Bild des Tages – Archiv

27.10.2026

Israel wählt: Abstimmung über neue Knesset läuft

27.10.2026 (TM) – In Israel wird heute ein neues Parlament gewählt. Der Wahltag ist ein gesetzlicher Feiertag. Im ganzen Land sind Millionen Menschen auf dem Weg in die Wahllokale. Es ist die erste Parlamentswahl seit dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission sind mehr als 7,3 Millionen Menschen wahlberechtigt. In 12.018 Wahllokalen sind rund 100.000 Wahlhelfer im Einsatz. Gedruckt wurden 450 Millionen Stimmzettel, da für jede Liste eigene Zettel benötigt werden. Die Wahllokale haben um 7 Uhr Ortszeit (6 Uhr MEZ) geöffnet. Wenn die meisten Wahllokale um 22 Uhr (21 Uhr MEZ) schließen, werden erste Prognosen erwartet. Gelingt es Benjamin Netanjahu und seiner Likud-Partei, erneut eine Mehrheitskoalition zu bilden? Oder erreicht das Oppositionslager die nötigen 61 der 120 Sitze und stellt die neue Regierung? Wir halten Sie auf dieser Seite auf dem Laufenden.

26.10.2026

Trump erneuert seine Unterstützung für Netanjahu

26.10.2026 (TM) – Ein Wahlplakat auf der Rückseite eines Busses in Jerusalem zeigt den israelischen Ministerpräsidenten und Likud-Vorsitzenden Benjamin Netanjahu neben US-Präsident Donald Trump. Trump bekräftigte am Sonntag erneut seine Unterstützung für Netanjahu und erklärte, dieser müsse bei der Parlamentswahl am Dienstag wiedergewählt werden, damit beide den „Job“ gegen den Iran zu Ende bringen könnten. Netanjahu und seine Verbündeten hoben im Wahlkampf die Unterstützung aus Washington hervor. Seine Gegner erklärten dagegen, sie respektierten Trump zwar, doch die Israelis würden ihre Politiker selbst wählen. Trumps Aufruf folgte auf eine Warnung Netanjahus vor dem Iran am selben Tag: Netanjahu veröffentlichte ein KI-generiertes Bild einer Atomexplosion in Tel Aviv. Seine Botschaft: eine Stimme für eine andere Partei als den Likud könne die Israelis der Gefahr eines „zweiten Holocausts“ aussetzen.

25.10.2026

Tel Aviv: Zehntausende fordern Untersuchung zum 7. Oktober

25.10.2026 (TM) – Zehntausende Israelis haben am Samstagabend auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv demonstriert. Sie forderten eine Untersuchungskommission, die die Verantwortung für die Versäumnisse klären soll, die das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 ermöglicht haben. Organisiert wurde die Demonstration vom „Oktober-Rat“, einem Zusammenschluss von Angehörigen und Freunden der Opfer und Überlebenden. Die Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot, Naftali Bennett und Avigdor Lieberman nahmen an der Kundgebung teil. Rabbiner Elhanan Danino, dessen Sohn Ori auf dem Nova-Festival entführt und in Hamas-Gefangenschaft ermordet worden war, kritisierte die Regierung: „Es sind nun schon drei Jahre vergangen, und sie haben immer noch keine Zeit gefunden, eine parlamentarische oder staatliche Untersuchungskommission einzurichten – wahrscheinlich, weil es etwas zu verbergen gibt.“

24.10.2026

Anti-Terror-Einsatz in Hebron nach tödlichen Schüssen

24.10.2026 (TM) – Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Soldaten hat die israelische Armee (IDF) am Freitagabend bekannt gegeben, dass sie in Hebron eine groß angelegte Anti-Terror-Operation begonnen habe. Kräfte der IDF, des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, der Grenzpolizei und der Zivilverwaltung führten demnach „gezielte und gründliche Durchsuchungen […] in dem Gebiet durch, um terroristische Infrastruktur und Waffen aufzuspüren und zu zerstören sowie mehrere Dutzend Verdächtige zu verhören“. Das Militär erklärte, Soldaten würden „illegale Bauten, die ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten“ abreißen. Der Einsatz solle mehrere Tage dauern. Anwohner dürfen das Einsatzgebiet nur über drei ausgewiesene Ausgänge und erst nach Befragung und Sicherheitskontrollen verlassen. Die Palästinensische Autonomiebehörde und Menschenrechtsgruppen kritisierten die Maßnahmen als kollektive Bestrafung.

