef dankte Botschafter Friedman für dessen Einsatz, der nun mit dem Privileg belohnt werde, der erste US-Botschafter in Jerusalem zu sein. „Das ist ein großer Tag für Israel und Amerika, aber auch ein großer Tag für den Frieden“, meinte Netanjahu. Frieden sei nur möglich, wenn er auf Wahrheit gründe, und dieser Wahrheit gehöre: „Jerusalem war, ist und wird ewig die Hauptstadt des jüdischen Staates Israel sein.“

Der Frieden stand auch im Mittelpunkt des Abschlusses der Zeremonie zur Eröffnung der US-Botschaft in der Heiligen Stadt: Pastor John Hagee sprach den Segen, Hagit Yaso sang „Od Yavo Shalom Aleinu” (Der Friede wird zu uns kommen“).

Gesang

Hagit Yaso wünscht sich mit ihrem Lied den Frieden herbei.

Fokus Jerusalem hat die Zeremonie auf seiner Webseite live übertragen.

Großes Bild oben: Ministerpräsident Netanjahu bei seiner Ansprache.

Fotos: Screenshot Livestream