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„Tod den Arabern“: Ein Einblick in den jüdischen Terrorismus

AFULA, 01.06.2021 (NH) – In den Städten Lod, Jaffo und Bat-Yam haben sich in den vergangenen Wochen schreckliche Gewaltszenen abgespielt. Jüdische Terroristen organisierten sich in Gruppen auf dem sozialen Netzwerk Telegramm, in denen sie spontane Anschlagsversuche planten. Ideen wurden ausgetauscht, wie man „Rache an den Arabern üben“ kann. Vor Ort fanden Sicherheitskräfte vorbereitete Molotowcocktails und Benzinkanister.

Die Anfänge des Jüdischen Terrorismus

Den israelischen Staat hat eine Welle von noch nie da gewesener Gewalt überrollt. Steine, Molotowcocktails und Lynchmorde drohten das soziale System in den betroffenen Städten zu zerstören. In vielen Ortschaften herrschte ein Gefühl der Anarchie. Jahrelange friedliche Nachbarschaft war von einer Sekunde auf die Nächste vergessen und ein weiteres gemeinsames Zusammenleben schien unmöglich.

Die Polizei und herbeigerufene Sicherheitseinheiten waren zunächst machtlos gegenüber radikalen arabischen Mobs. Zivile Bürger fühlten sich von der Polizei im Stich gelassen und bangten um ihr Leben. Eine Reihe von radikalen jüdischen Vereinigungen betrat das Spielfeld und schwor den schutzlosen jüdischen Familien in gemischten israelischen Städten ihre Sicherheit zurückzugeben, auch wenn dies gewaltsam getan werden müsse. Die blutige Gewaltspirale ausnutzend, erhofften sich kleine Terrorgruppen, ihre Pläne zu verwirklichen. Jüdische Aktivisten planten eine Reihe von Terroranschlägen in der israelischen Stadt Afula auf ihre arabischen Mitbürger.

„Tod den Arabern: Branche Afula!“

Sowohl lokale arabische sowie auch jüdische Netzwerk-Gruppen wurden mit dem Ziel gegründet, sich gegenseitig zu schaden und sogar zu töten. Die Kommunikation zwischen den Aktivisten auf jüdischer Seite, wurde unter anderem auf der neuartigen Telegramm-App durchgeführt. So sollte es der israelischen Polizei und den Sicherheitskräftenerschwert werden, die gewalttätigen Handlungen zu überwachen und zu vereiteln. Eine solche Telegrammgruppe wurde auch in der israelischen Stadt Afula gegründet. Die einzige Absicht dieser Gruppe war sich so schnell wie möglich, an Arabern zu rächen. Der Name dieser Gruppe lässt keinen Zweifel an der Intention dieser Plattform: „Tod den Arabern: Branche Afula!“.

Mordattacken werden auf sozialen Netzwerken organisiert

In der Gruppe wurden zuerst Hassbotschaften verbreitet: Ihre Mitglieder tauschten rassistische Fotos und Videos gegen Palästinenser aus, um sich gegenseitig hochzuschaukeln. Darunter wurde ein Video von dem brutalen Lynchversuch in Bat Yam gepostet. Ein Teilnehmer schrieb: „Diese Araber müssen heute geschlachtet werden! Es ist genug!“. Ein anderer antwortete: „Wir werden Araber ermorden. Das ist entschieden.“. Die radikalen Aktivisten sind sich bewusst darüber, dass sie für ihre geplanten Terrorangriffe  mit einer schweren Gefängnisstrafe bestraft werden können. Einigen Fanatikern ist es jedoch wert, eine Freiheitsstrafe in Kauf zu nehmen. Anschließend gingen die Teilnehmer zur Planung über und tauschten sich aus, wo und wie man dem „Feind“ am Besten schaden könnte.