23.10.2026

Hohe Benzolwerte in Haifa: Behörden sind alarmiert

23.10.2026 (TM) – Eine Gasfackel brennt auf dem Gelände der Bazan-Ölraffinerie in Haifa im Norden Israels. Der Raffineriekomplex ist erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Israelische Behörden haben außergewöhnlich hohe Benzolkonzentrationen in der Umgebung des Industriekomplexes gemessen, zwei Schulen vorübergehend verlegt und Wartungsarbeiten an einer Anlage des Konzerns gestoppt. Als unmittelbarer Auslöser gelten Arbeiten zur Instandhaltung und zur Beseitigung von Kriegsschäden. Benzol ist als krebserregend für Menschen eingestuft. Die Substanz kann das Knochenmark schädigen und die Bildung von Blutzellen beeinträchtigen. Die Zukunft der petrochemischen Industrie in der Haifa-Bucht ist seit Jahren Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Israel verfolgt Pläne zur schrittweisen Beendigung der petrochemischen Aktivitäten in der Region.

23.10.2026

Schüsse bei Hebron: Zwei Verletzte in Lebensgefahr

23.10.2026 (TM) – Nahe der Kreuzung „Judea Junction“ bei Hebron ist es am frühen Freitagmorgen zu einem Schussangriff gekommen. Das teilte die israelische Armee (IDF) mit. Nach ersten Angaben wurden fünf Menschen verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Die beiden Täter seien erschossen worden, hieß es weiter. Soldaten suchten in der Umgebung nach einem möglichen dritten Täter. Die Straße 35 wurde nach dem Anschlag in beide Richtungen gesperrt. Die „Jerusalem Post“ berichtet über ein am Tatort aufgenommenes Video. Darin sage ein Soldat, die Terroristen hätten mehr als 20 Minuten lang geschossen. Der Angriff habe sich möglicherweise gegen ein Reservistenbataillon gerichtet.

22.10.2026

„New York Times“: USA und Israel planen Angriffe auf Iran

22.10.2026 (TM) – Die USA und Israel haben einem Bericht der „New York Times“ zufolge Pläne für neue Militärschläge gegen den Iran ausgearbeitet. Sie seien für die Zeit nach den US-Zwischenwahlen am 3. November vorgesehen. Im Zentrum stehe eine kurze, intensive Operation von etwa drei Tagen mit Angriffen auf Nuklearanlagen, Energieinfrastruktur sowie Raketen- und Drohnenkapazitäten des Iran. Die beiden Länder hätten ihre gemeinsamen Militärübungen intensiviert, darunter Flüge über den Irak bis an die iranische Grenze, um mögliche Luftangriffe zu proben. Von der Zeitung zitierte Regierungsvertreter waren der Ansicht, erneute Angriffe könnten die Wirtschaft der Islamischen Republik in den Ruin treiben und die Führung zu Zugeständnissen zwingen. Der Iran hat gedroht, jeder weitere Angriff werde eine umfassende Reaktion nach sich ziehen – einschließlich Angriffen auf Rechenzentren und Unterseekabel.

21.10.2026

Umfrage zur Knessetwahl: Eisenkot führt vor Netanjahu

21.10.2026 (TM) – Der Vorsitzende der Yashar-Partei, Gadi Eisenkot (Foto), und der Vorsitzende der B’Yachad-Partei, Naftali Bennett, legten in der jüngsten Umfrage zur Knessetwahl zu, während die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Zustimmung einbüßte. Eine Woche vor der Wahl liegt Eisenkots Partei damit nun vier Sitze vor dem Likud. Das geht aus einer Umfrage des Nachrichtenportals Walla hervor. Demnach käme keiner der beiden Blöcke auf die für eine Regierungsmehrheit nötigen 61 der 120 Sitze. Netanjahus Koalitionsblock sank von 49 auf 48 Sitze, die Oppositionsparteien blieben unverändert bei 54. Die restlichen 18 Mandate entfallen auf arabische sowie unabhängige Parteien, die keinem Block zugerechnet werden. Offen ist vor allem, ob die Partei „Amcha Yisrael“ des früheren Generals Ofer Winter den Einzug ins Parlament schafft. Laut der jüngsten Umfrage käme sie auf 2,9 Prozent und würde damit an der 3,25-Prozent-Hürde scheitern.

