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Eskalation im Nahen Osten: Raketeneinschläge in Jerusalem, Beschuss britischer Stützpunkte auf Zypern

JERUSALEM, 02.03.2026 (NH) – Die Region des Nahen Ostens erlebt derzeit eine massive militärische Eskalation. Unter dem Namen „Operation Brüllender Löwe“ führen Israel und die USA seit dem Wochenende weitreichende Luftschläge gegen den Iran durch. Einen Wendepunkt markierte die Tötung des Obersten iranischen Führers Ali Khamenei. Der Schritt löste unmittelbare Reaktionen verbündeter Terrormilizen aus. Erstmals seit dem Waffenstillstand vom November 2024 griff nun auch die libanesische Terrororganisation Hisbollah aktiv in die Kämpfe ein. In der Nacht feuerten Kämpfer der Terrormiliz Raketen und Drohnen auf israelisches Staatsgebiet.

Massive Luftschläge und das Ende einer Ära in Teheran

Die Intensität der US-israelischen Angriffe auf den Iran ist beispiellos. Innerhalb von nur zwei Tagen warf die israelische Luftwaffe, kurz IAF, mehr als 2.000 Bomben auf Ziele der iranischen Revolutionsgarden ab – eine Rate, die das Tempo früherer Operationen deutlich übertrifft. Ziel der Angriffe ist die vollständige Neutralisierung des iranischen Raketenapparats sowie der Kommandozentren des Regimes. Weiter wurden Fabriken und Lagerstätten für Rohmaterialien zur Raketenherstellung ins Visier genommen, um den Iran langfristig zu schwächen. Militärkreise sprechen von einer angestrebten Luftüberlegenheit, die einen dauerhaften Einsatz von Aufklärungs- und Kampfdrohnen ermöglichen soll. Parallel zu den Angriffen wurden aus mehreren iranischen Städten Proteste gegen die Führung in Teheran gemeldet. US-Präsident Donald Trump erklärte in einer Videobotschaft, die Operation werde fortgesetzt, bis die strategischen Ziele vollständig erreicht seien.

Die Hisbollah bricht die Waffenruhe – Raketeneinschläge in Jerusalem

Nach 16 Monaten Waffenruhe eröffnete nun auch die Hisbollah eine neue Front im Norden Israels. Die Organisation bekannte sich zu Angriffen auf Regionen um Haifa und Galiläa. Israel reagierte mit Luftschlägen auf Ziele im Libanon, darunter im Beiruter Stadtteil Dahieh sowie im Süden des Landes. Nach Berichten aus Sicherheitskreisen galten die Angriffe Waffendepots und Infrastrukturen der Miliz.

Parallel zu dem Hisbollahbeschuss wurden am späten Abend und in den frühen Morgenstunden mehrere iranische ballistische Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. In weiten Teilen des Landes heulten die Sirenen, Millionen Menschen suchten Schutzräume auf. Im Raum Jerusalem wurden am Sonntagabend mindestens sieben Menschen verletzt, als eine Rakete auf einer Hauptstraße einschlug. Nach weiteren Angriffen in den frühen Morgenstunden lagen zunächst keine Berichte über zusätzliche Verletzte vor.

Israelische Streitkräfte entlang der Nordgrenze am 2. März 2026. Israel begann mit Angriffen auf Stellungen der Hisbollah, nachdem die Organisation in der Nacht drei Raketen auf das Gebiet um Haifa abgefeuert hatte – der erste Raketenangriff seit dem Waffenstillstand im November 2024. Foto: TPS-IL

Israels Gesundheitsministerium: 86 Verletzte weiterhin im Krankenhaus

Seit Beginn der Operation „Brüllender Löwe“ am Samstag sind nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums 777 Menschen in Krankenhäuser gebracht worden. Derzeit befinden sich noch 86 Verletzte in stationärer Behandlung: Vier von ihnen sind schwer verletzt, 20 mittelschwer, weitere 58 erlitten leichte Verletzungen. Vier Personen werden derzeit medizinisch untersucht. Nach Angaben des Ministeriums stehen einige der schweren Fälle nicht in direktem Zusammenhang mit Raketeneinschlägen, sondern ereigneten sich unter anderem auf dem Weg in Schutzräume. So verstarb am gestrigen Tag ein 102-jähriger Israeli im Krankenhaus, nachdem er sich auf dem Weg zu einem Schutzbunker eine schwere Kopfverletzung zugezogen hatte. Die Bevölkerung wird aufgerufen, insbesondere ältere Menschen beim Aufsuchen von Schutzräumen und geschützten Bereichen zu unterstützen.

Technologische Premiere und internationale Beteiligung

Militärisch bedeutsam ist nach israelischen Angaben der erste operative Einsatz des laserbasierten Abwehrsystems Iron Beam, auch bekannt als „Or Eitan“. Das System habe mehrere Drohnen abgefangen. Sicherheitsexperten sehen darin einen möglichen technologischen Wendepunkt in der Raketen- und Drohnenabwehr.

International bleibt die Lage angespannt. Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer schloss eigene Offensivschläge aus, genehmigte den USA jetzt jedoch die Nutzung britischer Stützpunkte für defensive Maßnahmen zum Schutz alliierter Interessen. Zuvor war es nach britischen Angaben zu Angriffen auf Militäranlagen auf Zypern gekommen. Der Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri sei durch Drohnen beschädigt worden; Verletzte habe es nicht gegeben. Auch mehrere Golfstaaten, darunter Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, meldeten iranische Raketenangriffe auf ihr Staatsgebiet. Die Lage in der gesamten Region bleibt angespannt.

Titelbild: Ort des Raketeneinschlags in Jerusalem am Sonntagabend, 1. März 2026. Foto: Yoav Dudkevitch/TPS-IL

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