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Vereinte Nationen setzen Hamas wegen sexualisierter Gewalt auf schwarze Liste

JERUSALEM, 15.08.2025 (BF) – Die Vereinten Nationen (UN) haben die Hamas offiziell in ihren Jahresbericht zur sexualisierten Gewalt in Konflikten aufgenommen. Der Schritt basiert auf Belegen, dass die Angriffe am 7. Oktober systematische sexuelle Gewalt als Kriegswaffe beinhalteten – darunter Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, Genitalverstümmelungen und Missbrauch von Geiseln. Erstmals erscheint Hamas somit auf der Schwarzen Liste solcher Tätergruppen. 

Der Schritt folgt auf Monate der Dokumentation: Überlebende berichten von gezielter sexualisierter Gewalt an sechs Orten, darunter das Nova-Musikfestival, Militärstützpunkte und Kibbutzim, sowie gegen Geiseln in Gefangenschaft. Grundlage für die UN-Entscheidung war auch der Bericht des Dinah-Projekts, der diese Taten als bewusstes Kriegsinstrument analysiert. 

UN setzt Israel auf Warnliste – Guterres zeigt Voreingenommenheit

Parallel zur Aufnahme von Hamas in die Schwarze Liste nutzte Generalsekretär António Guterres den Bericht, um auch Israel erneut unter Vorbehalt zu stellen. Er erklärte, Israel könnte künftig auf die Liste der Länder gesetzt werden, die sexualisierte Gewalt nutzen.

Israels UN-Botschafter Danny Danon wies diese Vorwürfe als „haltlos und voreingenommen“ zurück. Guterres habe damit nicht nur den Fokus verwässert, sondern auch den Eindruck einer moralischen Gleichsetzung geschaffen. Statt Israel ohne belastbare Beweise öffentlich an den Pranger zu stellen, so Danon, müsse die Aufmerksamkeit der Vereinten Nationen den erwiesenen Kriegsverbrechen der Hamas und der Freilassung aller Geiseln gelten.

Tragweite und politische Dimension

Das UN-Blacklisting von Hamas ist ein symbolischer, aber diplomatisch bedeutender Schritt für die klare Benennung sexueller Gewalt als Kriegsinstrument. Wer auf der Liste steht, unterliegt künftig stärkeren internationalen Reaktionen.

Zugleich bleibt die Warnung an Israel heikel: Jerusalem betont, dass solche Aufzählungen den Fokus verwässern könnten. Denn die internationale Kritik an den Taten von Hamas müsse klar im Zentrum stehen – ohne parallel moralische Gleichsetzungen zu riskieren.

Debatte am UN-Tisch?

Am 19. August lädt die UN zu einer Sonderdebatte über sexualisierte Gewalt in Konflikten.

Israel wird zu Recht mit Nachdruck auf einer klaren Unterscheidung zwischen nachgewiesenen Verbrechen und politisch motivierter Kritik bestehen. Angesichts der dokumentierten Gewalt wirken die Anschuldigungen gegen Israel ohne Belege oder hinreichende Hinweise nicht nur lächerlich, sondern geradezu konstruiert.

Berichten zufolge hält Hamas derzeit noch rund 50 Geiseln gefangen. Immerhin forderte Guterres ihre sofortige und menschenwürdige Freilassung sowie humane Behandlung – verbunden mit humanitärem Zugang bis zur Befreiung. 

Ein Schritt, der schon vor langer Zeit hätte erfolgen müssen. In Israel hatten Opferverbände, NGOs und Politiker seit Monaten gefordert, dass die UN die von Hamas begangene sexualisierte Gewalt klar benennen und die Organisation offiziell auf die Schwarze Liste setzen. Dass dieser Schritt erst jetzt kommt, verstärkt bei vielen den Eindruck, dass politische Rücksichtnahmen die Entscheidung verzögert haben.

Titelbild: Demonstrantinnen protestieren vor dem UN-Hauptquartier in New York gegen die Verbrechen und die sexuelle Gewalt beim Hamas-Massaker am 7. Oktober. Es dauerte fast zwei Jahre, bis die UN offiziell reagierten. Foto: Yakov Binyamin/Flash90

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