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Angeblich nur Abschreckung: Iran droht mit neuen, leistungsstärkeren Raketen

JERUSALEM, 21.08.2025 (BF) – Iran hat offiziell mitgeteilt, eine neue Generation leistungsfähiger Raketen entwickelt zu haben. Die Erklärung richtet sich vor allem gegen Israel. Sie fällt in eine Phase erhöhter Spannungen im Nahen Osten.

Am Mittwoch erklärte Irans Verteidigungsminister Aziz Nassirzadeh laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, dass die während des 12-tägigen Krieges eingesetzten Raketen bereits einige Jahre alt seien. Heute verfüge man über modernere Raketen mit deutlich besseren Fähigkeiten. Er betonte, dass Iran sie ohne Zögern einsetzen werde, falls Israel erneut einen Angriff wage. Israel hatte am 13. Juni den Iran angegriffen und landesweit Ziele bombardiert. Als Begründung führte die Regierung die Bedrohung durch Irans umstrittenes Atomprogramm an. Im Iran wurden offiziellen Angaben zufolge mehr als 900 Menschen getötet, die tatsächliche Zahl dürfte höher sein.

Ein ranghoher Berater der Revolutionsgarden erklärte nun, es gebe keinen echten Waffenstillstand. Vielmehr befinde man sich in einem Stadium des Krieges, der jederzeit wieder aufflammen könne.

Technologischer Fortschritt in Sicht

In Iran werden seit einiger Zeit neue ballistische Systeme wie die Qassem Bassir genannt. Diese Rakete gilt als verbesserte Version der Haj Qasem, mit einer Reichweite von rund 1.200 Kilometern und moderner Zielverfolgung über Infrarot-Tracking. Sie soll schwerer abzufangen sein und eine höhere Treffsicherheit aufweisen. Hinzu kommt das Programm Fattah-1, das teils als Hyperschallrakete beschrieben wird. Teheran behauptet, sie sei in der Lage, Luftabwehrsysteme zu umgehen, doch westliche Experten zweifeln an der tatsächlichen Einsatzfähigkeit.

Rückblick auf den 12-Tage-Krieg

Nassirzadeh verwies auf die iranische Antwort auf den israelischen Angriff im Juni. Teheran reagierte mit einer massiven Raketen- und Drohnenoffensive. Laut iranischen Angaben hätten 90 Prozent der Geschosse ihr Ziel präzise erreicht. Unabhängige Berichte aus Israel zeigen jedoch ein anderes Bild. Demnach wurden 86 Prozent der iranischen Raketen abgefangen. Dennoch: Neben militärischen Einrichtungen wurden auch Wohnhäuser, Universitäten und ein Krankenhaus getroffen. Insgesamt starben mehr als 30 Menschen, über 3000 wurden verletzt.

Die israelische Luftabwehr im Einsatz über Tel Aviv, während der Iran ballistische Raketen abfeuert (15. Juni 2025). Foto: Matanya Tausig/Flash90

Das Mullah-Regime stellt die neue Raketengeneration als Beleg für technologische Stärke dar und zugleich als Warnung an Israel und die USA. Offiziell betont Teheran, man wolle keine weitere Eskalation, sondern sei lediglich auf Abschreckung bedacht. Gleichzeitig heißt es, dass ein nächster Schlag nicht nur stärker, sondern auch überraschender und schwerer abzuwehren wäre.

Für Israel bedeutet dies, dass die Luftverteidigungssysteme weiter ausgebaut werden müssen. Experten gehen davon aus, dass das Land zwar über erhebliche Fähigkeiten verfügt, ein Angriff auf tief im Iran verborgene Infrastruktur jedoch ohne Unterstützung der USA kaum möglich wäre.

Titelbild: Bei einer Ausstellung in Teheran werden iranische Raketen, Drohnen, satellitengestützte Raketen und Luftabwehrsysteme präsentiert. Foto: Fatemeh Bahrami / Anadolu via Reuters

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