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„CleanCoin“: Die App für den Kampf gegen Umweltverschmutzung

JERUSALEM, 19.10.2021 (DK) – Egal wo man hinsieht in Israels Städten, findet man Zigarettenstummel, Plastiktüten und Verpackungen verstreut herumliegen. Selbst in Parks oder in der Natur sind kleine Müllhalden keine Seltenheit. Ein israelisches Start-Up Unternehmen will die Bürger des kleinen Landes nun ermutigen besser auf ihre Umwelt acht zu geben. Anstatt auf die Straße zu gehen, um sich bei Demonstrationen für den Klimaschutz einzusetzen, sind die Benutzer von „CleanCoin“ dazu aufgefordert sich mit Müllsäcken und Handschuhen auszustatten, bevor sie aus dem Haus gehen. Der Müll wird fotografiert, auf der App hochgeladen und schließlich entsorgt. Um das Müllsammeln für die Nutzer attraktiver zu machen, kann man Punkte sammeln und bei aktiver Mitarbeit sogar Preise gewinnen. 

Müllsammeln und Preise gewinnen 

Um mehr Menschen für den Umweltschutz zu begeistern, haben sich die Erfinder der Anwendung ein geniales Tauschgeschäft ausgedacht. Große Firmen unterstützen das Projekt, indem sie kleine Preise, wie etwa Kleidung oder andere Ware an „CleanCoin“ spenden. Wer fleißig Punkte gesammelt hat, kann dann für sein Engagement belohnt werden. „Die Belohnungen sind wirklich lohnenswert“, erklärte Gal Lahat, der 21-jährige Mitbegründer des Unternehmens. „Für einen Müllsack kommen etwa 10 Schekel heraus, dessen Füllen etwa zwei Minuten dauern kann. Wir bieten einige virtuelle Belohnungen an, wie ein Upgrade auf der App. Aber wir bieten auch tolle physische Preise, wie eine kostenlose Übernachtung im Abraham Hostel oder kostenlose Kleidung von Billabong.“

Dem neunköpfigen Mitarbeiterstab von „CleanCoin“ geht es aber vor Allem darum, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. „Ich wusste, dass ich ein Unternehmen gründen wollte, das Gutes tun würde und ich hatte viele Ideen“, so Lahat. „Ich reise viel und fühle mich der Natur sehr verbunden. Es ist herzzerreißend, wenn man an einem schönen Ort auf einen großen Müllhaufen trifft oder einen Fisch in Plastiktüten gefangen sieht. Ich hatte eine Idee, von der ich dachte, dass sie einfach umzusetzen ist und eine wirklich große Wirkung hat.“ Wirkung zeigt das Projekt tatsächlich bereits. Obwohl die Anwendung erst vor fünf Wochen verfügbar gemacht wurde, haben sich bereits 18.000 Israelis angemeldet. 

Umweltschutz und Klimawandel werden in Politik heiß diskutiert 

Die neue App kommt zu einer Zeit, da Umweltschutz und Klimakrise in Israel neu in Angriff genommen werden. Umweltministerin Tamar Zandberg will den Klima-Notstand im Land ausrufen. Ein neuer Gesetzentwurf soll alle öffentlichen Institutionen dazu verpflichten, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, Überwachungs- und Berichterstattungssysteme einzurichten und sich auf Klimanotfälle vorzubereiten. Obwohl der Nahe Osten zu einer der am stärksten betroffenen Regionen des Klimawandels zählt, hat sich Israel bislang vergleichsweise wenig Ziele für die Zukunft gesetzt. Unter der neuen Regierung soll sich dies jedoch ändern. 

Bild: Herumliegender Müll in der ultraorthodoxen Nachbarschaft Mea Sharim in Jerusalem im März 2021. Quelle: Yonatan Sindel/Flash90

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