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Weltweites Entsetzen über Abbas Aussagen zum Holocaust

JERUSALEM, 03.05.2018 (FJ) – Mahmud Abbas, Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde (PA), hat in einer umstrittenen Rede behauptet, die Juden seien selbst Schuld am Holocaust.
Premierminister Benjamin Netanjahu und andere israelische Politiker zeigten sich entsetzt. Abbas „hat eine weitere antisemitische Rede gehalten“, meinte Netanjahu in einer Erklärung und beschuldigte den Leiter der PA, die „verabscheuenswürdigsten antisemitischen Slogans“ zu wiederholen. Abbas hatte in seiner Rede erklärt, nicht Antisemitismus sondern die Juden selbst hätten den Holocaust verursacht. Und zwar durch ihr „soziales Verhalten“, wie das Verleihen von Geld. „Offenbar bleibt ein Holocaust-Leugner ein Holocaust-Leugner“, stellte Netanjahu klar und spielte mit dieser Bemerkung auf Abbas Dissertation aus dem Jahr 1982 an, in der er Ähnliches behauptet hatte. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Abbas Rede als antisemitisch zu verurteilen.
Abbas: Juden haben keine historische Verbindung zu Israel
Der US-Botschafter in Israel, David Friedman, kritisierte  Abbas scharf. In seinen Augen habe Abbas „ein neues Tief“ erreicht. In einem Tweet fügte Friedman hinzu: „An alle, die glauben, Israel sei der Grund, warum wir keinen Frieden haben: denkt noch einmal nach.“ Laut Jason Greenblatt, dem Abgesandten des US-Präsidenten Donald Trump in der Region, seien Abbas Äußerungen „sehr bedauerlich, sehr bedrückend und furchtbar entmutigend. Auf dieser Grundlage kann kein Frieden aufgebaut werden. “
„Abbas ist von Kopf bis Fuß von Antisemitismus und Rassismus durchtränkt“, behauptet der israelische Bildungsministerin Naftali Bennett. „Er setzt die Tradition seiner Vorgänger fort, des Großmufti [von Jerusalem], der mit Hitler befreundet war, und [des ehemaligen PA-Präsidenten Yasser] Arafat, eines Massenmörders von Juden. Der Frieden wird von der Basis kommen, nicht von einer korrupten und antisemitischen palästinensischen Behörde.“
Abbas ging in seiner Rede – die er als Geschichtsstunde bezeichnete – auf eine Reihe von antisemitischen Verschwörungstheorien ein, die versuchen die 3000 Jahre alte jüdische Verbindung zum Land Israel als falsch darzustellen. Eine davon behauptet, dass die aschkenasischen Juden nicht die Nachkommen der alten Israeliten seien. Laut Abbas hätten die europäischen Juden also „keine historischen Bindungen“ an das Land Israel.

Abbas verkündete weiterhin, er halte an seiner Ablehnung jeglicher US-Vorschläge für einen israelisch-palästinensischen Friedensvertrag fest, nachdem die Trump-Regierung im Dezember Jerusalem als Hauptstadt anerkannt habe und Mitte Mai die US-Botschaft dorthin verlegen will.

 

Bild: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Foto: Пресс-служба Президента России / WikiCommons

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