
Israel hilft Saudi-Arabien – Trump hält eine Annäherung zwischen Jerusalem und Riad für möglich
JERUSALEM 18.10.2026 (LS) – Die Angriffe der Huthi im Jemen setzen Saudi-Arabien zunehmend unter Druck. In dieser Lage rückt Israel als möglicher Sicherheitspartner des Königreichs stärker in den Blick. US-Präsident Donald Trump spricht von einer neuen Chance für diplomatische Annäherung.
Trump lobt Israels Unterstützung
Am Freitag erklärte Trump vor dem Weißen Haus, Israel sei für Saudi-Arabien „sehr hilfreich“ gewesen. Auf die Frage, ob Riad israelische Unterstützung im Kampf gegen die Huthi annehmen sollte, antwortete der US-Präsident zustimmend. Unklar blieb allerdings, ob er sich auf konkrete israelische Hilfe bei der Abwehr der jüngsten Angriffe bezog oder allgemeiner von Israels sicherheitspolitischer Rolle in der Region sprach.
Saudi-Arabien sieht sich derzeit einer verstärkten Angriffswelle der Huthi ausgesetzt. Die vom Iran unterstützte jemenitische Gruppe greift nach Berichten wiederholt Ziele im Königreich an. Dazu gehören Einrichtungen der Ölindustrie, Schiffe im Roten Meer und der internationale Flughafen von Riad.
Auch Israel ist seit Jahren Ziel von Raketenangriffen der Huthi. Die israelischen Streitkräfte konnten in der Vergangenheit einen großen Teil der Geschosse abfangen, reagierten aber wiederholt auch mit Angriffen auf Ziele im Jemen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bereits zuvor erklärt, zahlreiche Staaten im Nahen Osten bäten Israel um Unterstützung. Die jüngsten Entwicklungen könnten damit eine Zusammenarbeit zwischen Ländern begünstigen, die bislang keine offiziellen diplomatischen Beziehungen unterhalten.
Neue Chance für die Abraham-Abkommen?
Trump verband seine Aussagen mit der Aussicht auf eine mögliche Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Auf die Frage, ob ein Beitritt Riads zu den Abraham-Abkommen wieder näher rücken könnte, antwortete er: „Ja, ich denke schon – vielleicht mehr als jemals zuvor.“

Die Abraham-Abkommen wurden 2020 während Trumps erster Amtszeit geschlossen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain normalisierten damals ihre Beziehungen zu Israel. Auch Marokko nahm im Rahmen entsprechender Vereinbarungen diplomatische Beziehungen auf.
Israel und Saudi-Arabien standen vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 bereits nahe an einer möglichen Vereinbarung. Seitdem ist eine Annäherung jedoch schwieriger geworden. Die saudische Führung hat wiederholt erklärt, sie erwarte für eine Normalisierung einen klaren Weg zu einer palästinensischen Staatlichkeit, was eine Einigung deutlich erschwert.
Israel bleibt skeptisch
Israelische Diplomaten bremsen daher die Erwartungen. Wie Arutz Sheva unter Berufung auf den Sender i24NEWS berichtet, sehen israelische Regierungsvertreter derzeit kaum Anzeichen dafür, dass Saudi-Arabien unmittelbar vor einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel steht. „Riad zeigt wenig Interesse daran, die Normalisierung voranzutreiben“, zitierte i24NEWS eine israelische Quelle.
Ein hochrangiger diplomatischer Vertreter erklärte ebenfalls, es gebe keine Belege für einen unmittelbar bevorstehenden Durchbruch. Zwar könnte die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich neue Möglichkeiten eröffnen, doch bleiben die politischen Hindernisse bestehen.
Titelbild: Riad, die Haupstadt von Saudi-Arabien. Foto: ekrem osmanoglu/Unsplash