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„Die Menschen werden die Hoffnung verlieren“: Iraner flehen Trump an, den Krieg fortzusetzen

JERUSALEM 28.05.2026 (LS) – Die iranische Bevölkerung sieht einem Abkommen zwischen Washington und Teheran angstvoll entgegen. Sie bitten Trump, nicht nachzugeben. Ein Deal wäre kein Frieden – sondern der Tod ihrer letzten Hoffnung auf Freiheit.

Ein Volk zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Zwei Iraner wandten sich in den vergangenen Tagen heimlich an die Jerusalem Post – ein Schritt, der in Iran als Straftat gilt und den das Regime regelmäßig mit dem Vorwurf der Mossad-Kollaboration und der Todesstrafe ahndet. Ihr Appell ist eindeutig: Gebt uns nicht auf.

„Z.“, ein älterer Iraner, schrieb: „Das iranische Volk befindet sich in einem sehr schlechten psychologischen Zustand und hat wenig Hoffnung für die Zukunft.“ Er beschrieb die „große Hoffnung“, die viele Iraner in Washington und Israel gesetzt hatten, nachdem Trump im Januar versprochen hatte, „Hilfe ist unterwegs“. „Die Menschen im Iran waren sehr erfreut über Trumps Rückkehr an die Macht und sahen in ihm ihren Retter, doch mittlerweile ist dieses Vertrauen aufgrund von Trumps jüngster Politik stark geschwächt. Die Menschen glauben, dass Amerika nur für seine eigenen nationalen Interessen gekämpft hat, und in Trumps jüngsten Stellungnahmen gibt es keinerlei Anzeichen für eine Unterstützung, die den Menschen Hoffnung auf einen Regimewechsel geben würde.”

Demonstration von Exil-Iranern in Berlin. Foto: Alon David
Keine Reform innerhalb der Regimes

Seit dem Januar, als das Regime Massen von Demonstranten tötete und Tausende weitere willkürlich verhaftete oder verschwinden ließ, hat sich die Lage kaum verbessert. Der neue Oberste Führer Mojtaba Chamenei – Sohn des im Februar getöteten Ali Khamenei – ist laut Z. auf ein bloßes Aushängeschild reduziert und das Land werde faktisch von den obersten Kommandeuren der islamischen Revolutionsgarde regiert.

„Die Menschen haben keine Hoffnung auf interne Reformen innerhalb des Regimes, und ihre einzige Hoffnung liegt in Druck und Zwang durch andere Länder. Die Menschen setzten große Hoffnungen in die Vereinigten Staaten und Israel und sahen in ihnen Kräfte der Befreiung, doch leider wird in der amerikanischen Politik gegenüber dem Iran die schreckliche Lage des iranischen Volkes nicht thematisiert“, schrieb Z. „Sollte es zu einer Einigung kommen, werden die Menschen jegliche Hoffnung auf einen Regimewechsel verlieren.“

Exil-Iraner in Berlin hoffen auf die Hilfe der USA und Israel zur Befreiung des iranischen Volkes. Foto: Alon David
„Kein anderer Ausweg als Krieg“

Ein zweiter Iraner, X., berichtete Ähnliches: „Wenn Trump jetzt einen Deal macht, werden die Menschen die Hoffnung verlieren. Es wird so sein, als ob all die Toten, all die Verhafteten, all das Leid umsonst war.“ Z. erklärte, der Großteil der Menschen, die er kenne, hoffe darauf, dass der Krieg wieder ausbreche. Auch X., dessen junge Tochter am 8. Januar in einer westlichen Provinz des Iran ermordet wurde, schrieb“: „80 Prozent der Menschen sehen keinen anderen Ausweg mehr als den Krieg.“

Es ist ein Hilferuf, der in den Verhandlungszimmern in Islamabad, Maskat und Washington nicht gehört wird. US-Vertreter verhandeln über Sanktionserleichterungen, Urananreicherung und Seeblockaden. Es geht derzeit um ein Abkommen, das dem Regime laut mehreren Medienberichten eingefrorene Vermögenswerte in Höhe von 24 Milliarden Dollar (knapp 21 Milliarden Euro) freigeben würde. Experten warnen, solche Zugeständnisse stellten eine „Rettungsleine“ für das Regime dar, das am Rande des finanziellen Zusammenbruchs steht. Die Revolutionsgarden würden durch einen Deal gestärkt, nicht geschwächt.

Die Ironie der Geschichte ist bitter: Während Trump einen Deal als Sieg verkauft und die Weltwirtschaft aufatmet, könnten die einzigen wahren Verlierer genau jene sein, die am lautesten nach Freiheit gerufen haben – das iranische Volk selbst.

Titelbild: Demonstration von Exil-Iranern in Berlin für die Freiheit des iranischen Volkes. Foto: Alon David

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