
Israelische Luftwaffe tötet hochrangigen Hisbollah-Kommandeur im Zentrum von Beirut
JERUSALEM 24.11.2025 (LS) – Die israelische Armee (IDF) hat bei einem präzisen Schlag in der libanesischen Hauptstadt den stellvertretenden Militärkommandeur der Hisbollah, Ali Tabtabai, ausgeschaltet. Der Luftangriff erfolgte inmitten zunehmender Spannungen entlang der israelisch-libanesischen Grenze und gilt als einer der bedeutendsten Einsätze seit Beginn der aktuellen Eskalation.
Gezielter Schlag im Zentrum Beiruts
Nach Angaben des israelischen Militärs wurde Tabtabai bei einem gezielten Luftschlag in einem Gebäude im Herzen von Beirut getötet. Er galt seit Jahren als einer der zentralen Architekten der militärischen Operationen der Organisation, insbesondere im Bereich Ausbildung, strategische Planung und Einsatzkoordination. Der Schlag richtete sich laut IDF präzise gegen den Aufenthaltsort Tabtabais, der sich in einem Viertel befand, das als logistisches und organisatorisches Zentrum der Hisbollah bekannt ist.
Die Hisbollah bestätigte Tabatabais Tod in einer Erklärung am Sonntag und erklärte, dass „sie [die Mudschaheddin] mit Kraft und Mut voranschreiten werden, um alle Projekte des zionistischen Feindes und seines Schutzherrn Amerika zu vereiteln“. Vier weitere Hisbollah-Terroristen wurden bei dem Angriff ebenfalls getötet, wie die Terrororganisation am Sonntagabend bekannt gab. Laut dem libanesischen Sender Al Mayadeen, der der Hisbollah nahe steht, sollen außerdem mindestens 25 Menschen bei dem Angriff verletzt worden sein.
Tabtabai spielte eine maßgebliche Rolle bei der Koordination zwischen den Hisbollah-Einheiten im Libanon und verbündeten Gruppierungen in Syrien. Er war eng eingebunden in die Ausbildung von Spezialkräften, den Aufbau neuer militärischer Kapazitäten sowie die operative Unterstützung der militanten Strukturen im Süden des Libanon. Durch die Ausschaltung des Kommandeurs verliert die Hisbollah einen langjährigen Strategen, der an mehreren zentralen Militärkampagnen beteiligt war.
Bedeutung für die Lage im Norden
Die Eliminierung Tabtabais fällt in eine Phase intensiver Auseinandersetzungen entlang der Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Seit Monaten kommt es dort zu gezielten Angriffen auf militärische Stellungen.
Die IDF bewertet den Schlag als bedeutenden Eingriff in die operative Struktur der Hisbollah, da Tabtabai unmittelbar für die Koordinierung regionaler Kommandolinien verantwortlich war. Sein Verantwortungsbereich umfasste nicht nur die Organisation der Einheiten im Süden des Libanon, sondern auch die Abstimmung mit bewaffneten Gruppen in anderen Konfliktzonen des Nahen Ostens. Mit seinem Tod verliert die Organisation eine Schlüsselperson, die die militärische Strategie maßgeblich mitprägte.
Quellen der israelischen Streitkräfte, Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten, Tabatabai ins Visier genommen zu haben, weil weniger aggressive Maßnahmen im letzten Jahr nicht verhindern konnten, dass die Hisbollah ihren Prozess der Wiederbewaffnung fortsetzte.
Hochrangige IDF-Vertreter befürchten, wenn jetzt keine klare Grenze gegen die Wiederbewaffnung der Hisbollah gezogen wird, könnte die libanesische Terrororganisation sehr bald wieder über dasselbe massive Raketenarsenal verfügen wie vor dem Krieg im letzten Jahr.
Titelbild: Rettungskräfte und Schaulustige vor dem Hochhaus in Beirut, in dem die „Nummer zwei“ der Hisbollah-Terrormiliz durch einen israelischen Luftschlag gezielt getötet wurde. Foto: Fadel Itani / AFP