
Luftwaffe untersucht Raketeneinschläge – Außenminister Sa’ar: „Das iranische Regime zielt ausschließlich auf die Zivilbevölkerung“
JERUSALEM 23.03.2026 (LS) – Bei zwei Raketeneinschlägen am Wochenende, in Dimona und der nahegelegenen Stadt Arad, sind insgesamt fast 200 Menschen verletzt worden, davon 11 schwer. In Dimona, wo sich Israels Nuklearanlage befindet, fühlten sich die Bewohner des 40.000 Einwohner zählenden Ortes bisher sehr sicher, da die Luftabwehrmaßnahmen dort sehr stark sind.
„Dimona ist der sicherste Ort in Israel“, erklärte eine Einwohnerin, die unweit der Atomanlage ein Pflegeheim betreibt. „Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Zum Zeitpunkt des Einschlags befanden sich sechs Personen in ihrem Pflegeheim und erlitten leichte Verletzungen.
Raketen dringen durch Luftabwehr
Die israelische Luftwaffe hat am Sonntag eine Voruntersuchung zu den Raketeneinschlägen in Arad und Dimona in der vorgegangenen Nacht abgeschlossen. Es ist bis jetzt jedoch weiterhin unklar, wie die zwei mit Hunderten von Kilogramm Sprengstoff bestückten Qadr-Raketen das Luftabwehrsystem durchdringen konnten.

In Arad traf die Rakete das Zentrum eines Hochhauskomplexes. Anwohner bezeichnen es als ein Wunder, dass die Rakete nicht direkt in eines der Gebäude einschlug, sondern in eine freie Fläche zwischen den Gebäuden. Dutzende Verletzte wurden vom Ort des Geschehens evakuiert, darunter zehn in schwerem Zustand. Zehn Hubschrauber der Luftwaffe wurden entsandt, um Verletzte zu evakuieren und Rettungskräfte zu transportieren.
Die Untersuchung ergab, dass die Gebäude zwar über reguläre Schutzräume verfügten, sich die meisten Verletzten zum Zeitpunkt der Explosion jedoch nicht darin befanden. Einige israelische Medien berichten, die Rakete in Arad sei bereits eingeschlagen, während der Raketenalarm noch ertönte, weshalb viele Bewohner den Schutzraum zum Zeitpunkt des Einschlags noch nicht erreicht hatten.

Trotz einer Erfolgsquote von 92 % bei der Abwehr von über 400 ballistischen Raketen, die seit Beginn der Operation auf Israel abgefeuert wurden, verfehlten die Abfangraketen in diesen beiden Fällen ihr Ziel. Das Militär erklärte, es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Einschlag in Dimona und dem in Arad.
Die Luftwaffe betonte, beide Vorfälle seien weder auf menschliches Versagen noch auf einen Systemausfall zurückzuführen. In derselben Nacht wurden zwei weitere Qadr-Raketen mit genau demselben System erfolgreich abgefangen.
Außenminister Sa’ar klagt das iranische Regime an
Außenminister Gideon Sa’ar besuchte den Ort des Raketenangriffs in Arad und gab gegenüber internationalen Medien eine Erklärung ab: „Hier sieht man deutlich die Kriegsverbrechen des iranischen Regimes. Es handelt sich um ein rein ziviles Viertel ohne jegliche militärische Bedeutung, das getroffen wurde. Das iranische Regime zielt ausschließlich auf Unbeteiligte und die Zivilbevölkerung.“
„Seit Beginn der Operation haben wir unter unseren Streitkräften keinen einzigen Verlust infolge der Angriffe des iranischen Regimes zu verzeichnen. Alle Opfer des iranischen Beschusses sind ausnahmslos Zivilisten“, so Sa’ar. „Anhand dieser einfachen Tatsache lässt sich die Strategie erkennen. Die Strategie des Regimes besteht darin, auf die Zivilbevölkerung zu schießen, um die Zahl der zivilen Opfer zu erhöhen. Wir hatten hier ein Wunder zu verzeichnen, denn trotz der Zerstörungen, die hier überall zu sehen sind, war die Zahl der Opfer relativ gering.“
Titelbild: Israels Abwehrsystem gegen den iranischen Raketenbeschuss im Einsatz. Foto: Matanya Tausig/Flash90