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Türkei baut religiösen Einfluss aus und eröffnet drei Moscheen im Gazastreifen

JERUSALEM 16.02.2026 (LS) – Die Türkei hat im Gazastreifen drei Moscheen offiziell eröffnet und setzt damit ihre Strategie fort, ihren religiösen Einfluss in palästinensischen Gebieten auszubauen. Die Eröffnungen wurden von türkischen Vertretern begleitet und als Zeichen der Solidarität mit der Bevölkerung in Gaza dargestellt.

Religiöse Infrastruktur

Die neuen Moscheen wurden mit türkischer Unterstützung errichtet oder renoviert. Offizielle Vertreter betonten bei der Einweihung die historische und religiöse Verbundenheit zwischen der Türkei und dem palästinensischen Volk. Ankara nutzt seit Jahren religiöse Projekte, humanitäre Hilfe und Bildungsinitiativen, um seinen Einfluss in verschiedenen Regionen des Nahen Ostens zu stärken.

Dem Bericht zufolge eröffnete die türkische Stiftung Diyanet die Abdullah-Azzam-Moschee im Stadtteil Sabra in Gaza, die Huda-Moschee im Flüchtlingslager Jabalya und die al-Isra-Moschee im Stadtteil Sheikh Radwan. Diese Gebiete wurden während des Krieges zwischen Israel und der Hamas schwer beschädigt

Was den Namen der ersten Moschee betrifft, so war Abdullah Yusuf Azzam ein islamistischer Dschihadist palästinensischer und jordanischer Herkunft. Laut einer Studie des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv „sind Al-Qaida und Hamas zwar zu Begriffen geworden, weit weniger bekannt ist jedoch der Mann hinter der Idee der Al-Qaida, der Palästinenser Scheich Abdullah Yusuf Azzam, der auch viel zur Gründung und Festigung der Hamas beigetragen hat.“

Ausweitung des türkischen Engagements in Gaza

Die Förderung religiöser Einrichtungen ist nicht nur als humanitäre Unterstützung zu verstehen, sondern als Teil einer breiteren Strategie, die Rolle der Türkei als Schutzmacht muslimischer Gemeinschaften zu unterstreichen. Sie stärken die Wahrnehmung der Türkei als aktiver Unterstützer palästinensischer Anliegen und erweitern gleichzeitig ihren Einfluss in einer Region, in der mehrere Staaten um politische und ideologische Präsenz konkurrieren.

Als weiteres Zeichen für das wachsende Engagement Ankaras traf sich der türkische Außenminister Hakan Fidan auch mit Ali Shaath vom Nationalen Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG). Hierbei handelt es sich um die technokratische palästinensische Organisation, die vom Friedensrat unterstützt wird, um die Regierungsgewalt im Gazastreifen von der Hamas zu lösen. Staatliche türkische Medien berichteten, Fidan habe Shaath in der türkischen Hauptstadt empfangen.

Das Treffen mit Shaath und die Unterstützung für Moscheen in Gaza sind Teil der vielschichtigen Bemühungen Ankaras, seinen Einfluss zu vergrößern und gleichzeitig sein derzeitiges Maß an Kontrolle in Gaza aufrechtzuerhalten.

Titelbild: Türkische Organisationen im Gazastreifen. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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