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Gaza-Katastrophe: Bewohner des Gazastreifens wüten gegen Hamas – doch Israel trage Mitschuld

JERUSALEM, 17.11.2024 (NH) – Immer mehr Bewohner des Gazastreifens wehren sich gegen das Terrorregime der Hamas. Obwohl die Zivilbevölkerung in der Enklave die Terrororganisation für das Chaos und die schwierige Situation verantwortlich macht, bleibt der „Hauptschuldige“ für die Gaza-Katastrophe die „israelische Besatzung“. Während viele Bewohner Gazas ihrem Ärger in sozialen Netzwerken Luft machen, äußern sich ehemalige Arbeiter, die früher in Israel tätig waren, öffentlich vor den Kameras der amerikanischen Nachrichtenagentur The Media Line: „Sie haben uns 200 Jahre zurückgeworfen.“

Wut in den sozialen Medien

Der Gazastreifen erlebt die schlimmste humanitäre Krise seit Jahrzehnten. Ganze Stadtteile der Enklave sind zerstört, ein Großteil der Infrastruktur liegt in Trümmern. Der Krieg zwischen der Hamas und Israel hat Zehntausende zur Flucht gezwungen, die nun in provisorischen Unterkünften leben müssen.

Viele Bewohner des Gazastreifens sehen in der Terrorregierung die Verantwortlichen. Mit dem beginnenden Zerfall der Hamas melden sich immer mehr Gazabewohner in den sozialen Medien zu Wort. Einige Palästinenser behaupten, die Hamas habe eine harte Reaktion Israels auf das grausame Massaker vom 7. Oktober erwartet, aber „weder Nahrung, Wasser noch Unterkünfte zur Verfügung gestellt, um der palästinensischen Bevölkerung zu helfen, die Bodenoffensive der israelischen Armee zu überleben“. Die Einwohner von Gaza sind der Ansicht, die Terrororganisation wolle einen permanenten Kriegszustand mit Israel aufrechterhalten, um die „palästinensische Sache“ auf der internationalen Tagesordnung zu halten. Die Medienschlacht schade dem jüdischen Staat zwar immens, werde aber auf dem Rücken der palästinensischen Zivilbevölkerung ausgetragen.

Kritik an Hamas wächst

Die Wut in Gaza richtet sich auch gegen hochrangige Hamas-Vertreter, die im Ausland leben, aber dennoch behaupten, im Namen ihrer Bürger zu sprechen und mehr „Standhaftigkeit“ fordern. Der Fatah-Funktionär Raed al-Qalani lässt in einem Interview mit der amerikanischen New York Times durchblicken, die Hamas handele nur im eigenen Interesse: „Es gibt keine Hoffnung auf ein Ende, und die Hamas ist nicht bereit nachzugeben“. Eine andere Gaza-Bewohnerin, die sich derzeit im Ausland aufhält, erklärte unter der Bedingung der Anonymität, ihre Familie und Freunde in der Enklave unterstützten die Vernichtung der Hamas durch das israelische Militär. Sie fügte hinzu, die Bevölkerung hätte von der Terrororganisation erwartet, das Leid ihrer Bürger über ihr eigenes zu stellen: „Die Hamas hätte kapitulieren und uns vor all dem Leid retten können.“

Bereits im März hatte der Fotojournalist Motaz Aziza mit einem Post auf sozialen Plattformen für Aufsehen gesorgt, als er die Hamas scharf kritisierte. „Wenn sie der Hungertod ihres Volkes nicht interessiert, dann interessiert sie auch unser Tod nicht. Verdammt seien alle, die mit unserem Blut gehandelt, unsere Herzen und Häuser verbrannt und unsere Leben zerstört haben“, so der Reporter.

Zivilisten als Geiseln: Palästinenser zwischen Haustrümmern in der Stadt Khan Yunis. Hätte sich die herrschende Terrororganisation ergeben, wäre den Bewohnern viel Leid erspart geblieben. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Das Ergebnis schlechter Islamisten an der Macht

Was viele Einwohner nur in den sozialen Medien veröffentlichen, erzählen einige Arbeiter nun direkt vor laufender Kamera der amerikanischen Nachrichtenagentur The Media Line. Mutig berichten die Bau- und Landwirtschaftsarbeiter, wie die grenzüberschreitende Arbeit in Israel vor Ausbruch des Krieges eine wirtschaftliche Lebensader für Tausende Palästinenser in Gaza war.

Riad, einer der Interviewpartner, verurteilt die Hamas scharf: „Sie haben den Krieg am 7. Oktober begonnen. Hätten sie ihn nicht ausgelöst, wäre nichts passiert.“ Ein Geschäftsmann, dessen Identität aus Sicherheitsgründen geheim gehalten wird, berichtet: „Die Zeit vor dem Krieg war ein Symbol für guten Austausch und Zusammenhalt zwischen beiden Seiten (Gaza und Israel). Ich hatte große Hoffnungen für die Zukunft und dass es so weitergehen würde. Der 7. Oktober hat all unsere Träume und unsere Kommunikation auf beiden Seiten zerstört. Wir geben sowohl Israel als auch der Hamas die Schuld. Sie müssen den Krieg sofort beenden“, so der anonyme Befragte.

Bis zum 7. Oktober 2023 hatten 18.500 Palästinenser ein Visum, um nach Israel einzureisen und dort zu arbeiten. Eine Erhöhung auf 20.000 Arbeitserlaubnisse war zu diesem Zeitpunkt geplant. Alle Dokumente wurden drei Tage nach dem Hamas-Massaker in Israel annulliert.

Titelbild: Kämpfer der Izz ad-Din al-Qassam-Brigaden in Rafah im südlichen Gazastreifen. Die Kritik an der herrschenden Terrororganisation wächst. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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