
Operation Narnia: Israel eliminiert mit Unterstützung der USA führende iranische Nuklearwissenschaftler
JERUSALEM, 21.12.2025 (NH) – Israel hat im Zuge des jüngsten Iran-Krieges die geheime „Operation Narnia” gestartet. Die Mission bestand aus mehreren gezielten Attentaten auf führende Nuklearwissenschaftler im Iran. Nun enthüllt die US-amerikanische Tageszeitung Washington Post, dass die gesamte Operation mit den USA koordiniert war.
Geheimdienste sind sich uneinig – Israel beginnt Operation „Am ce’Lavi”
Ein jüngster investigativer Bericht der Washington Post, der auf Interviews mit israelischen, amerikanischen und iranischen Offiziellen basiert, brachte neue Details zu den Anschlägen gegen iranische Wissenschaftler ans Licht. Demnach waren sich Israel und die USA unter Präsident Donald Trump sowie unter der Regierung von Joe Biden einig, dass der Iran an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet. Die Einschätzungen der verschiedenen Geheimdienste hinsichtlich des Fortschritts des Mullah-Regimes gingen jedoch auseinander. Sicher war allerdings, dass Teheran begann, mehr angereichertes Uran zu produzieren, nachdem Trump 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen war. Anfang 2025 befürchtete der israelische Sicherheitsapparat, der oberste iranische Führer Ali Khamenei könnte die Aufhebung der Fatwa gegen Atomwaffen öffentlich verkünden. Daraufhin gab Trump dem Iran Mitte April 60 Tage Zeit, um einem Atomabkommen zuzustimmen. Die Frist lief am Donnerstag, dem 12. Juni, ab. Am selben Tag gab die Internationale Atomenergie-Organisation bekannt, der Iran verstoße gegen seine Nichtverbreitungsverpflichtungen. Einen Tag später, in den frühen Morgenstunden des 13. Juni, startete die israelische Luftwaffe einen umfangreichen Präventivschlag.
Im Iran warteten israelische Geheimdienstagenten auf Angriffsbefehle
Zusammen mit israelischen Kampfjets und Drohnen zerstörten israelische Spione mehr als die Hälfte der ballistischen Raketenwerfer und Luftabwehrsysteme des Regimes. Israels Luftwaffe bombardierte Gebäude und Häuser in Teheran, und die „Operation Narnia” begann. Die Leitung der iranischen Armee und der Revolutionsgarden wurde ausgeschaltet und Kraftwerke sowie Belüftungssysteme, die der Iran für den Betrieb der Zentrifugen in Natanz und Fordow – den wichtigsten Anreicherungsstandorte des Landes – benötigte, wurden zerstört. Darauf folgten massive Angriffe amerikanischer B-2-Spirit-Tarnkappenbomber und ein Sperrfeuer von Tomahawk-Marschflugkörpern.
Im Rahmen der „Operation Narnia” hatten israelische Agenten zunächst eine Liste von 100 iranischen Nuklearwissenschaftlern erstellt und diese dann auf die zwölf wichtigsten eingeschränkt. Die Agenten erstellten Dossiers über die Arbeitsplätze, Aktivitäten und Wohnsitze der Wissenschaftler, die auf jahrzehntelangen Spionageoperationen basierten.
Trump genehmigt Angriffe auf Atomwerke
Trotz umfangreicher Vorbereitung verlief „Operation Narnia” nicht fehlerlos. Neben elf hochrangigen iranischen Nuklearwissenschaftlern wurden mindestens 71 Zivilisten getötet. Laut dem Bericht der Washington Post traf ein Angriff der israelischen Luftwaffe nicht den hochrangigen Nuklearwissenschaftler Mohammed Resa Sedighi Saber, sondern dessen 17-jährigen Sohn. Saber wurde am letzten Tag des Krieges zusammen mit 15 weiteren Zivilisten getötet, als er zur Beerdigung seines Sohnes zurückkehrte. Dem Post-Artikel zufolge seien die USA sowie Präsident Donald Trump im Voraus gut über Israels Ziele informiert gewesen, obwohl es gegenteilige Berichte gab.
Der Bericht legt ein weiteres interessantes Detail offen: So habe Trump versucht, eine diplomatische Lösung für die iranische Nuklearbedrohung in Form eines Abkommens zu erwirken, und Teheran während des Krieges einen geheimen Vorschlag unterbreitet. Demnach hätte das Regime die Schließung seiner Urananreicherungsanlage und seine Unterstützung für Hisbollah und Hamas einstellen sollen. Der Iran lehnte den US-Vorschlag über katarische Diplomaten ab, woraufhin Trump die US-Angriffe genehmigte.
Hochrangige Regierungsvertreter in Israel und den USA erklärten nach Kriegsende, es sei schwierig, den genauen Schaden an den iranischen Atomprogrammen auszuwerten. Den meisten Schätzungen zufolge wurde das Programm nur verzögert, aber nicht vollständig zerstört.
Titelbild: Neun der elf getöteten iranischen Wissenschaftler. Foto: IDF-Sprecher