20.10.2026

Eliteeinheit verhindert offenbar Terroranschlag in Jerusalem

20.10.2026 (TM) – Eine israelische Anti-Terror-Eliteeinheit hat am Montagabend auf der Route 1 nahe Jerusalem zwei Verdächtige festgenommen, die einen Terroranschlag geplant haben sollen. Im Einsatz war die sogenannte „Task Force Tequila“, eine gemeinsame Einheit des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und der Polizei-Spezialeinheit Yamam. Sie wird in der Regel eingesetzt, um unmittelbar bevorstehende Anschläge zu vereiteln. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden soll das Teddy-Stadion in Jerusalem das Ziel gewesen sein. Dort wollte Premierminister Benjamin Netanjahu ein Fußballspiel von Beitar Jerusalem besuchen; der Besuch wurde laut Medienberichten wegen Sicherheitswarnungen abgesagt. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer deutlich angehobenen Sicherheitsstufe vor der Parlamentswahl am kommenden Dienstag.

19.10.2026

Nach Bombendrohung: Flugzeug landet in Bulgarien

19.10.2026 (TM) – Nach einer Bombendrohung ist ein Passagierflugzeug der „Austrian Airlines“ in der Nacht zum Montag vorsorglich in Bulgarien gelandet. Die Maschine war auf dem Weg von Tel Aviv nach Wien. Die bulgarische Luftwaffe habe im Rahmen der geltenden Verfahren ein MiG-29-Kampfflugzeug aufsteigen lassen, um die Maschine zu begleiten, erklärte das Verkehrsministerium. Nach Angaben der Fluggesellschaft waren 51 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Die Maschine landete sicher in Sofia. Der Airbus A320 wurde nach der Landung durchsucht. „Sobald die Durchsuchung des Flugzeugs abgeschlossen ist, werden die Passagiere so schnell wie möglich auf andere Flüge umgebucht“, erklärte „Austrian Airlines“. Berichten zufolge war eine Jugenddelegation an Bord, die bei den Vereinten Nationen sprechen sollte. Die Zeitung „Haaretz“ berichtete, die Drohung stamme von einem österreichischen Staatsbürger, der nicht an Bord gewesen sei.

18.10.2026

Sand, Staub und Wüstenwind: 12.000 Besucher beim Musikfestival „InDNegev“

18.10.2026 (TM) – Rund 12.000 junge Menschen haben am Wochenende das Musikfestival „InDNegev“ besucht. Das 2007 gegründete Festival findet jedes Jahr im Herbst in Mizpe Gwulot im westlichen Teil der Negev-Wüste statt. Die Besucher zelten während der drei Festivaltage vor Ort. Auf den Bühnen treffen Elektropop, Punk, Hip-Hop und traditionelle Klänge des Nahen Ostens aufeinander. Jedes Jahr treten mehr als 100 Bands und Solokünstler auf, darunter viele Nachwuchsmusiker. Nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023, der unter anderem das nahegelegene Nova-Festival traf, fiel „InDNegev“ zwei Jahre in Folge aus. Erst im November 2025 kehrte es zurück – die Veranstalter hatten die Rückkehr aller lebenden Geiseln abgewartet. Seither gilt das Festival vielen als Zeichen für kulturelle Widerstandskraft, Zusammenhalt und den Wiederaufbau im Süden Israels.

