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Anklageschrift gegen Terroristen des Jaffa-Terroranschlags – neue Details des Angriffs vom 1. Oktober, der 7 Todesopfer forderte

JERUSALEM 18.11.2024 (LS) – Gegen den 25-jährigen Ahmad H. aus Hebron ist am Sonntag Anklage erhoben worden. Er war an dem tödlichen Anschlag auf die Jaffa-Stadtbahnstation am 1. Oktober beteiligt, bei dem sieben Menschen getötet und elf verletzt wurden.

Muhammad M., ein weiterer Terrorist, wurde noch am Tatort getötet. In der Anklageschrift heißt es, Ahmad H. habe mit einem Messer auf Fahrgäste und Umstehende eingestochen, während Muhammad M. das Feuer mit einem M-16-Sturmgewehr eröffnet habe.

Der Anschlag am 1. Oktober

Ahmad H. und Muhammad M. hatten einen Rucksack mit hebräischer Aufschrift bei sich, in dem sich die zerlegte Waffe und die Magazine befanden, sowie eine kleine, am Gürtel befestigte Tasche mit zwei Messern und Patronen für das Sturmgewehr, als sie das Bloomfield-Stadion erreichten.

Da das Spiel wegen des erwarteten Angriffs des Iran abgesagt wurde, machten sich die zwei Terroristen auf den Weg nach Jaffa. In der Anklageschrift heißt es, die Terroristen seien gegen 17:30 Uhr in der Hever HaLeumim-Straße eingetroffen und hielten sich kurz in einer Garage auf. Während dieser Zeit schrieb Ahmad H. auf seinem Mobiltelefon ein Testament, in der Annahme, er werde bei dem Anschlag sterben.

Gegen 18.30 Uhr verließen die Terroristen die Garage mit ihren Taschen und gingen in Richtung Jerusalem Boulevard, wo sie eine Moschee betraten und beteten. Nach Beendigung des Gebets bauten sie die Waffe im Reinigungsraum der Moschee zusammen und nahmen die Messer aus dem Beutel. Muhammad M. stellte sich an den Eingang der Gebetshalle der Moschee, Ahmad H. neben ihm, und rief den Gläubigen zu, sie sollten die Moschee nicht verlassen, sonst würden sie verletzt.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen die beiden Täter in Jaffa. Foto: Screenshot / X

Kurz danach, gegen 19.00 Uhr, bemerkten die Terroristen die Stadtbahn, die in den Boulevard einfuhr, und rannten vom Eingang der Moschee zum Bahnsteig – Muhammad M. mit der Waffe und Ahmad H. mit dem Messer. Als der Zug am Bahnsteig anhielt, begann Muhammad M. auf Dutzende von Menschen zu schießen, zunächst auf dem Bahnsteig und dann in einem der Waggons, während Ahmad H. gleichzeitig auf einige der Opfer einstach.

„Die Terroristen handelten mit besonderer Grausamkeit, da der Ort voller Menschen war, darunter ältere Menschen, Frauen und Kinder (einige Kleinkinder)“, heißt es in der Anklageschrift, “trotz der Schreie der Minderjährigen, die die schweren Verletzungen sahen, die ihrer Mutter durch die Schüsse zugefügt wurden, als sie sie während der Schießerei beschützte.“

Passanten schalten die Angreifer aus

Während des Schießangriffs klemmte das Gewehr, und die Terroristen begaben sich in einen Friseursalon auf der Straße, wo Muhammad M. das Gewehr reinigte. Danach kehrten Beide zur Stadtbahn zurück, die sich vom Bahnsteig aus in Bewegung setzte, und Muhammad M. schoss durch die Fenster in die Bahn.

Anschließend bemerkten die beiden Terroristen einen Mann auf einem Elektroroller und forderten ihn auf, sich als Jude oder Araber auszuweisen. Als er nicht antwortete, versuchte Ahmad H., ihn zu ermorden und stach ihm zweimal in den Rücken und in die Taille. In der Anklageschrift wird betont, der Terrorist habe das Opfer aufgrund seiner jüdischen Abstammung angegriffen. Der Mann schaffte es, zu fliehen.

Zu diesem Zeitpunkt wurden sie von einem bewaffneten Passanten bemerkt, und laut Anklage versuchte Ahmad H., auch ihn zu erstechen, doch dieser schaffte es, auf den Terroristen zu schießen und ihn auszuschalten, während andere den zweiten Angreifer eliminierten.

Die sieben Opfer des Terroranschlags in Jaffa. Foto: privat

Die beiden Terroristen hatten den Angriff zunächst mit zwei weiteren Männern als Gruppe ausführen wollen. Alle Vier hatten zuvor den „Jenin-Brigaden“ in Judaä und Samaria beitreten wollen, um von ihnen Waffen und Anleitungen für einen Terroranschlag zu erhalten, wurden aber zum damaligen Zeitpunkt wegen des „hohen militärischen Drucks“ der IDF in dem Gebiet abgelehnt.

Nachdem sie lediglich ein M-16 Maschinengewehr beschaffen konnten, weigerten sich zwei der Männer, nur mit Messern bewaffnet an dem Anschlag teilzunehmen.

Titelbild: Der Schauplatz des tödlichen Terroranschlags in Jaffa. Foto: Dor Pazuelo/Flash90

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