
Israel führt Luftangriff auf Hamas-Führung in Doha in Katar durch – Israelische Armee zeigt sich „optimistisch“ hinsichtlich des Erfolges der Operation
JERUSALEM 10.09.2025 (LS) – Ein kühner israelischer Luftangriff hatte am Dienstag ein Treffen der obersten Führer der Hamas in Katars Hauptstadt Doha im Visier. Die Hamasführung hatte sich angeblich dort versammelt, um einen neuen, von den USA unterstützten Vorschlag für einen Waffenstillstand im Austausch gegen Geiseln zu diskutieren.
Überraschungsangriff in Katar
Am 9. September 2025 um 15 Uhr Ortszeit traf der israelische Luftangriff ein von Hamas-Führungspersonen genutztes Gebäude im Stadtteil Leqtaifiya in Doha. Unter den Opfern befinden sich angeblich unter anderem der Sohn von Khalil al-Hayya, sein Büroleiter und drei Leibwächter sowie ein Mitarbeiter der katarischen Sicherheitsdienste. Die hochrangigen Hamas-Führer, darunter Khalil al-Hayya, Zaher Jabarin und Muhammad Ismail Darwish, überlebten die Attacke möglicherweise. Der Erfolg der Operation ist noch unklar.
Israel sei „zunehmend optimistisch“ hinsichtlich der Ergebnisse des Angriffs, der laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Weg für ein sofortiges Ende des Krieges ebnen könnte. Die Hamas hingegen bezeichnete den Angriff als Fehlschlag.
Die Terrororganisation gab an, es handele sich bei den Toten um Himam al-Hayya, den Sohn von Khalil al-Hayya, Jihad Labad Abu Bilal, den Büroleiter von Khalil al-Hayya, sowie drei „Mitarbeiter“ – offenbar Leibwächter oder Berater hochrangiger Hamas-Funktionäre : Abdullah Abu Khalil, Muaman Abu Omar und Ahmad Abu Malek. Katar gab an, dass auch ein Mitglied seiner Sicherheitskräfte getötet wurde.
Operation „Summit of Fire“
Auch wenn die Ergebnisse des Angriffs noch nicht offiziell vorliegen, sind einige Details des Luftschlags bereits bekannt. Die ersten Berichte über den Angriff, erschienen am Dienstag gegen 16 Uhr, als Augenzeugen mehrere Explosionen in der katarischen Hauptstadt meldeten und Rauch über dem Stadtteil Katara aufstieg.
Das israelische Militär erklärte, es habe Maßnahmen ergriffen, um zivile Opfer bei dem Angriff zu vermeiden, darunter den Einsatz von Präzisionsmunition und anderen nachrichtendienstlichen Informationen. Laut Angaben von Vertretern des Militärs warfen mehr als 10 Kampfflugzeuge der IAF (Israelische Luftwaffe) bei dem Angriff über 10 Munitionen ab, die alle innerhalb von Sekunden das Gebäude trafen.
„Die heutige Aktion gegen die obersten Hamasführer war eine völlig unabhängige israelische Operation“, schrieb das Büro des Premierministers. „Israel hat sie initiiert, Israel hat sie durchgeführt, und Israel übernimmt die volle Verantwortung dafür.“
„Die Mitglieder der Führung, die getroffen wurden, leiteten jahrelang die Aktivitäten der Terrororganisation und sind direkt verantwortlich für die Durchführung des Massakers vom 7. Oktober und die Führung des Krieges gegen den Staat Israel“, heißt es in einer Erklärung der israelischen Armee.
Trump kritisiert israelische Vorgehensweise
US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Dienstag gegenüber Reportern nicht erfreut über Israels Luftangriff in Doha. „Ich bin davon nicht begeistert. Ich bin von der gesamten Situation nicht begeistert. Es ist keine gute Situation“, erklärte Trump, als er zu dem israelischen Angriff befragt wurde.
„Aber ich sage Folgendes: Wir wollen die Geiseln zurück. Aber wir sind nicht begeistert von der Art und Weise, wie das heute abgelaufen ist“, fuhr er fort. „Einseitige Bombardierungen innerhalb Katars, einem souveränen Staat und engen Verbündeten der Vereinigten Staaten, der sich sehr engagiert und mutig Risiken eingeht, um gemeinsam mit uns Frieden zu stiften, bringen weder Israel noch Amerika ihren Zielen näher. Die Beseitigung der Hamas, die vom Elend der Menschen in Gaza profitiert hat, ist jedoch ein erstrebenswertes Ziel.“ Er fügte hinzu: „Ich glaube, dass dieser bedauerliche Vorfall als Chance für Frieden dienen könnte.“
Titelbild: Rauchwolken nach Explosionen in Katars Hauptstadt Doha, verursacht durch gezielte israelische Luftangriffe auf die Hamas-Führung. Foto: Jacqueline Penney / AFP