17.10.2026

Knessetwahl: Hohe Beteiligung bei Stimmabgabe im Ausland

17.10.2026 (TM) – In den israelischen Auslandsvertretungen – im Bild die Botschaft in Sambia – ist die Wahl zur 26. Knesset bereits abgeschlossen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission gaben 86,7 Prozent der im Ausland Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 2022 waren es 69,6 Prozent. Insgesamt wählten 4.218 Israelis in 101 Wahllokalen in 99 Botschaften und Konsulaten. Die Abstimmung begann in Neuseeland und endete an der Westküste der Vereinigten Staaten. Die Stimmzettel werden nun nach Israel gebracht und nach der Wahl am 27. Oktober zusammen mit den übrigen Stimmen ausgezählt. Die Stimmabgabe im Ausland ist nur für Diplomaten und andere Mitarbeiter staatlicher Vertretungen sowie deren Angehörige möglich. Eine Briefwahl gibt es in Israel nicht. Deshalb werden mehr als 50.000 Israelis erwartet, die eigens zur Wahl in ihre Heimat zurückreisen. Die Wahlbeteiligung gilt als entscheidender Faktor für die Zusammensetzung der künftigen Knesset.

16.10.2026

Neue Dokumente: Hamas-Chef Sinwar forderte Gräueltaten

16.10.2026 (TM) – Die israelische Armee (IDF) hat am Freitag bislang unbekannte Dokumente veröffentlicht, die nach ihren Angaben von Hamas-Führer Yahya Sinwar (Foto) stammen. Er wurde vor genau zwei Jahren im Gazastreifen von israelischen Soldaten getötet. In einem der Dokumente forderte der Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023, die Terroristen der Hamas-Eliteeinheit Nukhba sollten Aufnahmen ihrer Taten an möglichst viele Medien weitergeben, um ganz Israel in Angst und Schrecken zu versetzen. Zu diesen Bildern sollten laut Sinwar unter anderem „das Treten auf die Köpfe von israelischen Soldaten, das Schießen aus nächster Nähe, das Abschlachten von Menschen mit Messern, das Sprengen von IDF-Panzern sowie kniende Gefangene mit den Händen auf dem Kopf“ gehören. In einem anderen Dokument verlangte er „mehrere Autobomben, die furchtbare Zerstörungen anrichteten“.

15.10.2026

Kolumbien eröffnet als zehntes Land Botschaft in Jerusalem

15.10.2026 (TM) – Kolumbien hat am Mittwoch seine Botschaft in Jerusalem eröffnet. Damit ist es nach den Vereinigten Staaten, Guatemala, Honduras, dem Kosovo, Papua-Neuguinea, Paraguay, Fidschi, Somaliland und Nauru das zehnte Land mit einer Botschaft in der Stadt. Einige weitere Staaten – darunter Ungarn, die Tschechische Republik und die Slowakei – unterhalten Botschaftsaußenstellen in der Hauptstadt. Die meisten Staaten haben ihre Botschaften in Tel Aviv. Sie verweisen darauf, dass der Status Jerusalems erst in Friedensverhandlungen geklärt werden müsse. Die Palästinenser beanspruchen Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen Staates. An der Eröffnung der kolumbianischen Botschaft nahmen der israelische Außenminister Gideon Sa’ar und sein kolumbianischer Amtskollege Omar Bula Escobar teil. Kolumbiens neuer rechtsgerichteter Präsident Abelardo de la Espriella hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, die Botschaft eröffnen zu wollen.

14.10.2026

Israelische Fußballfans dürfen nicht in holländisches Stadion

14.10.2026 (TM) – Israel hat die Niederlande wegen der Entscheidung kritisiert, israelischen Fußballfans den Besuch eines Europa-League-Spiels zu verbieten. Den Fans von Hapoel Be’er Sheva wurde „aus Sicherheitsgründen” untersagt, am Donnerstag das Spiel bei AZ Alkmaar zu besuchen. Der israelische Botschafter Zvi Aviner Vapni soll in einem Telefonat mit Alkmaars Bürgermeisterin Anja Schouten vergeblich versucht haben, die Entscheidung rückgängig zu machen. Das israelische Außenministerium erklärte auf X: „Zwei Jahre, nachdem Israelis durch die Straßen von Amsterdam gejagt wurden, besteht die Antwort der Niederländer darin, die Opfer zu verbannen, nicht die Angreifer.” Das Fan-Verbot sei, ebenso wie der Boykott des Eurovision Song Contests, „ein weiterer Schandfleck für die Niederlande”, hieß es weiter. Das Land werde zunehmend zu „einem der weltweit führenden Brennpunkte des Antisemitismus”.

