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USA stellen neuen „Friedensrat“ für Gaza vor – UN warnt vor jahrelanger Trümmerbeseitigung

JERUSALEM 18.01.2026 (LS) – Die Vereinigten Staaten haben offiziell bestätigt, wer im Rahmen des neu geschaffenen Friedensrates „Board of Peace“ (BoP) mitwirken soll – einem Gremium, das den Wiederaufbau und die Demilitarisierung des Gazastreifens unterstützen soll. Zugleich warnt ein hoher UN-Vertreter, die Beseitigung der mehr als 60 Millionen Tonnen Trümmer in Gaza dürfte ein langer und harter Prozess werden, der grundlegende Hilfe und Zugang zu lebensnotwendigen Gütern erfordert.

Weißes Haus benennt Mitglieder des „Board of Peace“

Das Weiße Haus gab bekannt, dass mehrere internationale Persönlichkeiten und Entscheidungsträger als Gründungsmitglieder des Friedensrates bestätigt wurden. Zu den Mitgliedern gehören US-Außenminister Marco Rubio, der US-Sondergesandte Steve Witkoff, Jared Kushner und Tony Blair. Diese Gruppe soll für die Überwachung des Wiederaufbaus und der Demilitarisierung im Gazastreifen zuständig sein und mit nationalen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um Frieden und Stabilität zu fördern.

Darüber hinaus wird der ehemalige UN-Nahostgesandte Nickolay Mladenov eine führende Rolle „vor Ort“ als Hoher Repräsentant für Gaza übernehmen. Er soll als Verbindung zwischen dem Rat und der technokratischen Verwaltung Gazas dienen. Auch weitere internationale Vertreter werden in den Exekutiv- und Leitungsgremien des Boards sitzen, darunter Vertreter aus Türkei, Katar, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die bei der praktischen Umsetzung von Governance- und Wiederaufbauaufgaben helfen sollen.

In einer Mitteilung des Weißen Hauses heißt es, US-Präsident Donald Trump habe das Gremium eingerichtet habe, um „die umfassende Demilitarisierung zu unterstützen, den Wiederaufbau zu ermöglichen und die Lieferung humanitärer Hilfe sicherzustellen“. Einige Staaten, darunter Argentinien, haben ihre Teilnahme am Board bereits akzeptiert und betont, der Schritt sei ein Zeichen des Engagements für Frieden und Freiheit.

UN warnt vor langwieriger Trümmerbeseitigung und humanitärer Krise

Parallel zu dieser diplomatischen Initiative warnte ein hoher UN-Vertreter davor, die Zerstörung im Gazastreifen sei gewaltig und allein die physische Beseitigung der Trümmer könnte Jahre dauern. Nach Aussagen des UN-Untergeneralsekretärs und Exekutivdirektors des UNOPS-Programms Jorge Moreira da Silva gibt es im Gazastreifen mehr als 60 Millionen Tonnen Schutt und Zerstörung – genug, um tausende Containerladungen zu füllen und die täglichen Lebensbedingungen der Bevölkerung erheblich zu erschweren.

Moreira da Silva erklärte, es sei „wahrscheinlich, dass es über sieben Jahre dauern wird, diesen Schutt zu beseitigen“. Er betonte, die Winterbedingungen und starke Regenfälle würden die Situation verschärften und die humanitäre Lage weiter verschlechterten. Ohne ausreichenden Zugang zu Treibstoff könnten Krankenhäuser, Wasser- und Abwassersysteme sowie die Versorgung durch Hilfsorganisationen nicht zuverlässig funktionieren.

Der UN-Vertreter forderte einen verbesserten humanitären Zugang und die Öffnung von Grenzübergängen, einschließlich der direkten Lieferungen über den Jordan-Korridor. In seiner Mitteilung rief der UN-Offizielle auch dazu auf, politische und diplomatische Lösungen voranzutreiben, damit sowohl Palästinenser als auch Israelis in Sicherheit und Würde leben könnten – ein Ziel, das auch das „Board of Peace“ unterstützen soll, dessen Arbeit nun beginnt.

Titelbild: Im Krieg zerstörte Gebäude in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90.

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