
Trump legt Einsatz zur Sicherung von Irans Uran auf Eis
JERUSALEM, 14.06.2026 (DR) – Die USA haben eine Bodenmission im Iran vorbereitet, um angereichertes Uran des Regimes zu sichern. US-Präsident Donald Trump legte den Einsatz jedoch vorerst auf Eis — während Teheran gleichzeitig den Zugang zu seinen Uranvorräten aktiv versperrt.
USA waren kurz vor der Freigabe des Einsatzes
Laut einem CNN-Bericht vom Freitag befanden sich die US-Planungen in einem „weit fortgeschrittenen“ Stadium. General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, reiste am 19. Mai eigens von einem NATO-Treffen in Brüssel nach Tampa, Florida — dem Sitz des US-Zentralkommandos —, um Trump direkt zu briefen. Trump entschied sich jedoch gegen den Einsatz. Ausschlaggebend waren mögliche hohe Verluste unter US-Soldaten, eine drohende Eskalation mit Iran sowie Folgen für die Weltwirtschaft.
Eine Quelle sprach gegenüber CNN von „sehr viel Risiko“. Ein Sprecher des US-Generalstabs wollte den Bericht nicht kommentieren. Trump selbst hat mehrfach öffentlich betont, die Rückholung des iranischen Urans sei eine der zentralen US-Prioritäten in den Verhandlungen. Nur die USA — und möglicherweise China — besäßen die technische Kapazität dazu.
Iran sichert Uranvorräte mit Minen und eingestürzten Tunneln
Parallel dazu hat Iran in den vergangenen Wochen Tunnel zu seinen Uranlagern einstürzen lassen und Zugänge mit Sprengfallen gesichert. Das berichtet CNN vom Samstag, gestützt auf fünf Quellen mit Zugang zu US-Geheimdienstinformationen. Das meiste des Vorrats liegt nach internationaler Einschätzung in den eingestürzten Tunneln des Nuklearkomplexes Isfahan, ein kleinerer Teil an anderen Standorten.
Scott Roecker, der das Office of Nuclear Material Removal der National Nuclear Security Administration von 2017 bis 2021 leitete, warnte gegenüber CNN: Sollten Verhandlungsführer Iran verpflichten, das Uran selbst zu einem zentralen Ort zu bringen, könnte Teheran behaupten, Teile davon seien nicht mehr zugänglich — und die USA hätten keine Gewissheit, dass Iran dauerhaft keinen Zugriff mehr darauf habe.
Der frühere israelische Verteidigungsminister Joaw Galant erklärte in einem letzte Woche ausgestrahlten Interview mit 103FM, die USA und Israel hätten das angereicherte Uran während des Krieges gemeinsam mit Gewalt sichern sollen. Die Fähigkeit beider Armeen dazu habe existiert.
„Das hätte das Atomprogramm mit der Wurzel aus dem Iran herausgerissen“, so Galant. Es sei gefährlich und könne einen Preis haben — aber ein Risiko, das für die Sicherheit des Staates Israel eingegangen werden müsse.
Deal in Sicht — aber entscheidende Details offen
Reuters berichtete am Sonntag, USA und Iran seien einem Abkommen nähergekommen. Der genaue Zeitpunkt einer Unterzeichnung blieb jedoch offen. Trump und der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif sprachen von einer möglichen Unterzeichnung am Sonntag. Irans Außenministerium dämpfte diese Erwartung jedoch und verwies auf die kommenden Tage.
Das mögliche Abkommen soll zunächst die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Aufhebung einer US-Blockade iranischer Häfen umfassen. Die Uranfrage bleibt jedoch der entscheidende Streitpunkt. Washington besteht auf vollständiger Entfernung und Vernichtung des hochangereicherten Materials. Teheran hingegen will das Material laut Reuters-Angaben offenbar zumindest teilweise in verdünnter Form im Land behalten.
Konkrete technische Details sollen erst in einer zweiten Verhandlungsphase nach einer möglichen Unterzeichnung geklärt werden. Genau das macht die zuvor beschriebenen Tunnel und Sprengfallen so brisant: Wenn Iran Teile des Uranvorrats selbst bewegen oder melden muss, bleibt offen, ob die USA den tatsächlichen Zugriff Teherans zuverlässig kontrollieren können.
Titelbild: Ausschnitt eines Satellitenbilds der Nuklearanlage Natanz im Iran, 19.06.2025. Bild: NASA LANCE FIRMS/ESDIS/Wikimedia Commons