13.10.2026

Frachtmaschine muss umkehren: Pilot ist Indonesier

13.10.2026 (TM) – Ein Frachtflugzeug der Ethiopian Airlines musste in der Nacht auf dem Weg von Addis Abeba zum Flughafen Ben Gurion umkehren und zurück nach Äthiopien fliegen. Grund: Einer der Piloten ist indonesischer Staatsbürger, wie mehrere hebräischsprachige Medien berichteten. Das mehrheitlich muslimische Indonesien unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Die Besatzungsliste war den israelischen Behörden erst nach dem Start übermittelt worden. Bei der Überprüfung fiel die Staatsangehörigkeit des Piloten auf, woraufhin die Behörden der Maschine die Landeerlaubnis verweigerten. Der Vorfall ereignete sich etwa zwei Wochen, nachdem Passagiere an Bord eines Flydubai-Flugs nach Israel einen Terroranschlag verhindert hatten. Nach Angaben der Behörden hatte ein Pilot aus Oman geplant, das Flugzeug in ein Terminal des Flughafens Ben Gurion zu stürzen. Dass der Anschlag scheiterte, bezeichnete ein Großteil der Israelis laut einer Umfrage als „göttliche Fügung“.

12.10.2026

2000 Jahre altes Aquädukt bei Jerusalem ausgegraben

12.10.2026 (TM) –  Archäologen haben bei Ramat Rachel am südlichen Stadtrand Jerusalems einen 300 Meter langen Abschnitt eines mehr als 2000 Jahre alten Aquädukts freigelegt. Der Bau wird der Hasmonäerzeit (2. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) zugeschrieben. Das Aquädukt war Teil der antiken Wasserversorgung, die Quellwasser aus der Gegend um Gusch Etzion und den Teichen Salomos zum Tempelberg in Jerusalem leitete. Es war rund 21 Kilometer lang und fiel auf dem größten Teil der Strecke nur um etwa einen Meter pro Kilometer ab. Um dieses geringe Gefälle gleichmäßig einzuhalten, mussten die Baumeister den Verlauf präzise an Hänge und Gestein anpassen. Laut der israelischen Altertumsbehörde gilt die Anlage als technische Meisterleistung. Der freigelegte Abschnitt soll in das dort geplante Neubaugebiet integriert und so präsentiert werden, dass er von allen Seiten sichtbar ist.

11.10.2026

Arabische Parteien wollen Benjamin Netanjahu stürzen

11.10.2026 (TM) – Yousef Jabareen, Vorsitzender der „Gemeinsamen Liste“, eines Bündnisses arabischer Parteien in Israel, erklärte am Samstag, das Bündnis sei bereit, der Opposition nach der bevorstehenden Parlamentswahl ein „Sicherheitsnetz“ zu bieten – also eine Regierung von außen zu stützen, ohne ihr beizutreten. Ziel sei es, die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abzulösen. Dafür werde die Liste „alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel“ einsetzen. Im Gegenzug erwarte sie einen Plan gegen die Kriminalität in arabischen Gemeinden sowie einen Weg zu einem palästinensischen Staat. Umfragen zeigen seit Monaten, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition ohne die arabischen Parteien eine Mehrheit in der Knesset erreichen dürfte. Fast alle Oppositionsparteien haben jedoch ausgeschlossen, sich bei der Koalitionsbildung auf arabische Fraktionen zu stützen; die meisten lehnen zudem einen palästinensischen Staat ab.

10.10.2026

Palästinensische Wahlen sollen erneut verschoben werden

10.10.2026 (TM) – Die für den 28. November geplanten Parlamentswahlen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) stehen unmittelbar vor einer Verschiebung. In einem offiziellen Schreiben erklärten palästinensische Vertreter, unter den derzeitigen Umständen stoße die Durchführung der Wahl auf grundlegende Hindernisse. Die Sicherheitslage im Gazastreifen und im Westjordanland beeinträchtige die freie Teilnahme und die Integrität des Wahlprozesses erheblich. Berichten zufolge wurde Palästinenserpräsident Mahmud Abbas empfohlen, den Wahltermin per Dekret auf die erste Septemberhälfte 2027 zu verlegen. Europäische Staaten wie Frankreich hatten die PA im Vorfeld nachdrücklich gedrängt, die Wahlen abzuhalten – zum Teil verbunden mit der Drohung, Finanzhilfen zu kürzen. Die letzte Wahl zum Palästinensischen Legislativrat fand am 25. Januar 2006 statt, die letzte Präsidentschaftswahl am 9. Januar 2005.

