
Iran ist weiterhin in der Lage, Raketen abzufeuern, doch die Anzahl der Raketenangriffe hat deutlich abgenommen
JERUSALEM 10.03.2026 (LS) – Nach Einschätzung der israelischen Streitkräfte (IDF) sind inzwischen rund 75 Prozent der iranischen Abschussrampen für ballistische Raketen zerstört oder außer Gefecht gesetzt worden.
Trotz dieser enormen Fortschritte gehen israelische Militäranalysten davon aus, dass der Raketenbeschuss noch nicht kurzfristig enden wird. Iran verfüge weiterhin über genügend Raketen und über verbliebene Startmöglichkeiten, um Israel auch in den kommenden Wochen oder Monaten anzugreifen.
Raketenangriffe bereits deutlich reduziert
Militärische Quellen berichten, die Intensität der iranischen Angriffe habe bereits deutlich nachgelassen. Während Iran am ersten Tag des Krieges etwa 100 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert hatte, fiel die Zahl schnell auf 20 bis 25 Raketen und beläuft sich aktuell auf ungefähr ein Dutzend pro Tag.
Auch die Zahl der direkten Treffer in dicht besiedelten Gebieten ist zuletzt gesunken. In mehreren Angriffswellen konnten die meisten Raketen von Israels Luftverteidigungssystemen abgefangen werden.
Nach israelischen Angaben hat der Iran seit Beginn des Krieges mehr als 200 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert. Gleichzeitig arbeitet die israelische Luftwaffe intensiv daran, Abschussrampen und Raketenlager im Iran zu zerstören. Schätzungen zufolge verfügte der Iran zu Beginn des Konflikts über etwa 400 bis 550 Raketenabschussrampen.
Israel bereitet sich auf längeren Konflikt vor
Trotz der erheblichen Schäden an der iranischen Raketeninfrastruktur bleiben die Einschätzungen der israelischen Sicherheitsbehörden vorsichtig. Selbst wenn ein Großteil der Anlagen zerstört wurde, könne Iran weiterhin Raketen starten, etwa über mobile Abschussgeräte oder versteckte Anlagen. Die verbleibenden 100 bis 150 ballistischen Raketenwerfer und die mehr als 1.000 Raketen sind auf einzelne Zellen in der gesamten Islamischen Republik verteilt. Das macht es schwieriger, sie aufzuspüren und zu zerstören.
Die IDF arbeitet daher vor allem daran, die Intensität der Angriffe so weit zu reduzieren, dass sie zwar weiterhin Luftalarm auslösen, aber nur noch selten größere Schäden oder Opfer verursachen.
Parallel dazu setzen Luftwaffe und Geheimdienste ihre Operationen fort, um weitere Abschussanlagen im Iran aufzuspüren und auszuschalten. Ziel ist es, Irans Fähigkeit zum Raketenbeschuss dauerhaft zu schwächen und die Bedrohung für israelische Städte deutlich zu verringern.
Die wiederholten Luftalarme in vielen Teilen des Landes zeigen jedoch, dass der Konflikt weiterhin andauert. Auch nach den schweren Schäden an der iranischen Raketeninfrastruktur rechnen Militärplaner damit, dass Teheran versuchen wird, seine Raketenangriffe möglichst lange aufrechtzuerhalten.
Titelbild: Eine Show für Familien im Schutzbunker einer öffentlichen Notunterkunft in Givatayim. Foto: Miriam Alster/Flash90