
TAHR: Deutsch-israelische Sicherheitskooperation stärkt Bundeswehr und Europas Sicherheit
JERUSALEM, 16.09.2026 (NH) – Die deutsch-israelische Sicherheitskooperation hat einen weiteren technologischen Meilenstein erreicht. Das Gemeinschaftsunternehmen Flensburg Technology Systems (FTS) stellte das erste Vorserienmodell des taktischen Gefechtsfahrzeugs TAHR für die Bundeswehr vor. Das Fahrzeug basiert auf israelischer Technologie und wird in Deutschland gefertigt.
TAHR: Neue Mobilität für Spezialkräfte
FTS präsentierte den TAHR beim 10. KSK-Verteidigungssymposium in Altensteig-Wart und übergab ihn an Brigadegeneral Andreas Kühne, Kommandeur des Kommando Spezialkräfte (KSK). FTS ist ein Joint Venture der ELTA-Sparte von Israel Aerospace Industries (IAI) und des deutschen Rüstungsunternehmens FFG. Der TAHR basiert auf der von ELTA entwickelten ZD-Plattform. Bereits im Oktober 2025 schloss das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Rahmenvertrag über bis zu 200 Fahrzeugsysteme ab. Zudem übergab FTS das erste Fahrzeug früher als geplant.
Der TAHR ist als leichtes taktisches Kampffahrzeug und als Unterstützungsfahrzeug erhältlich. Dabei ermöglicht seine offene Architektur die Integration verschiedener Waffensysteme. Zudem können zwei Fahrzeuge gleichzeitig mit einem CH-47-Chinook transportiert werden. Damit können Spezialkräfte ihre Fahrzeuge schnell zum Einsatzort bringen und unmittelbar nach der Landung einsetzen. IAI-CEO Guy Bar Lev bezeichnete Deutschland als strategischen Partner und verwies auf die langjährige Zusammenarbeit zu Land, zur See und in der Luft. Auch ELTA-CEO Dror Bar betonte die Verbindung israelischer Technologie mit deutscher Industriekompetenz.

Israelische Präzisionstechnologie im Einsatz
Die Zusammenarbeit umfasst zahlreiche weitere Projekte. So gelang Diehl Defence, Rafael Advanced Defense Systems und der EuroSpike GmbH im Mai 2026 ein wichtiger technologischer Durchbruch: Erstmals weltweit feuerte ein unbemanntes Landfahrzeug (UGV) unter realen Bedingungen eine Spike-LR-Panzerabwehrrakete ab. Bei den fünftägigen Tests startete die Ziesel-Plattform 17 Präzisionsraketen von Rafael. Dabei stattete Diehl das UGV mit dem PLATON-Autonomiesystem aus.
Auch die Deutsche Marine testete israelische Technologie. Im Nordatlantik zwischen Irland und Island erprobte sie erfolgreich das ballistische Präzisionssystem LORA von IAI. Ein deutsches Kriegsschiff feuerte einen Flugkörper ab, der ein Ziel in rund 500 Kilometern Entfernung mit einer Präzision von weniger als zehn Metern traf. Vizeadmiral Jan Christian Kaack bezeichnete die Erprobung als wichtigen Meilenstein für die maritime Sicherheitsarchitektur. Zudem demonstrierten Elbit Defense und Diehl gemeinsam das Loitering-Munitions-System SkyStriker.
Arrow 3 stärkt Europas Luftverteidigung
Darüber hinaus bildet das Raketenabwehrsystem Arrow 3 von IAI einen Kernbereich der deutsch-israelischen Sicherheitskooperation. Deutschland erweiterte das Abkommen im Januar um 3,1 Milliarden US-Dollar (ca. 2,7 Milliarden Euro). Damit stieg der Gesamtwert des Vertrags auf mehr als 6,5 Milliarden US-Dollar (ca. 5,6 Milliarden Euro). Die Partnerschaft stärkt zugleich die industrielle Basis Deutschlands. Das Volkswagen-Werk in Osnabrück soll an die israelische Investmentgesellschaft Aurelius Capital und das Land Niedersachsen veräußert werden. Dort soll Rafael Komponenten für Luftverteidigungssysteme für Deutschland und Europa produzieren. Dadurch sollen mindestens 1.200 qualifizierte Arbeitsplätze gesichert werden.
Vom taktischen Gefechtsfahrzeug bis zur Raketenabwehr zeigt die Zusammenarbeit die wachsende strategische Bedeutung der deutsch-israelischen Partnerschaft. Israel bringt fortschrittliche Verteidigungstechnologie und Erfahrung ein, während Deutschland industrielle Fertigungskompetenz bereitstellt. Gemeinsam stärken beide Länder Europas Verteidigungsfähigkeit und den Schutz von Freiheit und Sicherheit.
Titelbild: Das neue TAHR-Gefechtsfahrzeug von IAI für die Bundeswehr steht für die wachsende deutsch-israelische Zusammenarbeit im Bereich moderner Verteidigungstechnologie. Foto: FTS