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Nach mehr als elf Jahren: Hamas „entdeckt“ angeblich die Leiche des Soldaten Hadar Goldin

JERUSALEM, 09.11.2025 (TM) – Die Terrorgruppe Hamas hat bekannt gegeben, sie habe die Leiche des vor mehr als elf Jahren getöteten israelischen Soldaten Hadar Goldin „entdeckt“. Die sterblichen Überreste des jungen Mannes hätten sich in Rafah im südlichen Gazastreifen befunden. In einem Video, das die Hamas von der Bergung veröffentlichte, befestigten die Terroristen den Namen „Hadar Goldin“ an einem Leichensack, der aus dem Sand ausgegraben worden war. Die Leiche wurde aber nicht an die israelischen Behörden übergeben. Aus Jerusalem hieß es, dies sei ein „sehr ernster Vorfall“.

Armeechef Eyal Zamir besuchte die Familie Goldin, um sie über die neuesten Entwicklungen zu informieren. Das Südkommando der israelischen Streitkräfte teilte dem Nachrichtendienst Walla mit, dass bei den Ausgrabungen insgesamt sieben Leichen geborgen worden seien. Sechs seien nach Hamas-Angaben „palästinensische Märtyrer“. Goldins Leiche sei möglicherweise darunter gewesen. Ein Sprecher ergänzte, dass der Bericht nicht verifiziert werden könne und dass „die Quelle aller Veröffentlichungen allein die Hamas ist“.

Die ganze Nation wartet

„Eine ganze Nation wartet darauf, dass Hadar zu uns zurückkehrt. Das ist eine Mission, die für uns alle erfüllt werden muss und kann“, erklärte Goldins Familie. „Wir warten auf die offizielle Bestätigung, dass Hadar nach Israel zurückgekehrt ist. Wir geben niemanden in diesem Land auf, niemals. Wir bitten alle, ruhig zu bleiben. Bis es endgültig ist, ist es nicht vorbei.“

Ein Bericht in den Nachrichten des israelischen Fernsehkanals 12 machte darauf aufmerksam, dass die Rückkehr Goldins komplizierter sein könnte als die Rückführung der Leichen anderer Geiseln. Die Hamas fordere, dass Israel im Gegenzug 100 bis 200 Hamas-Terroristen, die sich in einem Tunnel unter dem von Israel kontrollierten Rafah verschanzt haben, einen sicheren Rückweg ermöglicht – eine Frage, über die seit mehreren Tagen kontrovers diskutiert wird. Berichten zufolge hat die USA Israel unter Druck gesetzt, den eingeschlossenen Terroristen einen sicheren Abzug zu gewähren, um Goldin zurückzuholen.

Während Waffenruhe getötet

Der Givati-Kämpfer Goldin war während des Krieges im Gazastreifen 2014 getötet und entführt worden. Um 9:05 Uhr am 1. August 2014, etwas mehr als eine Stunde nach Beginn einer von der UNO und den USA vermittelten 72-stündigen humanitären Waffenruhe, tauchten bewaffnete Hamas-Kämpfer aus einem Tunnel im südöstlichen Teil von Rafah auf und griffen Truppen der Aufklärungseinheit der Givati-Brigade an. Dabei töteten sie drei Soldaten, darunter Goldin, dessen Leiche von den Terroristen zurück in ihren Tunnel geschleppt wurde. Am folgenden Tag gab die Armee bekannt, dass Goldin vor seiner Entführung im Kampf getötet worden war. Er wurde posthum zum Leutnant befördert.

Das Militärrabbinat entschied, dass die Angelegenheit klar genug sei, um eine Beerdigung abzuhalten. Obwohl seine Leiche in Gaza festgehalten wurde, wurden Teile seiner sterblichen Überreste in einer Beerdigung beigesetzt, an der Tausende von Menschen teilnahmen.

Goldins Eltern und sein Zwillingsbruder Tzur standen an vorderster Front im Kampf um die Befreiung der Geiseln. Tzur gründete die Goldin-Stiftung, um sich für ihre Rückkehr einzusetzen.

Im Jahr 2019 veranstaltete Simcha Goldin, Hadars Vater, vor der Knesset eine Protestaktion mit einem zehn Meter hohen aufblasbaren Huhn, um von der Regierung eine viel härtere Haltung gegenüber der Hamas zu fordern.

Titelbild: Ein Poster auf dem Platz der Geisen erninnert an Hadar Goldin. Seit mehr als zehn Jahren fordern seine Eltern, dass die Hamas seine Leiche zurück gibt, damit sie in Israel beerdigt werden kann. Foto: Miriam Alster/Flash90

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