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Wunder in Petah Tikva: Schutzraum trotzt iranischer Streumunition

JERUSALEM, 29.03.2026 (NH) – In der zentralisraelischen Stadt Petah Tikva hat ein Vorfall die lebenswichtige Bedeutung moderner Schutzräume erneut unterstrichen. Während eines Luftalarms infolge eines iranischen Raketenangriffs suchte eine 16-jährige Babysitterin mit zwei Kindern (drei und acht Jahre alt) Zuflucht in einem verstärkten Sicherheitsraum innerhalb der Wohnung. Diese Schutzräume werden auf Hebräisch als „Mamad“ bezeichnet. Nur wenige Minuten später schlug eine Streubombe direkt in die Außenwand des Schutzraums ein. Obwohl die Explosion Trümmerteile in den Raum schleuderte und die Wand schwer beschädigte, hielt die Struktur stand und verhinderte ein vollständiges Eindringen der Munition. Die Insassen blieben körperlich unverletzt und erlitten lediglich einen Schock. „Es gab eine laute Explosion, und das ganze Haus bebte. Es war klar, dass der Einschlag in unserer Nähe war“, berichtete Tal Zufin, ein Anwohner aus dem gegenüberliegenden Gebäude, den Medien.

Lebensretter Beton: Warum moderne Schutzräume unverzichtbar sind

Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung von Programmen zur baulichen Verstärkung und Stadterneuerung. Experten zufolge hätte das Gebäude, ein älteres Haus ohne ursprüngliche Schutzvorrichtungen, den Einschlag ohne die nachträgliche Installation eines modernen Mamad kaum überstanden. Yaniv Shitrit, ein Vertreter des Bauprojekts, erklärte, ein Treffer in ein ungeschütztes Gebäude hätte vermutlich katastrophale Folgen gehabt. Dr. Benny Brosh, ehemaliger Chefingenieur des Heimatfront-Kommandos, bezeichnete die Widerstandsfähigkeit der Schutzräume als „erfolgreichen Test“. Zwar könnten herkömmliche Schutzräume direkten Treffern schwerer ballistischer Raketen, etwa mit einer halben Tonne Sprengstoff, oft nicht vollständig standhalten, da hierfür meterdicke Betonwände erforderlich wären. Gegen Splitterwirkung, Druckwellen und kleinere Sprengsätze, wie sie bei Streumunition eingesetzt werden, böten sie jedoch entscheidenden Schutz. Derzeit haben etwa 70 Prozent der israelischen Bevölkerung Zugang zu solchen geschützten Räumen. Die Regierung treibt den weiteren Ausbau stetig voran.

Der Raketenaufprall drang nicht in das Innere des Zimmers ein; die Kinder kamen mit dem Schrecken davon. Foto: Magen David Adom

Die tückische Gefahr von oben: Funktionsweise und Risiken von Streumunition

Die Gefährlichkeit von Streumunition liegt in ihrer unberechenbaren und großflächigen Wirkung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Raketen, die punktuelle Schäden verursachen, setzen diese Waffen in einer Höhe von sieben bis zehn Kilometern Dutzende kleinerer Sprengsätze, sogenannte Submunitionen, frei. Diese verteilen sich über ein weites Gebiet, mit einem Radius von bis zu zehn Kilometern, und treffen Ziele häufig in einem steilen Winkel, was ihre Durchschlagskraft insbesondere gegen Dächer und Decken erhöht. Ein besonderes Risiko stellen Blindgänger dar. Ein Teil der Submunition detoniert beim Aufprall nicht sofort, sondern bleibt wie eine Mine am Boden liegen und kann auch lange nach einem Angriff bei Berührung tödliche Verletzungen verursachen.

Aufgrund ihrer wahllosen Wirkung gegenüber der Zivilbevölkerung ist der Einsatz von Streumunition durch internationale Abkommen wie die Oslo-Konvention (2010) geächtet.

Titelbild: Israelische Sicherheits- und Rettungskräfte am Ort des Geschehens, an dem eine aus dem Iran abgefeuerte Rakete in Petah Tikva Schäden verursacht hat. Foto: Tal Gal/Flash90

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