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USA suchen Irans Atomgeheimnisse – und bieten Millionen für Hinweise

JERUSALEM, 08.11.2026 (DR) – Die USA haben eine Belohnung von bis zu 20 Millionen Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) für Informationen über Irans Atomprogramm ausgesetzt. Washington stellt möglichen Informanten auch eine Umsiedlung für sie und ihre Familien in Aussicht – ein Angebot, das die Bedeutung der gesuchten Informationen und gleichzeitig die Gefahren für ihre Übermittler betont.

Wo ist Irans angereichertes Uran?

Das US-Außenministerium sucht über sein Programm „Rewards for Justice“ Hinweise auf iranische Atomanlagen, Ausrüstung, beteiligte Wissenschaftler sowie die Verlagerung von Material oder Personal.

Nach den amerikanisch-israelischen Angriffen von 2025 und 2026 ist der tatsächliche Zustand des iranischen Atomprogramms weiterhin unklar. So hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) keinen gesicherten Überblick über den Verbleib der zuletzt vor den Angriffen im Juni 2025 erfassten 440,9 Kilogramm auf bis zu 60 Prozent angereicherten Urans.

Teheran beharrt auf der friedlichen Nutzung seines Atomprogramms. Für die Anreicherung auf 60 Prozent sehen jedoch sowohl europäische Regierungen als auch das unabhängige Friedensforschungsinstitut SIPRI keine glaubwürdige zivile Rechtfertigung.

Hinrichtungen wegen angeblicher Spionage

Seit der militärischen Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA hat das iranische Regime die Verfolgung mutmaßlicher Informanten verschärft. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen, mehrere wegen angeblicher Zusammenarbeit mit dem Mossad hingerichtet.

Darunter war der iranische Atomwissenschaftler Rouzbeh Vadi, den Teheran im August 2025 hinrichten ließ. Ihm wurde vorgeworfen, Informationen über einen später bei israelischen Angriffen getöteten Atomwissenschaftler weitergegeben zu haben. Im Mai 2026 wurde zudem der 29-jährige Ingenieurabsolvent Erfan Shakourzadeh wegen angeblicher Spionage für die amerikanische CIA und den israelischen Mossad hingerichtet. Menschenrechtsorganisationen berichteten, sein Geständnis sei unter Folter erzwungen worden.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die mangelnde Transparenz solcher Verfahren und berichten von erzwungenen Geständnissen. Die Spionagevorwürfe lassen sich häufig nicht unabhängig überprüfen.

Demonstration gegen Hinrichtungen im Iran, aufgenommen im Mai 2023 in Ottawa, Kanada (Archivbild). Foto: Taymaz Valley / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Die Verfolgung dürfte auch die Arbeit ausländischer Geheimdienste erschweren. Trotz der engen Zusammenarbeit zwischen Israel und den USA könnte Washington mit der öffentlichen Belohnung zusätzliche Informanten erreichen, die bislang keinen Kontakt zu westlichen Diensten hatten.

Politische Bedeutung der gesuchten Informationen

Die gesuchten Informationen könnten für Washington auch innenpolitisch wichtig werden. Nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen am 3. November muss US-Präsident Trump ab Januar 2027 mit verstärkter parlamentarischer Kontrolle seiner Iranpolitik rechnen. Angesichts der verbreiteten Ablehnung des Krieges könnten neue Erkenntnisse über Irans Atomprogramm helfen, das militärische Vorgehen zu rechtfertigen.

Parallel dazu vermittelt Katar über eine Vereinbarung, die internationalen Kontrolleuren wieder Zugang zu iranischen Atomanlagen ermöglichen könnte. Eine Einigung steht noch aus.

Titelbild: Der iranische Schwerwasserreaktor bei Arak (Archivbild). Die USA bieten bis zu 20 Millionen Dollar für Informationen über Irans Atomprogramm. Foto: Nanking2012 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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