zurück zu Aktuelles

Tödlicher Raketenbeschuss: Sieben Menschen sterben bei Erntearbeiten im Norden Israels

JERUSALEM, 31.10.2024 (TM) – Sieben Menschen sind heute bei Raketenangriffen der Hisbollah in Nordisrael getötet worden. Alle waren Zivilisten, die mit Erntearbeiten beschäftigt waren.

Nach Angaben der Behörden starben fünf Menschen, die in einer Apfelplantage in der Nähe der Grenzstadt Metula beschäftigt waren. Sie wurden am späten Donnerstagmorgen von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete getroffen. Es handelt sich um den Farmer Omer Weinstein (47) aus dem Kibbutz Dafna. Er hinterlässt eine Frau und vier Kinder. Die anderen Toten waren ausländische Erntehelfer. Die israelischen Streitkräfte bestätigten in einer kurzen Erklärung, dass zwei Raketen aus dem Libanon auf das Gebiet von Metula abgefeuert worden seien. Wie es hieß, würden die Einzelheiten des Vorfalls noch untersucht. Landwirtschaftliche Flächen gelten meist als unbewohntes Gebiet, in dem anfliegende Raketen aus Kostengründen nicht abgefangen werden.

Zwei Tote in Olivenhain

Einige Stunden später wurden zwei weitere Menschen in einem Olivenhain außerhalb des Haifaer Vororts Kiryat Ata getötet, als die Hisbollah nach Angaben der Behörden Dutzende von Raketen auf das Gebiet abfeuerte. Die beiden, eine Frau in den 60ern und ein Mann in den 30ern, erlitten nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom tödliche Verletzungen durch herabfallende Trümmerteile. Hebräischen Medienberichten zufolge handelte es sich um Mina und Carmi Hasson, eine Mutter und ihren Sohn, die bei der Olivenernte waren. Rettungskräfte fanden die beiden auf einem Feld in der Nähe der Gilam-Kreuzung, zusammen mit einem Mann in den 70ern, der mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Busse und Autos an der belebten Kreuzung wurden von Splittern getroffen, aber es wurden keine weiteren schweren Verletzungen gemeldet. Allerdings erlitten Passanten Panikattacken. Nach Angaben der Armee feuerte die Hisbollah bei dem Angriff etwa 25 Raketen auf die Region Haifa und andere Teile des Nordens ab.

Sanitäter des Rettungsdienstes Magen David Adom (MDA) behandeln einen Verwundeten, der von einem Schrapnell einer abgefangenen Hisbollah-Rakete im Norden Israels getroffen wurde. Foto: MDA

Es war der tödlichste Tag im Norden Israels seit dem Raketenangriff der Hisbollah am 27. Juli, bei dem zwölf Kinder auf einem Fußballplatz in der drusischen Stadt Majdal Shams getötet wurden.

Die Hisbollah feuerte am Nachmittag noch weitere Raketensalven auf Nordisrael ab, es gab wiederholt Luftalarm. Eine der Raketen traf einen Stützpunkt der UN-Friedenstruppen. Die dort stationierten irischen Blauhelmsoldaten kamen mit dem Schrecken davon.

Luftwaffe bombardiert Ziele im Libanon

Im Libanon warnte die israelische Armee den zweiten Tag in Folge die Bewohner der Stadt Baalbek und der umliegenden Vororte vor Luftangriffen auf Hisbollah-Einrichtungen: „Sie befinden sich in einer Kampfzone, in der die israelische Armee beabsichtigt, die Infrastruktur, Anlagen, Einrichtungen und Waffen der Hisbollah anzugreifen und ins Visier zu nehmen, und nicht beabsichtigt, Ihnen zu schaden“, sagte Armeesprecher Avichay Adraee auf X in arabischer Sprache und fügte eine Karte der Gebiete bei, die angegriffen werden sollen.

Laut Medienberichten hat Israel heute auch Ziele in Syrien und im Gazastreifen attackiert. Dabei gab es angeblich mehrere Dutzend Tote. Wie die Armee mitteilte, wurde der Kommandeur einer Panzerabwehrraketeneinheit der Hisbollah bei einem der Luftangriffe getötet.

Die anhaltende Feuergefechte zwischen Israel und der Terrorgruppe im Libanon ereignete sich zu einem Zeitpunkt, als sich die hochrangigen US-Gesandten Amos Hochstein und Brett McGurk zu Gesprächen mit Premierminister Benjamin Netanjahu in Israel aufhielten. Sie berieten über eine mögliche Einigung zur Beendigung der Kämpfe im Libanon und zur Sicherung der Nordgrenzen Israels. Damit würde Zehntausenden von geflüchteten Israelis und Libanesen die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht.

Titelbild: Ersthelfer bringen eine Frau nach einem Raketenangriff aus dem Libanon in der Nähe von Kiryat Ata im nordisraelischen Bezirk Haifa in einen Rettungswagen. Foto: Ahmad Gharabli / AFP

Weitere News aus dem Heiligen Land