
Sicherstellung von Irans Uran könnte große Spezialoperation erfordern – Teheran greift weiterhin Ziele in Golfstaaten an
JERUSALEM 17.03.2026 (LS) – Nach Angaben aus einem Bericht des Wall Street Journal wird in strategischen Kreisen darüber diskutiert, wie Irans nukleares Material gesichert werden könnte, falls militärische Angriffe allein nicht ausreichen, um das Atomprogramm dauerhaft zu stoppen. Dabei geht es vor allem um bereits produziertes hoch angereichertes Uran.
Experten warnen, das Einsammeln oder Entfernen dieses Materials würde eine äußerst komplexe militärische Operation erfordern.
Komplexe Operation gegen mehrere Anlagen
Dem Bericht zufolge könnte eine solche Mission den Einsatz einer großen Zahl von Spezialkräften notwendig machen. Ziel wäre es, iranische Uranbestände aus mehreren Anlagen zu sichern oder abzutransportieren.
Die Herausforderung liegt vor allem darin, dass Irans nukleare Infrastruktur auf verschiedene Standorte verteilt ist und viele Anlagen tief unter der Erde liegen. Einige der wichtigsten Einrichtungen befinden sich in stark befestigten Komplexen, die speziell gebaut wurden, um Luftangriffen standzuhalten. Zudem müsste eine solche Operation möglicherweise mehrere Anlagen gleichzeitig sichern, um zu verhindern, dass nukleares Material verlegt oder versteckt wird.
Kampftruppen müssten das Gelände absichern, während Ingenieure sich durch Tonnen von Trümmern graben und dabei nach Minen und Sprengfallen suchen, berichtete die Zeitung. Die Truppen würden wahrscheinlich unter Drohnen- und Raketenbeschuss geraten, sodass Bodentruppen und Flugzeuge benötigt würden, um die Angriffe abzuwehren.
Um die Ausrüstung zum Einsatzort zu transportieren und das geborgene Material aus dem Land zu bringen, wäre ein lokaler Flugplatz erforderlich; sollte kein solcher zur Verfügung stehen, müsste im Rahmen der Operation ein provisorischer Flugplatz eingerichtet werden, hieß es weiter.
Angriffe auf Nachbarn
Der Iran hat mittlerweile den Konflikt auch wirtschaftlich ausgeweitet und versucht, Druck auf den globalen Energiemarkt auszuüben. Teheran griff Ziele in Golfstaaten an und hält weiterhin starken Druck auf die internationale Schifffahrt im Persischen Golf aufrecht. Der strategisch wichtige Seeweg durch die Straße von Hormus, durch den etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert wird, ist stark gestört. Tankerverkehr brach zeitweise drastisch ein und die Ölpreise stiegen deutlich.
Dubai sah sich am frühen Montagmorgen gezwungen, seinen Flughafen vorübergehend zu schließen, nachdem eine iranische Drohne einen Treibstofftank getroffen hatte und eine große Raffinerie in Flammen stand, was die Befürchtungen vor einer weltweiten Ölkrise weiter schürte.
Titelbild: Israelische Spezialeinheiten operierten bereits im letzten Krieg im Juni auf iranischem Boden. Foto: Nati Shohat/Flash90