09.10.2026

Israelische Rüstungstechnik auf Luftfahrtmesse in Marrakesch

09.10.2026 (TM) – Israel hat seinen nationalen Pavillon auf der Luft- und Raumfahrtmesse in Marrakesch eröffnet. Der jüdische Staat nimmt erstmals seit der Normalisierung der Beziehungen zu Marokko offiziell an der Messe teil. Acht israelische Rüstungsunternehmen stellen nach eigenen Angaben kampferprobte Technologien vor, darunter KI-basierte Robotersysteme, autonome Navigation für unbemannte Luftfahrzeuge, Laserleitsysteme für Drohnen und Satellitenkommunikation. Zu den Ausstellern gehören auch die großen Konzerne Elbit Systems, Israel Aerospace Industries und Rafael Advanced Defense Systems. Sie präsentieren ihre Fähigkeiten in den Bereichen Luft, Land, See, Weltraum, Aufklärung und Cybersicherheit. Die Eröffnung des Pavillons in Marokko erfolgte, nachdem Israel von mehreren Messen in Europa ausgeschlossen worden war. Marokko hatte im Dezember 2020 im Rahmen der Abraham-Abkommen seine Beziehungen zu Israel normalisiert.

08.10.2026

Zentrale Gedenkfeier erinnert an 1096 Tage der Trauer

08.10.2026 (TM) – Rund 50.000 Menschen haben sich am Mittwochabend im Yarkon-Park in Tel Aviv zur zentralen Gedenkfeier versammelt, die an den dritten Jahrestag des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 erinnerte. Die Veranstaltung wurde von Überlebenden des Angriffs und Hinterbliebenen der Opfer organisiert. Moderiert wurde sie von der ehemaligen Geisel Eli Sharabi und der Schauspielerin Shani Cohen. „1096 Tage der Trauer sind vergangen. 1096 qualvolle Nächte der Erinnerung. Die Erinnerung an diejenigen, die aus den von Flammen verschlungenen Schutzräumen um Hilfe flehten, an diejenigen, die sich in Müllcontainern, in von Kugeln durchlöcherten Toilettenkabinen und in überfüllten Schutzbunkern versteckten“, sagte Sharabi. Die Zeremonie verlief in gedämpfter Stimmung, das Publikum blieb größtenteils still. Führende Oppositionspolitiker nahmen teil, die Regierung blieb der Veranstaltung fern.

07.10.2026

Drei Jahre Krieg: Israel unter massivem Beschuss

07.10.2026 (TM) – Zum dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls haben die israelischen Streitkräfte neue Daten zu ihren Einsätzen an allen Fronten veröffentlicht. Demnach habe das Militär seither rund 100.000 Ziele angegriffen, darunter 65.000 im Gazastreifen, 28.000 im Libanon und in Syrien, 4.500 im Iran und 80 im Jemen. Im Gazastreifen seien mehr als 24.000 Kämpfer getötet worden, weitere 1.600 Angreifer bereits am 7. Oktober 2023 auf israelischem Gebiet. Die Armee kommt zu dem Schluss, dass die Hamas nicht mehr so schlagkräftig sei wie vor dem 7. Oktober. Die Terrororganisation versuche jedoch, sich wieder aufzubauen. Seit Kriegsbeginn wurden laut Armee mehr als 31.500 Raketen, Lenkflugkörper und Drohnen von verschiedenen Fronten aus auf Israel abgefeuert. Foto: Im März 2026 schlug eine ballistische Rakete aus dem Iran in Beit Shemesh ein. Neun Menschen wurden getötet, mehr als 50 verletzt.