Nachdem ein Treffpunkt vereinbart wurde, planten die gewalttätigen Aktivisten den Terrorangriff. Das Ziel sollte eine Bushaltestelle sein, an der palästinensische Arbeiter aus der arabischen Stadt Dschenin im sogenannten Westjordanland ankommen und von dort aus ihre Arbeitsplätze erreichen. Innerhalb der radikalen Telegrammgruppe wiesen Aktivisten darauf hin, dass hinter der Bushaltestelle „Dinge“ für den Übergriff bereitstehen. Bei einer späteren Durchsuchung wurden eine Reihe von Molotowcocktails und Benzinflaschen konfisziert.

Das geplante Attentat auf palästinensische Arbeiter wurde letztlich nicht umgesetzt, da die Mitglieder das Versteck der Molotowcocktails nicht finden konnten. Einige der jüdischen Radikalen machten keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung: „Ich bin sehr enttäuscht von Euch. Wir haben nichts erreicht. Ich bin unnötig nach Afula gekommen. Am Abend müssen wir etwas auf die Beine bringen. In der Nacht muss Afula brennen. Erkundigt euch, welcher Araber ein Laden hat und wir werden ihn zerstören!“.

Der Lehava-Vorsitzende Benzi Gopstein spricht während einer Zeremonie zum Todestag von Rabbi Meir Kahane, der im November 1990 in einem Hotel in Manhattan von einem arabischen Terroristen ermordet worden war. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Lehava ist in Israel für seine rechte Orientierung bekannt

Der Name der bekanntesten rechtsextremen Organisation in Israel ist „Lehava“, zu deutsch „Flamme“. Sie wurde von Benzi Gopstein gegründet. Die Vereinigung ist eine Anti-Assimilations-Organisation, die mit aller Macht versucht, private, romantische oder geschäftliche Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden, insbesondere jedoch Arabern, zu verhindern. Gopstein spricht sich offiziell für Terror und Diskriminierung von israelischen Arabern und Palästinensern aus. Der Extremist ist jedoch nicht nur für seinen Kampf gegen Religionsübergreifende und ethnisch gemischte Ehen bekannt, sondern auch für seinen Hass auf Christen und kirchlichen Einrichtungen innerhalb Israels. Der Knessetabgeordnete Omer Bar-Lev reagierte entsetzt auf die neuen Erkenntnisse und Beweise: „Ich habe herausgefunden, dass der Verein „Lehava“ der exekutive Arm einer gemeinnützigen Organisation namens „Die Stiftung zur Rettung des israelischen Volkes“ ist, die von Benzi Gopstein geleitet wird. Deshalb habe ich mich heute an den Generalstaatsanwalt gewendet und beantragt, dass er diesen Verband auflöst, der gegen die Demokratie des Staates Israel verstößt.“

Gopstein reagierte auf die Vorwürfe und erklärte in einem Interview mit dem israelischen Nachrichtensender Kanal 12: „Die Aktivisten haben nichts mit der „Lehava“-Vereinigung zu tun und ich kenne sie nicht. Die Organisation achtet das Gesetz und hält auch ihre Aktivisten dazu an, ihre Aktivitäten öffentlich zu machen und keine geheimen Tätigkeitendurchzuführen.“ Gopstein musste sich bereits in der Vergangenheit vor Gericht rechtfertigen. Die Anklagen gegen ihn waren Anstiftung zu Gewalt, Rassismus und Terrorismus.

Nach Angaben der israelischen Polizei wurden neun verdächtige Personen im Rahmen der Planung und Organisation terroristischer Aktivitäten auf öffentlichen Plattformen festgenommen. Vier der mutmaßlichen Aktivisten führten bei ihrer Festnahme Waffen bei sich, die Hälfte von ihnen waren Minderjährige. Alle Verdächtigen wurden inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Titelbild: „Jerusalem ist die heilige Stadt. Wir werden weiter mit Stolz laufen!“ – Aktivisten der Lehava Organisation beten, während Demonstrationen gegen arabischen Gewalt an Juden, an der Westmauer. Foto: Flash90

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