
Kushner trifft Netanjahu: Das Dilemma um „sichere Passage“ für Hamas-Kämpfer
JERUSALEM 11.11.2025 (LS) – Bei einem Treffen in Jerusalem hat Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag mit dem Sonderbeauftragten und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, die Lage in Gaza erörtert. Es ging unter anderem um die Entwaffnung der Hamas, die Entmilitarisierung des Gazastreifens und die Sicherstellung, dass die Hamas nie wieder eine Rolle in der Enklave spielen wird.
Gespräche über Abzug und Kontrolle
Sie diskutierten auch die Frage der etwa 200 Hamas-Terroristen, die in Tunneln auf der israelischen Seite der Gelben Linie im Gazastreifen gefangen sind. „Jede Entscheidung bezüglich der 200 in Rafah gefangenen Terroristen wird in Abstimmung mit der Trump-Regierung getroffen werden“, so ein Sprecher Netanjahus.
Hochrangige israelische Regierungsvertreter gehen davon aus, dass der Druck der USA Israel dazu bewegen wird, in der Frage der Terroristen in den Rafah-Tunneln Flexibilität zu zeigen, wie ein israelischer Regierungsvertreter am Sonntag gegenüber der Jerusalem Post erklärte.
Die USA haben in den letzten Tagen auch deutlich gemacht, dass sie das Problem der Hamas-Terroristen in den Tunneln lösen wollen, indem sie erklärten, dass sie „der Meinung sind, dass [die Terroristen] nach Goldins Freilassung freien Durchgang erhalten sollten“.
Finanzminister Bezalel Smotrich äußerte sich bezüglich dieses Themas am Montag gegenüber Reportern. „Wir treffen die Sicherheitsentscheidungen, während wir den Dialog mit den Amerikanern führen und sie berücksichtigen. Es wäre Scheinheiligkeit, sich dem zu widersetzen. Doch meiner Meinung nach wäre es moralisch töricht, die Terroristen freizulassen, damit sie später auf der anderen Seite der Gelben Linie auf unsere Soldaten treffen“.
Waffenruhe erneut gebrochen: Terroristen bedrohen israelische Soldaten
Gleichzeitig ist es trotz der vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist in den vergangenen Stunden erneut zu Zwischenfällen im Gazastreifen gekommen.
Nach Angaben des israelischen Militärs näherten sich mehrere bewaffnete Terroristen israelischen Einheiten in der Nähe der sogenannten „Gelben Linie“, die die aktuelle Trennzone markiert. Die Angreifer eröffneten das Feuer auf israelische Soldaten, was die Streitkräfte zu einer schnellen Reaktion zwang.
Ein Sprecher der Armee erklärte, dass die Soldaten „sofort auf die Bedrohung reagierten, um ihre Positionen zu sichern“. Dabei sei mindestens ein Angreifer außer Gefecht gesetzt worden.
Titelbild: Premierminister Benjamin Netanjahu trifft Jared Kushner in Jerusalem. Foto: Chaim Tzach/GPO