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Iranische Proteste eskalieren – Demonstranten fordern Trump und Netanjahu zum Handeln auf

JERUSALEM 07.01.2026 (LS) – Die landesweiten Proteste im Iran haben sich verschärft. Demonstranten, die trotz brutaler Unterdrückung weiter auf die Straße gehen, appellieren offen an internationale Staats- und Regierungschefs wie Donald Trump und Benjamin Netanjahu, aktiv zu werden, während sich die Stimmung im Land von wirtschaftlicher Unzufriedenheit zu politischem Widerstand gewandelt hat.

Trotz schwerer Kommunikations- und Internetprobleme – oft absichtlich durch die Regierung verursacht –, gelingt es den Demonstranten, Bilder und Botschaften nach außen zu bringen und weltweit Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Protestbewegung wächst trotz Repression

Irans Proteste dauern inzwischen mehrere Tage an. In Städten von Teheran bis in kleinere Provinzen beschreiben Aktivisten eine sich ausbreitende Bewegung, die lokale, dezentrale Protestgruppen bildet, um der allgegenwärtigen Überwachung und dem harten Vorgehen des Regimes zu entgehen. Ein inoffizieller Sprecher erklärte über gesicherte Kommunikationskanäle, die Proteste seien „in über 35 Städten im siebten Protestnachtzyklus“, wobei sich Menschen zusammenschließen, meist in kleinen Gruppen, um Aktionen zu organisieren und Videos zu teilen. Die dezentralisierte Struktur sei bewusst gewählt, damit Sicherheitskräfte nicht große Versammlungen umzingeln könnten.

Über den Tod mehrerer Demonstranten zirkulieren verschieden Informationen. Aktivisten gaben an, dass „etwa 20 Personen getötet wurden“, während unabhängige Meldungen über mindestens 30 bestätigte Todesfälle sprechen. Protestteilnehmer bestreiten zudem offizielle Darstellungen, wonach einige der Toten regierungsnahe Milizen angehört hätten, und betonen, es handelte sich um zivile Demonstranten.

Das Vorgehen der Sicherheitskräfte beschreibt eine Demonstrantin als zunehmend brutal. „Ja, die Sicherheitskräfte schlagen auf Menschen ein … leider schießen sie auch auf Leute“, berichtete sie und schilderte einen Vorfall, bei dem ein Mann in einem Vorort durch eine Explosion getötet worden sei. Trotz der Repression setzen viele Demonstranten ihren Einsatz fort.

Appelle an internationale Politiker und globale Aufmerksamkeit

Die Demonstrantin erwähnte, dass „Iran“ in sozialen Medien auf Plattformen wie Twitter/X plötzlich zu einem der meistdiskutierten Begriffe geworden sei, was ihr und anderen das Gefühl gegeben habe, „die Welt schaut auf den Iran“.

In diesem Kontext begrüßten Protestierende Botschaften von externen Staats- und Regierungschef. Warnungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem iranischen Regime motivieren die iranische Bevölkerung, durchzuhalten. Ein Sprecher der Bewegung meinte, seit Trumps Botschaft hätten sich Proteste in weiteren Städten ausgeweitet.

Auch auf Benjamin Netanjahu wird im Iran gehofft. In verschiedenen Beiträgen in sozialen Medien fordern Iraner den Premierminister auf, ihnen zur Seite zu stehen. Ein Iraner postete auf X: „Premierminister Netanjahu, Sie haben uns versprochen, uns zu unterstützen. Unsere Leute sind auf den Straßen. Wir brauchen schnellstens Ihren Backup.“ Der Mossad hatte die Demonstranten vor einigen Tagen auf X ermutigt: „Wir sind mit Euch. Nicht nur von Weitem und durch Reden. Wir sind hier mit Euch auf dem Boden.“   

Titelbild: Mitglieder der iranisch-jüdischen Gemeinde in Israel demonstrieren zur Unterstützung des Aufstands im Iran. Foto: Flash90

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