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4 Siedler und 23 Polizisten bei Auseinandersetzungen verletzt

AMONA/ JERUSALEM, 04.01.19 (FJ) – Am Ort des ehemaligen israelischen Außenpostens Amona, trafen sich am Donnerstagmorgen rund 300 Jugendliche aus der Siedlerbewegung in fest installierten Wohnwägen. Dort kam es zu Auseinandersetzungen mit den israelischen Sicherheitskräften. Nach Angaben der Polizei wurden sieben der jungen Demonstranten festgenommen.

Die Beamte kamen früh am Morgen dort an, um den Erlass des Jerusalemer Bezirksgericht auszuführen, die illegal installierten Wohnwägen zu räumen. Ein Sprecher der Polizei berichtete, dass sie dabei „gewaltsam von den Demonstranten angegriffen wurden. Es wurden Steine sowie Eisenstangen geworfen und auch Reifen verbrannt.“ Die Evakuierung der Jugendlichen dauerte insgesamt drei Stunden. Bei den Zusammenstößen wurden 23 Polizisten von den geworfenen Steinen verletzt. Es soll auch mindestens vier Verletzte unter den Jugendlichen gegeben haben. Die Verwundeten wurden alle umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

MK Lapid: Wer unsere Sicherheitskräfte angreift, der greift unser Land an

Der Vorsitzende der Partei „Yesh Atid“, MK Yair Lapid,  verurteilte das Verhalten der Demonstranten scharf. „Wer unsere Sicherheitskräfte angreift, der greift unser Land an. Wir können nicht zulassen, dass unsere Rechtsstaatlichkeit zusammenbricht“, sagte der Politiker in einer Erklärung.

Die Aktivisten beschuldigten die Polizei, sie gewaltvoll in bereitstehende Busse gezerrt zu haben. Aufnahmen der Szene zeigen, wie die Demonstranten heftig husten, nachdem Beamte Tränengas in einen Wohnwagen gesprüht hatten. Ein Sprecher der Rechtshilfe-Organisation „Honenu“, welche die jugendlichen Angeklagten legal vertritt, fügte hinzu, dass auch Tränengas in einen der Busse gesprüht worden sei. Die Polizei äußerte sich nicht zu diesen Anschuldigungen.

Ort besitzt einen hohen Symbolwert für die Siedlerbewegung

In der Nacht zum 14. Dezember wurden mehrere Wohnwägen auf dem Hügel installiert. Führende Leiter in der Siedlungsbewegung sagten, dass sie das Land legal von den palästinensischen Grundbesitzern erworben hätten. Dieser Schritt sei Teil ihrer Bemühungen, die Präsenz Israels im sogenannten Westjordanland wieder zu festigen, vor Allem nach den jüngsten Angriffen auf Israelis. Die IDF hatte den Hügel jedoch nach der Räumung Amonas vor zwei Jahren zu einer geschlossenen Militärzone erklärt. Der Ort besitzt einen hohen Symbolwert für die Siedlerbewegung, da er bereits in der Bibel im Buch Josua erwähnt wird.

Foto: Israelische Sicherheitskräfte evakuieren Menschen aus Netiv HaAvot am 12 Juni 2018. Quelle: Yonatan Sindel/Flash90

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