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Israelfeindliche Likes von deutschen Diplomaten in Ramallah

RAMALLAH / JERUSALEM / BERLIN, 31.07.2019 (TM) – Wie antisemitisch und antiisraelisch eingestellt ist die deutsche Vertretung bei den Palästinensern in Ramallah? Diese Frage stellt sich, nachdem über den offiziellen Twitter-Account der deutschen Diplomaten israelfeindliche und antisemitische Inhalte mit „Gefällt mir“ markiert wurden. Das Auswärtige Amt in Berlin hat nun disziplinarische Konsequenzen angekündigt. Wie diese konkret aussehen, wurde nicht mitgeteilt.

Betroffen ist offenbar auch der Leiter des Vertretungsbüros, der Top-Diplomat Christian Clages (64). Clages war bereits kurz nach seinem Amtsantritt im August 2018 negativ aufgefallen. Auf seiner Homepage schrieb er damals: „Ich freue mich, die Bundesregierung in den kommenden Jahren in Palästina zu vertreten.“ Da es bislang keinen Staat Palästina gibt und dieser von der Bundesrepublik nicht anerkannt worden ist, blieb die Frage offen, was Clages mit „Palästina“ meint. Die Aussage des Gesandten steht bis heute unverändert auf der Webseite (https://ramallah.diplo.de).

Angriff auf Soldaten gelobt

Der jüngste Vorfall soll nun Konsequenzen haben. Denn die deutsche Vertretung in Ramallah hat offenbar über Monate hinweg israelfeindliche Propaganda mit „Gefällt mir“ markiert. Darunter war unter anderem ein Video, das einen zweiminütigen Mob-Angriff auf israelische Soldaten lobt, sowie ein Artikel, der die Arbeit der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem mit der Geschichtsdarstellung in totalitären Staaten vergleicht. Die Bild-Zeitung hatte das öffentlich gemacht. Auch ein Austausch zwischen dem US-Neonazi David Duke und einem anderen Nutzer über ein angebliches jüdisches Massaker ist von der deutschen Vertretung im Westjordanland mit einem „Gefällt mir“ versehen worden.

Zehn Personen hatten Zugang

Von welcher Person die umstrittenen Likes stammen, ist unklar. Offenbar hatten zehn Personen Zugang zu dem Account. Das Auswärtige Amt in Berlin hat den Vorfall verurteilt und darauf hingewiesen, dass die Likes nicht die offizielle Haltung der Bundesregierung wiedergeben. Die Vertretung in Ramallah musste sich auf ihren Social-Media-Kanälen offiziell entschuldigen. Über den Twitter-Account, den ein Foto von Christian Clages ziert, wurde (im Original in englischer Sprache) gemeldet: „Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass eine Reihe von antisemitischen Nachrichten über diesen Account geliked wurden. Wir lehnen solche Botschaften nachdrücklich ab. Wir entschuldigen uns aufrichtig und werden sicherstellen, dass sich dieses Fehlverhalten in Zukunft nicht wiederholt.“

Bild: Der Twitter-Account der deutschen Vertretung in Ramallah mit der Entschuldigung. Quelle: Screenshot

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