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Zurück zur Uniform – Nimrod Cohens Weg von der Geiselhaft zurück in den Militärdienst

JERUSALEM, 08.02.2026 (NH) – Der israelische Soldat Nimrod Cohen, der am 7. Oktober 2023 von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt worden war, hat in seinem ersten Interview nach der Freilassung eine bemerkenswerte Entscheidung bekanntgegeben: Der heute 21-Jährige will seinen aktiven Militärdienst in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften, kurz IDF, wieder aufnehmen. Für Cohen ist dieser Schritt kein bloßer Akt der Pflichterfüllung, sondern ein zentraler Bestandteil seines persönlichen Heilungs- und Rehabilitationsprozesses.

Der 7. Oktober und ein abruptes Dienstende

Vor seiner Entführung diente Cohen als Panzersoldat. Zum Zeitpunkt der blutigen Hamas-Invasion hatte er erst zehn Monate seines insgesamt zwei Jahre und acht Monate dauernden Pflichtwehrdienstes absolviert, davon lediglich rund zwei Monate im operativen Einsatz. Der Großteil entfiel auf die militärische Grundausbildung und Vorbereitung. In dem Interview mit dem israelischen Nachrichtensender N12 erklärte Cohen, er habe seinen Dienst „nicht wirklich geleistet“. Seinen bisherigen Einsatz empfinde er nicht als den bedeutungsvollen Beitrag, den er habe leisten wollen.

Der 7. Oktober 2023 markierte eine traumatische Zäsur. Cohen, damals erst 19 Jahre alt, gehörte zu einer vierköpfigen Panzerbesatzung auf der IDF-Basis Nahal Oz nahe dem Grenz-Kibbuz Nirim. Der Panzer wurde unter anderem mit Panzerfäusten (RPGs) beschossen und ging in Flammen auf. Während seine Kameraden Shaked Dahan, Oz Daniel und Omer Neutra bei dem Angriff brutal ermordet wurden, wurde Cohen lebend aus dem brennenden Fahrzeug gezerrt und in den Gazastreifen verschleppt. Später identifizierten seine Eltern ihren Sohn in einem von der Hamas verbreiteten Video der Entführung.

Über zwei Jahre – insgesamt mehr als 700 Tage – befand sich Nimrod Cohen in der Gewalt der Hamas. Nach Angaben seiner Familie wurde er einen Großteil dieser Zeit in einem Käfig in einem der Terror-Tunnel festgehalten, wo er gefoltert, verhört und misshandelt wurde. Erst am 13. Oktober 2025 kehrte er im Rahmen eines Abkommens nach Israel zurück, das die Freilassung aller damals noch lebenden 20 Geiseln sowie später auch die Rückführung der sterblichen Überreste von 28 Getöteten vorsah.

Mehr als 700 Tage Gefangenschaft

Trotz der erlittenen Qualen und des Verlusts seiner gesamten Panzerbesatzung sieht Cohen in der Rückkehr zum Militärdienst eine Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten. Untätigkeit sei für ihn kaum auszuhalten, betonte er. Die Armee biete ihm hingegen Struktur, Routine und einen klaren Rahmen. „Die beste Heilung für einen Menschen ist es, aktiv zu bleiben und eine gewisse Ordnung im Alltag zu haben“, so Cohen. Derzeit führt er Gespräche über eine neue Aufgabe innerhalb der IDF. Sowohl eine Tätigkeit im administrativ-technischen Bereich als auch eine aktivere Rolle werden dabei in Betracht gezogen.

Beobachter werten Cohens Entscheidung als Ausdruck außergewöhnlicher persönlicher Stärke und nationaler Resilienz. Für ihn selbst geht es jedoch vor allem darum, nach dem erlebten „Horror“ wieder Halt zu finden – und ein Kapitel zu Ende zu führen, das für ihn bislang offen geblieben ist.

Titelbild: Die ehemalige Geisel Nimrod Cohen nimmt an einer Kundgebung auf dem „Geiselplatz“ in Tel Aviv teil, 8. November 2025. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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