
Hamas-Gelder aus dem Herzen Europas – ein Netzwerk hinter der Fassade der Hilfe
von Alon David
JERUSALEM/ROM, 01.01.2026 – Italienische Sicherheitsbehörden haben ein weitreichendes Netzwerk zur Finanzierung der Terrororganisation Hamas aufgedeckt. Neun Personen wurden festgenommen, Vermögenswerte in Höhe von rund acht Millionen Euro beschlagnahmt. Der Vorwurf: Über Jahre hinweg seien Millionenbeträge über angebliche Wohltätigkeitsvereine gesammelt und an Hamas weitergeleitet worden – getarnt als humanitäre Hilfe für die palästinensische Bevölkerung.
Im Zentrum der Ermittlungen steht Mohammed Hannoun, Präsident der Palästinensischen Union Italiens. Hannoun war in Italien eine bekannte Figur der pro-palästinensischen Protestbewegung, organisierte Demonstrationen gegen Israel und trat öffentlich als politischer Aktivist auf. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll er jedoch gleichzeitig ein komplexes System zur Geldbeschaffung für Hamas aufgebaut und über Jahrzehnte betrieben haben.

Humanitäre Rhetorik – terroristische Realität
Laut Ermittlern nutzten die Beschuldigten mehrere Vereine und Organisationen, die offiziell als wohltätig registriert waren. Spendenaufrufe richteten sich an die Solidarität mit notleidenden Palästinensern – tatsächlich sollen die Gelder jedoch direkt oder indirekt Hamas-nahen Strukturen zugutegekommen sein. Darunter auch Unterstützungszahlungen für Familien von inhaftierten oder getöteten Terroristen.
Italiens Innenministerium sprach von einem „systematischen Missbrauch humanitärer Strukturen“. Der Fall zeigt, wie Terrorfinanzierung nicht im Verborgenen, sondern offen im zivilgesellschaftlichen Raum Europas stattfinden konnte – über Jahre hinweg, weitgehend unbehelligt.
Kein italienischer Sonderfall
Die Dimension des Falls reicht weit über Italien hinaus. Die Ermittlungen wurden in enger Zusammenarbeit mit anderen EU-Staaten, europäischen Justizbehörden und israelischen Sicherheitsdiensten geführt. Das unterstreicht: Hamas-nahe Netzwerke operieren grenzüberschreitend in Europa.
Auch in anderen Ländern gab es in den vergangenen Jahren ähnliche Fälle – etwa in den Niederlanden oder in Deutschland. In Berlin zog die Bundesregierung mit dem Verbot der Organisation Samidoun erstmals eine klare Linie gegen Strukturen, die offen Terror verherrlichten und unterstützten. Der italienische Fall zeigt jedoch, wie spät Europa insgesamt reagiert hat.
Die Hamas steht seit Jahren auf der EU-Terrorliste. Dennoch konnten ihre Unterstützer Spenden sammeln, Demonstrationen organisieren und sich als legitime politische Akteure inszenieren. Kritik an Israel, so zeigt der Fall, diente dabei nicht selten als Schutzschild, hinter dem sich radikale Ideologie und Terrorfinanzierung verbargen.
Der Skandal wirft eine unbequeme Frage auf:
Wie glaubwürdig ist Europas Kampf gegen Terrorismus, wenn seine Unterstützer jahrelang mitten in der Öffentlichkeit agieren konnten – unter dem Etikett von Menschenrechten und Solidarität?
Ein Weckruf für Europa
Die Festnahmen in Italien markieren einen Wendepunkt. Sie machen deutlich, dass Terrorfinanzierung nicht nur ein Problem des Nahen Ostens ist, sondern ein Sicherheitsrisiko für Europa selbst. Offenheit, zivilgesellschaftliches Engagement und humanitäre Hilfe dürfen nicht länger naiv instrumentalisiert werden.
Der Fall Hannoun ist kein Angriff auf legitime Kritik an israelischer Politik. Er ist ein Beleg dafür, wie konsequent terroristische Ideologien westliche Freiheiten ausnutzen, wenn politische Klarheit fehlt.
Für Europa ist das eine späte, aber notwendige Erkenntnis:
Wer Terror finanziert, steht nicht am Rand der Gesellschaft – sondern oft mitten in ihr.
Titelbild: Mohammad Hannoun bei einem anti-israelischen Protest in Italien. Foto: Screenshot / X (ehemals Twitter)