
Hisbollah baut ihre Drohnenkapazitäten mit Taktiken aus dem Ukraine-Krieg aus – Israel greift Infrastruktur der Terrorgruppe an
JERUSALEM 28.04.2026 (LS) – Die Hisbollah führt wieder tägliche Angriffe auf Israel durch und die israelische Armee (IDF) ist daraufhin am Montag zum ersten Mal seit Wochen bis zu 100 Kilometer tief in das Gebiet der Bekaa-Ebene gegen die Terrorgruppe vorgegangen.
Am Montagvormittag teilte die israelische Armee mit, die Golani-Brigade habe in den letzten Tagen über 50 Einrichtungen der Terrorinfrastruktur zerstört. Dies gelang ihr im Zuge eines Vorstoßes in das Gebiet Adashit al-Kutzir, bei dem unter anderem eine unterirdische Kommandozentrale aufgedeckt wurde. Im Laufe des Montags veröffentlichte das Militär eine weitere Erklärung, in der es hieß, die IDF habe am Montag über 20 Einrichtungen der Terrorinfrastruktur im Bekaa-Tal angegriffen.
Zu den Zielen gehörten Raketenwerfer und Waffenlager der Hisbollah sowie weitere militärische Einrichtungen, teilte das Militär mit.
Drohnen mit Glasfaserkabeln
Die Hisbollah hat im Laufe ihres Krieges mit Israel den Einsatz von Drohnen verstärkt und versucht dabei, neue Drohnentypen einzusetzen und aus anderen Konflikten zu lernen.
Die Terrorgruppe zieht Lehren aus dem Krieg in der Ukraine, wo sowohl Russland als auch die Ukraine massiv in Drohnen investieren und deren Einsatz auf dem Schlachtfeld erheblich ausgeweitet haben.
Der israelische Fernsehsender N12 berichtete: „Die Terrororganisation verfügt über einen Drohnentyp, der über Glasfaserkabel gesteuert wird … Die Drohnen lassen sich aus einer Entfernung von bis zu 15 km steuern und können bis zu 6 kg Sprengstoff transportieren.“ Der Einsatz von Glasfaserkabeln soll verhindern, dass die Drohne gestört werden kann, da sie über eine sehr dünne Leitung mit dem Bediener verbunden ist.
Der Einsatz von Drohnen durch die Hisbollah hat in Israel erneut Aufmerksamkeit erregt, nachdem Unteroffizier Idan Fooks am Sonntag im Südlibanon von einer von Hisbollah-Terroristen abgefeuerten Sprengdrohne getötet wurde, die seine Position traf.
Trauer um gefallenen Soldaten
Hunderte von Menschen begleiteten am Montag Idan Fooks Familie bei der Beerdigung ihres Sohnes. Der 19-jährige Fooks aus Petach Tikva war Soldat des 77. Bataillons der „Saar M’Golan“ (7. Brigade).
Premierminister Benjamin Netanjahu würdigte Fooks mit den Worten: „Unsere Herzen trauern um den gefallenen Soldaten, Unteroffizier Idan Fooks, seligen Angedenkens, der im Kampf im Südlibanon ums Leben gekommen ist. Meine Frau und ich sowie alle Bürger Israels sprechen Idans Familie unser tiefstes, von Herzen kommendes Beileid aus und teilen ihren schweren Verlust. Wir wünschen unseren Soldaten, die bei diesem schweren Vorfall verwundet wurden, eine schnelle und vollständige Genesung. Idan kämpfte mit Tapferkeit und Mut an der Seite seiner Kameraden, um den Bewohnern des Nordens wieder Sicherheit zu bringen, und genau das werden wir auch weiterhin tun. Möge sein Andenken für immer gesegnet und in Ehren gehalten werden.“
Titelbild: Familie und Freunde des israelischen Soldaten Idan Fooks nehmen am 27. April 2026 an seiner Beerdigung auf dem Militärfriedhof in Petach Tikva teil. Er kam während der israelischen Bodenoffensive im Südlibanon ums Leben. Foto: Tal Gal/Flash90