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Chamenei zeigt sich trotz andauernder Proteste am 47. Jahrestag des Regimes öffentlich – sechs Tote bei Explosionen im Iran

JERUSALEM 01.02.2026 (LS) – Der iranische Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei ist erstmals seit Wochen wieder öffentlich gesehen worden, was in Teheran als Zeichen der Stabilität seiner Führung gewertet wird. Zeitgleich äußerten hochrangige Vertreter des Regimes neue Drohungen gegen die USA und Israel im Zusammenhang mit regionalen Spannungen und der vergangenen militärischen Auseinandersetzung.

Chamenei wieder in der Öffentlichkeit

Nach einer längeren Phase ohne öffentliche Auftritte wurde Ajatollah Ali Chamenei beim Gebet in einer Moschee gezeigt, was den ersten bekannten öffentlichen Auftritt seit Wochen darstellte. Staatliche Medien verbreiteten die Aufnahmen zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 47. Jahrestag der Islamischen Revolution.

Der Auftritt fällt in eine Phase, in der Iran weiterhin innenpolitisch unter Druck steht: Anhaltende Proteste und wirtschaftliche Herausforderungen prägen die Lage seit Monaten. Der erneute öffentliche Auftritt Chameneis sollte in diesem Kontext offenbar ein Signal der Kontinuität und Kontrolle senden.

Neue außenpolitische Warnungen gegen USA und Israel

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung von Bildern des Obersten Führers machten iranische Offizielle in amtlichen Statements neue Drohungen gegen die Vereinigten Staaten und Israel öffentlich. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi und andere Vertreter warfen beiden Ländern vor, Feindseligkeit und Aggression gegenüber Teheran aufrechtzuerhalten. Sie warnten, Iran werde auf weitere Angriffe mit entsprechenden Gegenmaßnahmen reagieren.

Irans Führung stellte in den vergangenen Wochen mehrfach klar, sie werde jede wahrgenommene Bedrohung direkt beantworten. In diesen Erklärungen wiederholte Teheran seine Drohungen, militärische Maßnahmen gegen sein Land hätten Konsequenzen für die Sicherheitslage in der gesamten Region.

Explosionen im Iran töten sechs Menschen

Bei einer Explosion in der Stadt Ahvaz im Süden des Iran wurden am Samstag fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Kurz zuvor war bei einer weiteren Explosion in der Nähe der Hafenstadt Bandar Abbas im Süden des Iran eine Person getötet und mindestens 14 verletzt worden.

Iranische Medien behaupteten, beide Explosionen seien Folge eines Gaslecks. Eine weitere Explosion wurde aus der Stadt Qom, etwa 140 Kilometer südlich von Teheran, gemeldet. Die halboffizielle Nachrichtenagentur Tasnim erklärte, Berichte in den sozialen Medien, ein bestimmter Kommandant der Marine der Islamischen Revolutionsgarde sei Ziel der Explosion gewesen, seien „völlig falsch“.

Israelische Sicherheitsquellen verneinen eine israelische Beteiligung an den Explosionen im Iran. Ein Militärvertreter fügte hinzu: „Wir beobachten die Situation; sie betrifft uns nicht und geht nicht von uns aus. Uns ist auch kein amerikanischer Angriff bekannt; die Ursache ist unklar.“

Titelbild: Mitglieder der iranisch-jüdischen Gemeinde in Israel verbrennen während einer Demonstration zur Unterstützung des iranischen Volkes in der Stadt Holon im Zentrum Israels ein Bild des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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