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Denkmal für Terrorist: Netanjahu kritisiert Abbas scharf

JERUSALEM, 20.06.2017 (FJ) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vorgeworfen, die Friedensbemühungen nur vorzutäuschen. Inmitten der Versuche der amerikanischen Regierung, die Friedensverhandlungen wieder aufleben zu lassen, beschuldigt Netanjahu Abbas, die Köpfe von jungen Palästinensern zu „vergiften“.

Grund für die Anschuldigungen ist ein neuer öffentlicher Platz in Jenin, den die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) nach dem „Märtyrer“ Khaled Nazzal benannte. „[Nazzal] ist ein palästinensischer Terrorist, der das Maalot-Massaker 1974 geplant hat, bei dem Terroristen 22 Schulkinder und 4 Erwachsene ermordeten“, so Netanjahu.

„Palestinian Media Watch“ (PMW), ein israelisches Forschungsinstitut, das die palästinensische Autonomie beobachtet, hatte über die Namensgebung berichtet. „Dies ist nur das jüngste Beispiel für die andauernde Verherrlichung von Terroristen durch die PA“, heißt es in dem Bericht. Die PMW fügte hinzu, dass Nazzal als Mitglied der „Demokratischen Front für die Befreiung von Palästina“ 1974 auch eine Entführung in Beit She‘an geplant hatte. Die grausame Tat endete mit der Ermordung von vier Geiseln und einer Schießerei in Jerusalem, bei der eine Person getötet und 47 verletzt wurden.

Netanjahu wirft Abbas Lügen über Friedensbemühungen vor

Erzieht zum Frieden, nicht zum Terror!“

„Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas erzählt der Welt, dass er palästinensische Kinder zum Frieden erzieht. Das ist eine Lüge“, twitterte Netanjahu. Einen weiteren öffentlichen Platz nach einem Massenmörder zu benennen ermutige palästinensische Jugendliche, Israelis zu ermorden. Dann wandte er sich direkt an Abbas: „Hört auf, den Geist der Jugend zu vergiften. Erzieht zum Frieden, nicht zum Terror“, forderte er.

Im Tweet von Netanjahu heißt es auch, dass die Fatah-Partei von Abbas die Verantwortung für den Terrorangriff am Freitag in Jerusalem übernehme, bei dem eine israelische Grenzpolizistin getötet wurde. Die Partei habe das „Haus von einem der Mörder“ mit Fahnen dekoriert. Die Fatah hatte Israel „Kriegsverbrechen“ vorgeworfen, da die drei palästinensischen Attentäter erschossen worden waren. Die Tat der Terroristen wurde hingegen nicht verurteilt.

Der Streit zwischen Netanjahu und Abbas fällt mitten in die Bemühungen der Trump-Regierung um Frieden. Jason Greenblatt, Sonderbeauftragter für internationale Verhandlungen, traf am Montag in Jerusalem ein, um die diplomatischen Prozesse voranzutreiben. Am Mittwoch wird Trumps wichtigster Berater und Schwiegersohn Jared Kushner dazustoßen. Kushner wird noch in dieser Woche sowohl Netanjahu, als auch Abbas treffen, um deren „Prioritäten und mögliche nächste Schritte“ zu besprechen.

 

Foto: PMW & Flash90/Yonatan Sindel

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