
Iranischer Gegenschlag führt zu 23 Verletzten und schweren Schäden in israelischen Städten
JERUSALEM, 22.06.2025 (TPS-IL/NH) – Der Iran hat am frühen Sonntagmorgen einen schweren Raketenbeschuss auf Israel durchgeführt. Bei zwei massiven Raketensalven binnen weniger Minuten wurden gleich mehrere Städte getroffen und mindestens 23 Menschen verletzt, darunter mindestens drei Kinder. Der massive Angriff mit mehr als 35 ballistischen Projektilen erfolgte nur wenige Stunden, nachdem sich die USA dem Krieg Israels gegen den Iran angeschlossen und drei iranische Atomanlagen bombardiert hatten. Es wird derzeit überprüft, ob der Iran bei dem jüngsten Angriff Raketen mit einem sogenannten Streusprengkopf abfeuerte.
Rakete beschädigt Altenheim
Israelische Rettungskräfte berichten von Einschlägen in Haifa, Tel Aviv, Nes Ziona und Be’er Ya’akov. In einer Stadt, deren Name aus Sicherheitsgründen noch nicht veröffentlicht wird, arbeiteten viele Rettungskräfte an den Schadensstellen. Der Einsatz wurde von Rettungshunden unterstützt, um nach verschütteten Menschen zu suchen. Unter den Vierbeinern befindet sich ein Rettungshund, der letzte Woche vier Menschen am Einschlagsort in Bat Yam aufgespürt hat.
Schwere Schäden und Evakuierungen wurden auch in einer Altenpflegeeinrichtung durchgeführt, nachdem eine ballistische Rakete in der Region eingeschlagen war. Trotz der immensen Zerstörung vor Ort seien die Schutzräume intakt geblieben.
Ein Mann in seinen 30ern wurde durch Granatsplitter mittelschwer verletzt. Die übrigen Opfer, darunter drei Kinder, wurden als leicht verletzt eingestuft und in Krankenhäuser im ganzen Land eingewiesen. Das Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv nahm acht Verletzte auf, darunter zwei Kinder. In das Kaplan Medical Center wurden drei Verletzte eingeliefert, im Bnei Zion Hospital wurden fünf behandelt und das Assaf Harofeh Medical Center meldete sieben Ankünfte, darunter einen mittelschwer verletzten Israeli.

Der Iran bombardiert zivile Wohngebiete
„Das ist ein Raketenangriff auf ein Gebiet mit Privathäusern, wodurch umfangreiche Zerstörungen verursacht wurden“, erklärt der Sanitäter Adi Antonizzi von der Notfallorganisation Magen David Adom. „Die Bewohner haben die Anweisungen des Heimatfrontkommandos befolgt und sich mit Ertönen des Luftalarms in geschützten Bereichen in Sicherheit gebracht. Die Schutzbunker verhindern sehr viel schwerere Verletzungen.“ Antonizzi fügte hinzu, die Sanitäterteams von Magen David Adom hätten Opfer mit Granatsplitterwunden und Prellungen behandelt und die Evakuierung in nahegelegene Krankenhäuser sei sehr zeitaufwendig gewesen. Einige der Verletzten hätten sich unabhängig in die besagten Krankenhäuser eingewiesen, was die Diskrepanzen in der ersten Berichterstattung bei der Gesamtzahl der Verletzten erklären könnte.
In Haifa wurde kein Alarm ausgelöst
Einwohner von Haifa berichteten, vor dem Raketeneinschlag in der Stadt sei kein Luftalarm ertönt. Das Heimatfrontkommando untersucht den Vorfall und geht sogar von dem Einschlag einer Abfangrakete aus.
In Erwartung einer Reaktion des Iran auf die nächtlichen US-Angriffe hat das israelische Heimatfrontkommando die Alarmstufe des Landes bereits erhöht. Bildungsaktivitäten, Versammlungen und Arbeitsplätze wurden bis auf weiteres eingestellt. Nur lebenswichtige Geschäfte erhalten die Erlaubnis, ihre Läden zu öffnen.
Israel führte am 13. Juni einen Präventivschlag gegen das iranische Atomprogramm durch und berief sich dabei auf Geheimdienstinformationen. Demzufolge habe Teheran bei seinem Streben nach Atomwaffen einen „Punkt ohne Wiederkehr” erreicht. Laut israelischer Verteidigungsvertreter hat Teheran die Fähigkeit entwickelt, Uran schnell anzureichern und Atombomben zu bauen. Dafür verfügt das Land über ausreichend spaltbares Material für bis zu 15 Waffen. Der israelische Geheimdienst enthüllte auch ein verdecktes Programm zur Fertigstellung aller Komponenten einer Atombombe. Die Angriffe markierten eine dramatische Eskalation dessen, was Offizielle als eine umfassendere iranische Strategie beschreiben, die nukleare Entwicklung, Raketenproliferation und Stellvertreterkriege mit dem Ziel der Zerstörung Israels kombiniert.
Seit dem 13. Juni wurden vierundzwanzig Israelis bei iranischen Raketenangriffen getötet.
Titelbild: Israelische Sicherheits- und Rettungskräfte an der Stelle, an der eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete am 22. Juni 2025 in Tel Aviv einschlug und Schäden verursachte. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90