06.10.2026

Wahlkampf in Israel – aktuell hat kein Lager die Nase vorn

06.10.2026 (TM) – Ein ultraorthodoxer Jude baut in Aschdod seine Laubhütte ab. Dahinter ist ein riesiges Wahlplakat der Likud-Partei zu sehen. Es zeigt Premierminister Benjamin Netanjahu und die führenden Oppositionspolitiker und trägt den Slogan „Entweder rechts – oder Palästina“. 38 Parteien und Listen treten am 27. Oktober zur Knesset-Wahl an. Voraussichtlich wird nur ein gutes Dutzend den Sprung über die 3,25-Prozent-Hürde schaffen. Aktuelle Umfragen zeichnen das Bild eines anhaltenden Patts zwischen dem Regierungslager und der Opposition. Demnach kommt keine Seite auf eine Mehrheit von mindestens 61 der 120 Sitze. Die blockfreien arabischen Parteien könnten deshalb letztlich entscheiden, wer Regierungschef im jüdischen Staat wird. Allerdings sind laut Umfragen rund 12 Prozent der Wähler noch  unentschlossen.

05.10.2026

Israel gedenkt der Opfer des Massakers vom 7. Oktober

05.10.2026 (TM) – Staatspräsident Isaac Herzog hat am Montagmorgen den staatlichen Gedenktag zum 7. Oktober eröffnet. An seinem Amtssitz in Jerusalem setzte er die israelische Flagge auf Halbmast. Die Geste symbolisiert die gemeinsame Trauer des Staates Israel und seiner Bürger. Sie gilt allen, die beim Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 und im Krieg „Eiserne Schwerter“ ermordet wurden oder im Kampf gefallen sind. Der Gedenktag erinnert zudem an die Menschen, die körperlich und seelisch verletzt wurden und bis heute die Wunden des 7. Oktober und des Krieges mit sich tragen. Im ganzen Land sind zahlreiche Gedenkveranstaltungen geplant. Generalstabschef Eyal Zamir hat im Vorfeld versichert: „Wir werden dafür sorgen, dass dieses Volk, das in sein Land zurückgekehrt ist, nie wieder daraus vertrieben wird.“

04.10.2026

Israel lebt und tanzt mit der Tora – auch am Ort des Grauens

04.10.2026 (TM) – Jüdische Gläubige feierten am Samstag den Feiertag Simchat Tora auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals, wo Hunderte von Menschen bei dem Massaker vom 7. Oktober von der Hamas ermordet wurden. An Simchat Tora (hebräisch für „Tora-Freude“) feiert man den Abschluss und den gleichzeitigen Neubeginn des jährlichen Tora-Lesezyklus. Am Morgen wurde der letzte Abschnitt des fünften Buches Mose gelesen. Direkt im Anschluss wurde eine zweite Tora-Rolle geöffnet, um sofort mit dem ersten Kapitel des ersten Buches Mose (Bereschit) von vorn zu beginnen. Simchat Tora schließt die Reihe der Herbstfeiertage ab, die mit Rosch Haschana beginnt und über Jom Kippur und das Laubhüttenfest (Sukkot) führt. Der Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 fiel auf den Morgen von Simchat Tora. Das traditionelle Tanzen mit den Tora-Rollen (Hakafot) wird heute umso mehr als starkes Symbol dafür verstanden, dass jüdisches Leben und jüdischer Glaube trotz schwerer Zeiten fortbestehen.

03.10.2026

Verletzter Flugkapitän: Ich konnte sie nicht sterben lassen

03.10.2026 (TM) – In einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister Narendra Modi schilderte der indische Flugkapitän Smit Machchhar (links), wie er um sein Leben kämpfte, nachdem sein Copilot auf ihn eingestochen hatte und das Flugzeug rapide an Höhe verlor. Indem er die Cockpittür öffnete, ermöglichte er mehreren israelischen Passagieren, den Copiloten zu überwältigen. Einem der Israelis, dem Klempner Yaniv Hayun, gelang es, das Flugzeug zu stabilisieren. „Ich habe versucht, mein eigenes Leben zu retten, aber ich wusste auch, dass ich sie nicht alle sterben lassen konnte“, sagte Machchhar, der aus seinem Krankenhausbett in Abu Dhabi zugeschaltet war. Modi veröffentlichte das zehnminütige Video in den sozialen Medien.

