
Iran weitet Angriffe aus – Raketen auf Israel, Drohnen über Jerusalem, Explosionen in Teheran
JERUSALEM, 01.03.2026 (NH) – Der Krieg zwischen Israel und dem iranischen Mullahregime eskaliert weiter. Nach der gezielten Tötung des obersten religiösen Führers des Iran kündigten die Ajatollahs Vergeltung an – umgesetzt binnen Stunden durch massive Raketen- und Drohnenangriffe. Erstmals wurden dabei nach britischen Angaben auch Raketen in Richtung Europa abgefeuert. Zwei Geschosse schlugen nahe Zypern ins Meer, wo das Vereinigte Königreich bedeutende Militärstützpunkte unterhält. Zuvor waren bereits Ziele in Israel, Bahrain und Saudi-Arabien beschossen worden.
Massive Raketenwelle über Israel
Kurz nach 10 Uhr setzte das iranische Regime den Beschuss fort. Mehr als 70 Prozent des Staatsgebiets befanden sich zeitweise unter Raketenalarm. Millionen Menschen suchten Schutz in Bunkern.
Der Beschuss forderte das Leben von Marina B. (68), die auf dem Weg in den Schutzbunker eine Panikattacke erlitt und an Herzstillstand verstarb. In Tel Aviv wurde zudem gestern eine 60-jährige philippinische Pflegekraft getötet. Laut Militärangaben traf eine volle Rakete mit mehreren Hundert Kilogramm Sprengstoff direkt, nicht durch Splitter. Krater und Schäden dokumentieren die Wucht der Explosion. Weitere Schäden meldeten Ramat Gan, Beersheba und der Raum Beit Shemesh nahe Jerusalem. In Ramat Gan traf eine Streubombe ein Gebäude, verletzt wurde niemand; in Beersheba beschädigten Raketensplitter ein Wohnhaus.
Zur Mittagszeit drangen zwei Selbstmorddrohnen über Jordanien in israelischen Luftraum ein und erreichten Jerusalem, bevor sie abgefangen wurden.

Israel bombardiert Ziele in Teheran
Nur Stunden nach den morgendlichen Angriffen reagierte Israel mit Luftschlägen auf die iranische Hauptstadt Teheran. Berichten zufolge wurde unter anderem das staatliche Fernsehen getroffen. Bei einem präzisen Bombardement wurden zudem zwei Kampfjets des iranischen Regimes auf der Start- und Landebahn des Flughafens Tabriz zerstört.
Der israelische Armeesprecher Effi Defrin erklärte, die Luftwaffe baue ihre Lufthoheit über dem Iran weiter aus. Verteidigungssysteme und strategische Ziele seien angegriffen worden. Bereits bei den ersten Angriffswellen am Samstag seien binnen einer Minute 40 iranische Zentralkommandeure getötet worden. Israel werde, so Defrin, „den 7. Oktober nicht vergessen“ und weiterhin „Israels Feinde verfolgen, von den Architekten des Anschlags bis zu den Terroristen, die am Massaker beteiligt waren.“
Laut iranischen Medienberichten wurde nun auch der ehemalige Präsident Mahmoud Ahmadinejad bei den jüngsten Luftangriffen im Iran getötet. Auch seine Leibwächter sollen bei den Attacken ums Leben gekommen sein. Details zu Ort, Zeitpunkt und den Umständen der Anschläge wurden bisher nicht offiziell bestätigt.
Sorge vor regionaler und internationaler Ausweitung
Die britische Zeitung The Standard berichtete, zwei iranische Raketen seien nahe Zypern ins Meer gefallen. Ob britische Militärbasen das Ziel waren, blieb unklar. Auf Zypern existiert eine große britische Präsenz mit Stützpunkten, Radaranlagen und Kampfflugzeugen. Bereits im Vorfeld gab es Hinweise auf mögliche iranische Angriffspläne.
Mit Angriffen auf Ziele nahe europäischem Territorium erreicht der Konflikt eine neue Dimension. Während Israel seine Luftschläge auf das Herz des iranischen Regimes intensiviert, droht der Krieg sich über die Region hinaus auszudehnen.
Titelbild: Der Einschlagsort in Tel Aviv. Der Krater deutet auf einen direkten Raketentreffer hin. Foto: Chaim Goldberg/Flash90