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Hilfslieferungen aus Ägypten regelmäßig geplündert – Versorgungslage in Gaza weiterhin chaotisch

JERUSALEM 30.07.2025 (LS) – Die internationale Gemeinschaft liefert verstärkt Hilfsgüter in den Gazastreifen. Doch laut Berichten erreichen die meisten Lastwagen mit Lebensmitteln, Medizin und Wasser aus Ägypten nie die offiziellen Lagerorte. Kriminelle Banden und bewaffnete Gruppen plündern die Hilfkonvois unterwegs.

Chaos auf dem Weg nach Norden

Eine vertrauliche Quelle teilte der in Großbritannien ansässigen katarischen Zeitung Al-Araby Al-Jadeed mit, dass „ein großer Teil der Hilfsgüter nie die Verteilungslager erreicht hat und gestohlen und auf den Märkten verkauft wurde“.

„Von den 130 Lastwagen, die gestern den Grenzübergang Kerem Shalom passiert haben, wurden nur 37 tatsächlich vom ägyptischen Komitee und dem Palästinensischen Roten Halbmond in Empfang genommen“, so die Quelle.

Zwanzig der Lastwagen wurden angeblich von Israel „ohne offizielle Erklärung“ angewiesen, nach Ägypten zurückzukehren, so die Zeitung.

Die anderen 73 Lastwagen wurden im von den israelischen Streitkräften kontrollierten Morag-Korridor zwischen Rafah und Khan Yunis angehalten. „Unbekannte Gruppen“ entleerten die Lastwagen gewaltsam von „Lebensmittelkörben, Mehl und Körperpflegeartikeln“. Die Güter „tauchten am nächsten Morgen auf lokalen Märkten in Gaza auf, wo sie offen an Palästinenser verkauft wurden“, so die Quelle.

Leidtragende sind die Bedürftigsten

Die Konsequenz: Viele Lagerhäuser, vor allem im Norden des Gazastreifens, bleiben leer. Tausende Menschen warten vergeblich auf Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern. Besonders betroffen sind Kinder, Alte und Verwundete.

Internationale Hilfsorganisationen fordern nun Sicherheitsgarantien für humanitäre Konvois. Sie fordern diese auch von Seiten der Hamas, die bislang keine effektive Kontrolle über das Gebiet sicherstellen kann oder will. Israel beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Jede Behinderung der Hilfeleistung könnte den Druck auf das eigene Militär erhöhen und international Kritik auslösen, auch wenn der Staat selbst nicht für die Umleitung der Lieferungen verantwortlich ist.

Titelbild: Lastwagen der UNRWA und des Welternährungsprogramms fahren zum Grenzübergang Kerem Abu Salem, um humanitäre Hilfe und Treibstoff abzuholen. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90