
Transportpanzer explodiert: Acht israelische Soldaten im Gazastreifen getötet
JERUSALEM, 15.06.2024 (TM) – Acht israelische Soldaten wurden getötet, als heute früh ein gepanzerter Mannschaftswagen in Rafah im südlichen Gazastreifen explodierte. Das haben die Streitkräfte (IDF) am Samstagabend mitgeteilt.
Nur einer der Soldaten ist bisher namentlich bekannt: Wassem Mahmoud (23), stellvertretender Kompaniechef des 601. Bataillons des Combat Engineering Corps aus Beit Jann. Die Angehörigen der anderen sieben Soldaten wurden informiert, ihre Namen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Cpt. Wassem Mahmoud (23) starb bei der Explosion des Transportpanzers im Gazastreifen. Foto: IDF
Die Soldaten waren gegen 5 Uhr morgens in einem Konvoi unterwegs, nachdem sie in der Nacht eine Offensive gegen die Hamas im Nordwesten des Tel Sultan-Viertels in Rafah durchgeführt hatten. Dabei haben Truppen der 401. Panzerbrigade nach Armee-Angaben etwa 50 Bewaffnete getötet.
Schwere Explosion – Ursache unklar
Unterwegs ereignete sich eine starke Explosion, die den Transportpanzer in Brand setzte. Es ist noch unklar, ob der Sprengsatz an Ort und Stelle versteckt war oder von Hamas-Kämpfern unbemerkt an dem Fahrzeug angebracht worden war. Möglicherweise löste die Explosion Sekundärexplosionen durch den im Panzer mitgeführten Sprengstoff aus. Das Fahrzeug brannte über einen längeren Zeitraum, so dass es für die Rettungskräfte nicht zugänglich war. Später wurde es an einen sicheren Ort geschleppt. Die Armee setzte Drohnen ein, um das Gebiet nach Terroristen abzusuchen, aber es wurden keine gefunden.
Bei dem Vorfall fielen keine Schüsse, und das Fahrzeug stand nicht still, als die Explosion stattfand, so die Untersuchung.
Mit dem Tod der acht Soldaten steigt die Zahl der getöteten Armeeangehörigen bei der Bodenoffensive gegen die Hamas und der Operationen an der Grenze zum Gazastreifen auf 307.
Drusendorf trauert
In Beit Jann, der Heimat von Wassem Mahmoud, hat sein Tod Trauer und Bestürzung ausgelöst. Das Drusendorf mit rund 12.000 Einwohnern liegt im Nordbezirk, unweit der libanesischen Grenze. Bürgermeister Nazih Dabbour sagte alle für Samstag und die nächsten zwei Tage geplanten Veranstaltungen zum muslimischen Opferfest Eid al-Adha ab. Über Wassem Mahmoud schrieb er, er sei ein besonderer, tatkräftiger und mutiger Kämpfer gewesen, der überall Spuren hinterlassen habe.
Update:

Die Armee hat die Namen von weiteren Soldaten veröffentlicht, die bei der Explosion des Transportpanzers am Samstag ums Leben kamen: Eliyahu Moshe Zimbalist (21) aus Beit Shemesh; Itay Amar (19) aus Kochav Yair; Stanislav Kostarev (21) aus Ashdod; Or Blumovitz (20) aus Pardes Hanna-Karkur; Oz Yeshaya Gruber (20 aus Tal Menashe. Die Namen der beiden letzten Soldaten sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Die Armee meldete zudem den Tod von zwei Reservisten, die am Wochenende bei Kämpfen im nördlichen Gazastreifen getötet wurden: Eitan Koplovich (28) aus Jerusalem und Elon Weiss (49) aus Psagot. Fotos: IDF
Titelbild: Ein „Namer“-Transportpanzer der israelischen Armee. Ein Fahrzeug dieses Typs ist heute morgen explodiert und ausgebrannt. Foto: Ofer Zidon / Flash 90