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Sünden symbolisch in die Tiefen des Meeres geworfen
14.09.2026 (TM) – Am Strand des Mittelmeers in Tel Aviv praktizierten Juden gestern das Taschlich-Ritual. Es dient dazu, sich rituell von den Sünden des vergangenen Jahres zu befreien. Das zentrale Element ist das Rezitieren der letzten Verse aus dem Buch Micha (Micha 7,19): „Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld niedertreten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“ Als physisches Zeichen des Neuanfangs schütteln die Teilnehmer symbolisch die Taschen oder Ecken ihrer Kleidung über dem Wasser aus. Taschlich wurde in diesem Jahr auf den zweiten Tag des Neujahrsfestes Rosch ha-Schana verschoben, da am ersten Tag (Schabbat) das Tragen von Gegenständen (wie Gebetbüchern) im öffentlichen Raum untersagt ist. Taschlich ist weder in der Tora noch im Talmud verankert. Der Brauch entstand im Mittelalter im mitteleuropäischen Raum.