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Trotz des Krieges: Die Israelis sind weiterhin eines der glücklichsten Völker der Welt

JERUSALEM, 19.03.2026 (TPS/TM) – Zum zweiten Mal in Folge belegt Israel im Weltglücksbericht den achten Platz, obwohl der jüdische Staat weiterhin mit einem langwierigen Krieg zu kämpfen hat. Die am heutigen Donnerstag veröffentlichte Rangliste unterstreicht ein Paradoxon, das bei Forschern zunehmend Beachtung findet: Trotz eines mehr als zwei Jahre andauernden Krieges gehört die Lebenszufriedenheit der Israelis weltweit nach wie vor zu den höchsten.

„Diese Zahlen deuten darauf hin, dass selbst unter der Belastung eines langwierigen Krieges die tieferen Quellen der israelischen Resilienz – familiäre Bindungen, Gemeinschaft, Glaube, Zugehörigkeitsgefühl und starke soziale Bindungen – dazu beitragen, dass große Teile der Gesellschaft deutlich über dem globalen Durchschnitt bleiben“, erläuterte Anat Panti, Forscherin für Glückspolitik an der Bar-Ilan-Universität.

Junge Israelis besonders glücklich

Besonders auffällig in den diesjährigen Ergebnissen ist das Resultat jüngerer Israelis. Die unter 25-Jährigen gelten als die glücklichste Altersgruppe im Land und belegen weltweit den dritten Platz in ihrer Kategorie. Dieses Ergebnis steht in krassem Gegensatz zu den Trends in vielen westlichen Ländern, in denen das Glücksempfinden junger Menschen stark zurückgegangen ist. In den Vereinigten Staaten beispielsweise schneiden jüngere Befragte deutlich schlechter ab, was auf allgemeine Sorgen hinsichtlich der psychischen Gesundheit und sozialer Isolation hindeutet.

Der Bericht versucht jedoch nicht, den unmittelbaren emotionalen Zustand einer Bevölkerung zu messen. Stattdessen stützt er sich auf allgemeine Lebensbewertungen, wobei Faktoren wie wirtschaftliche Bedingungen, Qualität der Gesundheitsversorgung, soziale Unterstützung und gemeinnütziges Engagement herangezogen werden. Die Rangliste basiert auf einem Dreijahresdurchschnitt – eine Methodik, die darauf abzielt, kurzfristige Schwankungen aufgrund von Großereignissen wie Kriegen oder Wirtschaftskrisen auszugleichen.

Emotionales Wohlbefinden verschlechtert

Ein genauerer Blick auf die Daten offenbart ein komplexeres Bild hinter der Rangliste. Indikatoren, die mit emotionalem Wohlbefinden zusammenhängen, haben sich deutlich verschlechtert. Israel ist bei den Messgrößen für Sorgen, Traurigkeit und Wut von Platz 119 vor dem Krieg auf Platz 39 weltweit geklettert. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in Institutionen hat abgenommen.

Ein israelisches Paar genießt Natur und Wetter am Strand von Haifa. Foto: Sharon Leibel/TPS-IL

Laut Panti sollte das Nebeneinander von hoher Lebenszufriedenheit und zunehmender emotionaler Belastung nicht als Widerspruch angesehen werden. „Das Ergebnis Israels im diesjährigen World Happiness Report hebt die psychologischen und sozialen Kosten des Krieges nicht auf“, machte sie deutlich. „Im Gegenteil, es verdeutlicht die Kluft zwischen der Widerstandsfähigkeit der israelischen Gesellschaft und der schwierigen emotionalen Realität des Alltags.“ Die Tatsache, dass Israel immer noch auf Platz acht der Welt rangiert – und dass insbesondere junge Israelis auf Platz drei liegen –, weist auf die Stärken der israelischen Bevölkerung im Vergleich zu anderen Ländern hin. Gleichzeitig macht der Anstieg von Sorgen, Traurigkeit und Wut zusammen mit dem schwindenden Vertrauen der Öffentlichkeit deutlich, dass Resilienz keine Immunität ist.“

Sie fügte hinzu, dass die Ergebnisse politische Konsequenzen haben, insbesondere da das Land auf ein Wahljahr zusteuert. „Wenn Israel seinen Platz an der Spitze des Weltglücksindexes behalten will, darf es sich nicht allein auf die natürliche gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit verlassen“, unterstrich Panti. „Was benötigt wird, ist eine aktive Politik, die darauf abzielt, das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen, die sozialen und psychologischen Gesundheitsdienste zu stärken und die Faktoren des Zusammenhalts zu festigen, die es der israelischen Gesellschaft ermöglichen, auch unter schwierigen Bedingungen zu bestehen. Der Bericht von 2026 zeigt, dass die israelische Gesellschaft nach wie vor sehr stark ist, erinnert uns aber daran, dass diese Widerstandsfähigkeit nicht ewig anhalten kann.“

Deutschland auf Platz 17

Israel war das einzige Land aus dem Nahen Osten, das es unter die Top 20 schaffte. Insgesamt verteidigte Finnland zum neunten Mal in Folge seinen Platz als glücklichstes Land der Welt, gefolgt von Island. Die Bundesrepublik Deutschland belegte Rang 17. Die Schweiz wurde Zehnter, Österreich kam auf Platz 19. Am unglücklichsten sind die Menschen in Malawi, Sierra Leone und Afghanistan.

Der Bericht basiert auf Umfragen, die in 147 Ländern durchgeführt wurden und in denen die Befragten gebeten wurden, ihr Leben zu bewerten. Die Forscher analysierten Faktoren wie Einkommensniveau, Lebenserwartung, soziale Unterstützung, Freiheit, Großzügigkeit und die Wahrnehmung von Korruption.

Titelbild: Junge Israelis – hier bei der Begrüßung von Neueinwanderern – gelten als besonders glücklich. Weltweit geht der Trend bei Jüngeren in die andere Richtung. Foto: Moshe Shai/Flash90

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