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Großangriff und neue Salven: Nordisrael zunehmend im Fokus der Angriffe

JERUSALEM, 13.03.2026 (BF) – Der Norden Israels hat in zwei aufeinanderfolgenden Nächten die intensivsten Angriffswellen seit Beginn der aktuellen Eskalation erlebt. Zunächst traf ein großangelegter, koordinierter Angriff aus dem Libanon und aus dem Iran das Land. In der darauffolgenden Nacht setzte sich der Beschuss fort. Besonders der Norden stand erneut unter Raketenfeuer.

Überraschender Großangriff in der vorletzten Nacht

Die vorletzte Nacht begann zunächst mit Gerüchten. Im Vorfeld des Angriffs kursierten in sozialen Netzwerken Hinweise, dass eine größere Angriffswelle bevorstehen könnte. Viele Bewohner im Norden Israels verfolgten diese Meldungen mit wachsender Sorge. Offizielle Stellen reagierten zunächst zurückhaltend.

Einige lokale Sicherheitsverantwortliche versuchten zu beruhigen. Sie erklärten, man solle solchen Gerüchten keinen Glauben schenken, da ihnen selbst keine konkreten Informationen vorlagen. Erst später stellte sich heraus, dass die Hinweise einen realen Hintergrund hatten.

Kurz darauf begann die Angriffswelle. Nach israelischen Angaben wurden rund 237 Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert. Die Geschosse wurden in mehreren aufeinanderfolgenden Salven gestartet und lösten in zahlreichen Orten im Norden Raketenalarm aus.

Der überwiegende Teil der Geschosse kam aus dem Libanon. Gleichzeitig wurden auch Raketen direkt aus dem Iran gestartet. In zahlreichen Ortschaften, von der Grenzregion bis weit in den Norden des Landes, heulten die Sirenen.

Viele Bewohner verbrachten die Nacht in Schutzräumen oder Treppenhäusern. Die Angriffswellen gehörten zu den größten seit Beginn der aktuellen Eskalation.

Milchverarbeitung mit Helm und Schutzweste: Arbeiter in der Molkerei der Kurlander-Farm in Beit Hillel nahe der israelisch-libanesischen Grenze. Foto: Ayal Margolin/Flash90

Trotz der hohen Zahl abgefeuerter Geschosse blieb das Ausmaß der Schäden begrenzt. Die israelische Luftabwehr fing einen großen Teil der Raketen und Drohnen ab. Sicherheitskreise erklärten später, dass einige der im Vorfeld befürchteten Szenarien deutlich schwerere Folgen erwartet hatten.

Kritik an verspäteter Warnung

Nach dem Angriff räumte die israelische Armee ein, dass die Bevölkerung vor der großen Angriffswelle früher hätte informiert werden müssen. Die Verantwortlichen sprachen von einem Versäumnis in der Kommunikation.

Gleichzeitig erklärte die Armee, man habe die Abläufe bereits überprüft und zugesagt, die Öffentlichkeit künftig schneller zu informieren, um ähnliche Situationen zu vermeiden.

Auch in der darauffolgenden Nacht setzte sich der Beschuss fort. Wie bereits berichtet, wurden am frühen Freitagmorgen innerhalb von rund einer Stunde drei Raketen-Salven auf Israel abgefeuert, die erneut vor allem den Norden des Landes trafen. 

Die Ereignisse der vergangenen beiden Nächte deuten darauf hin, dass sich der Schwerpunkt der Angriffe derzeit auf Nordisrael verlagert. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass die Hisbollah mit dem anhaltenden Beschuss versucht, Kräfte der israelischen Armee im Norden zu binden und die Nordfront aktiv zu halten.

Krieg mit wechselnder Intensität

Die beiden Nächte verdeutlichen, dass der Konflikt weiterhin in Wellen verläuft und der Iran sowie seine Verbündeten ihr Vorgehen an die Entwicklung der Lage anpassen. Während Israel iranische militärische Infrastruktur angreift, versucht Teheran gemeinsam mit der Hisbollah weiterhin Druck auf Israel auszuüben.

Sicherheitskreise gehen davon aus, dass die massiven Angriffe auf iranische Raketenanlagen Teherans Möglichkeiten, größere Raketenangriffe zu koordinieren, weiterhin deutlich einschränken werden, wodurch auch die Intensität der Beschüsse in den kommenden Tagen weiterhin zurückgehen könnte.

Für Millionen Menschen in Israel führt der nächtliche Alarm weiterhin immer wieder in den Schutzraum. Manche Familien verbringen dort Stunden, andere schlafen vorsorglich gleich dort.

Titelbild: Ein riesiges Trümmerstück einer iranischen Rakete ist im Kibbuz Masada nahe des Sees Genezareth im Norden Israels niedergegangen. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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