02.10.2026

Armee: 170 in Gaza getötete Journalisten waren Terroristen

02.10.2026 (TM) – Die israelische Armee hat 170 im Gazastreifen getötete Palästinenser, die als Journalisten galten, als Mitglieder von Terrororganisationen eingestuft. Das teilte das Militär am Donnerstag mit. Demnach seien 118 von ihnen im militärischen Flügel der Hamas aktiv gewesen, 49 beim Islamischen Dschihad, zwei bei den Volkswiderstandskomitees und einer bei den Mudschaheddin-Brigaden. Im Verlauf des Krieges warfen Journalistenverbände und internationale Medien Israel wiederholt vor, gezielt Reporter anzugreifen – auch in Fällen, in denen die Terrororganisationen die Getöteten selbst als ihre Mitglieder bezeichnet hatten. Einige der auf der Liste Genannten arbeiteten laut der Armee für internationale Medien, darunter Reuters, CNN, BBC, AFP, AP, „Le Monde“ und der australische Sender ABC.

01.10.2026

Netanjahu lobt israelischen Passagier: „Du bist ein Held“

01.10.2026 (TM) – Yaniv Hayun trug ein blutverschmiertes T-Shirt und blutige Socken, als er am Mittwochabend mit einem Rettungsflug aus Saudi-Arabien nach Israel zurückkehrte. Hayun ist der Passagier, der sich auf dem Flug von Dubai nach Israel nach dem Angriff auf den Kapitän Zugang zum Cockpit verschafft und das Flugzeug stabilisiert hatte. Am Flughafen Ben Gurion begrüßte ihn Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. „Du bist ein Held. Du verdienst eine internationale Ehrenmedaille“, hat Netanjahu zu ihm gesagt. Auf die Frage von Reportern, ob es Hinweise auf eine iranische Beteiligung gebe, hat er geantwortet: „Dafür ist es noch zu früh.“ Netanjahu zufolge habe der Kapitän mit indischen Wurzeln, der beim Angriff seines Ersten Offiziers schwer verletzt wurde, eine Katastrophe wie am 11. September 2001 verhindert. Flydubai hat alle Flüge von und nach Israel ausgesetzt, solange die Ermittlungen zu dem Vorfall andauern.

30.09.2026

Tausende Ultraorthodoxe feiern freigelassene Wehrdienstverweigerer

30.09.2026 (TM) – Tausende ultraorthodoxe Juden haben am Dienstagabend in Jerusalem an einer Willkommensparade für Wehrdienstverweigerer teilgenommen, die zuvor aus dem Militärgefängnis entlassen worden waren. Berichten zufolge versprachen die Organisatoren allen, die wegen Nichtantritts des Wehrdienstes eine Haftstrafe verbüßt hatten, Barprämien. Laut hebräischsprachigen Medien erhielten Kinder Geschenktüten, auf denen die Verweigerer für ihr Festhalten am Judentum gelobt wurden. Einige Teilnehmer hielten Schilder hoch, auf denen die Inhaftierten mit Geiseln verglichen wurden. Auf anderen hieß es, man werde niemals in der „feindlichen Armee“ dienen. Führende Oppositionspolitiker verurteilten die Parade scharf. Sie warfen Regierungschef Benjamin Netanjahu vor, er lasse zu, dass Verweigerer statt Soldaten zu Helden erklärt würden.

29.09.2026

Über 100 Randalierer wüten in palästinensischem Dorf

29.08.2026 (TM) – Soldaten der israelischen Armee und Einheiten der Grenzpolizei waren in der Nacht zum Dienstag bei dem palästinensischen Dorf Jalud nahe Nablus im Einsatz. Nach Angaben des Militärs sollten sie israelische Randalierer vertreiben und die Bewohner schützen. Eine palästinensische Familie sei nach mehreren Vorfällen nationalistischer Gewalt gezwungen worden, ihr Haus zu verlassen. Wegen der Gewalt habe ihre Rückkehr nicht abgeschlossen werden können. Laut Armee hielten sich mehr als 100 Randalierer in dem Gebiet auf. Sie blockierten Straßen, zündeten Reifen an und bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen. Zudem setzten sie Gebäude und Fahrzeuge von Palästinensern in Brand. Bei den Zusammenstößen wurden drei Grenzpolizisten leicht verletzt. Die Beamten nahmen zwei Verdächtige fest – israelischen Medien zufolge extremistische Siedler.