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Yom Haatzmaut 2024 – ein Unabhängigkeitstag im Schatten des Krieges

JERUSALEM 14.05.2024 (LS) – Yom Haatzmaut, der israelische Unabhängigkeitstag, ist ein freudiges Fest, das jedes Jahr Ende April oder Anfang Mai gefeiert wird – abhängig vom Datum des hebräischen Kalenders, dem 5. Ijar, an dem David Ben Gurion 1948 den jüdischen Staat proklamierte.

Dieses Jahr begann der Yom Haatzmaut am gestrigen Montagabend, dem 13. Mai, und wird am heutigen Dienstagabend, dem 14. Mai, enden und Israels 76. Geburtstag feiern.

Im ganzen Land finden Veranstaltungen und Festlichkeiten statt, die die Menschen sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene vereinen. Von den großen Städten bis hin zu kleinen Dörfern und Kibbuzim nimmt fast jeder Winkel Israels an den Feierlichkeiten teil, was die große Bedeutung und Einheit der Nation an diesem Festtag unterstreicht.

Traditionen des Tages

Am Yom Haatzmaut wird in ganz Israel mit Paraden und verschiedenen Veranstaltungen gefeiert, darunter normalerweise auch spektakuläre Überflüge der israelischen Luftwaffe. Die Flugshows sowie die sonst zahlreichen Feuerwerke wurden aufgrund der Kriegssitutation für dieses Jahr jedoch abgesagt.

Im Mittelpunkt stehen auch der berühmte Internationale Bibelwettbewerb “Chidon Hatanach” und die Verleihung des Israel-Preises. Der Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes, wird jedes Jahr in Anwesenheit von Würdenträgern wie dem Präsidenten und dem Premierminister Israels an etwa 10-15 Personen verliehen.

Yom Haatzmaut wird als Tag des familiären Miteinanders geschätzt und lockt die Israelis in die Nationalparks, auf Wanderwege und an Aussichtspunkte für fröhliche Grillabende und Picknicks. Da es kein religiöser Feiertag ist, können auch die religiösen Juden an den allgemeinen Feierlichkeiten teilnehmen, anstatt in der Synagoge und beim Festmahl zu Hause zu sitzen. Man sollte jedoch schon früh seinen Platz in einem Park reservieren, denn bereits gegen Mittag sind die Grünflächen mit grillenden Familien bedeckt.

Feiern während des Krieges

In diesem Jahr hängt der Schatten des Kriegs über diesem ansonsten fröhlichen Tag. Das Volk denkt an die Geiseln, die immer noch Gazastreifen gefangen gehalten werden und die Soldaten, die im Norden, Osten (in Judäa und Samaria gibt es ebenfalls tägliche Gefechte) und Süden ihr Leben riskieren.

Der Krieg in Gaza, aber auch der Antisemitismus, der zurzeit über die Welt zieht, erinnern das Volk Israel jedoch auch daran, wie wichtig ihr Land ist. Die Schrecken unserer Zeit werden durch den Staat Israel gedämpft, denn vor nur 76 Jahren hatten die Juden keine Zuflucht vor ähnlichen Pogromen.

In diesem Sinne wird dieses Jahr am Yom Haatzmaut zwar weniger ausgelassen, aber vielleicht mit größerer nüchterner Dankbarkeit für die Existenz und Stärke Israels gefeiert, das sich wieder einmal vor einer existenziellen Bedrohung sieht.

Titelbild: Grillen im Park gehört zu den Traditionen des Yom Haatzmaut. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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