
Trump sagt Reise der Sonderbeauftragten Witkoff und Kushner nach Islamabad ab – Iran fordert Aufhebung der Blockade vor Verhandlungen
JERUSALEM 26.04.2026 (LS) – Die zweite Runde der US-iranischen Friedensgespräche in Pakistan ist gescheitert, noch bevor sie begonnen hat. US-Präsident Donald Trump strich am Samstag kurzfristig die geplante Reise seiner Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad. Der iranische Außenminister hatte die pakistanische Hauptstadt kurz zuvor bereits verlassen. Der Waffenstillstand, der Anfang April mühsam ausgehandelt worden war, steht damit auf wackeligem Fundament.
Trump auf Truth Social: „Zu viel Zeitverschwendung“
Trump verkündete den Reiseabbruch auf Truth Social mit den Worten: „Ich habe soeben die Reise meiner Vertreter nach Islamabad, Pakistan, um sich mit den Iranern zu treffen, abgesagt. Zu viel Zeitverschwendung beim Reisen, zu viel Arbeit! Dazu kommt enormer interner Streit und Verwirrung innerhalb ihrer sogenannten ‚Führung‘. Niemand weiß, wer das Sagen hat – sie selbst eingeschlossen. Außerdem haben wir alle Karten in der Hand, sie keine! Wenn sie reden wollen, können sie mich jederzeit anrufen!!!“
Der Zeitpunkt war bezeichnend: Trumps Ankündigung erfolgte wenige Minuten, nachdem pakistanische Offizielle bestätigt hatten, dass Irans Außenminister Abbas Araghchi Islamabad verlassen hatte. Araghchi war zwar am Freitag in Pakistan eingetroffen und hatte Gespräche mit Premierminister Shehbaz Sharif geführt – ein direktes Treffen mit der US-Seite hatte er jedoch von Anfang an ausgeschlossen. In einem Post auf X bezeichnete er seinen Besuch als „fruchtbar“, bezweifelte aber, ob Washington es mit der Diplomatie „wirklich ernst meint“.
Trump erklärte später gegenüber Reportern, er habe ein iranisches Verhandlungsangebot erhalten, das „besser hätte sein sollen“. Künftig wolle er die Gespräche per Telefon führen: „Wir werden keine 18 Stunden im Flugzeug verbringen, um ein Dokument entgegenzunehmen, das nicht gut genug war.“
Blockade, Drohungen und neue Sanktionen verschärfen die Lage
Parallel zur diplomatischen Sackgasse eskaliert die Lage auf See weiter. Das US-Zentralkommando meldete, seit Beginn der Seeblockade seien bereits 37 Schiffe von der US-Marine zur Umkehr gezwungen worden. Drei Schiffe, die sich weigerten, wurden beschlagnahmt. Irans oberstes Militärkommando warnte, die USA würden bei Fortsetzung der Blockade „mit der Antwort der mächtigen iranischen Streitkräfte konfrontiert“. Man sei „bereit und entschlossen, die Bewegungen der Feinde in der Region zu beobachten“.
Gleichzeitig verschärften die USA den Wirtschaftsdruck: Das US-Finanzministerium verhängte neue Sanktionen gegen ein chinesisches Großraffinerie-Unternehmen sowie fast 40 weitere Ziele – darunter Schiffe und deren Eigentümer – die als zentrale Lebensadern für Irans Ölexporte gelten.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte am Samstagabend laut dem staatlichen iranischen Rundfunk IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting), Teheran werde sich nicht auf „erzwungene Verhandlungen“ mit den Vereinigten Staaten einlassen, solange es mit Drohungen und Druck konfrontiert sei. Er forderte, die USA müssten zunächst „operative Hindernisse, einschließlich der Blockade“ beseitigen, um die Voraussetzungen für eine Beilegung des Konflikts zu schaffen.
Araghchis Reiseroute verdeutlicht zudem Teherans Strategie: Nach Pakistan flog er weiter nach Oman und plant anschließend einen Besuch in Russland – Teheran hält sich diplomatisch alle Optionen offen, während Washington den Druck erhöht.
Titelbild: US-Präsident Donald Trump. Foto: Arie Leib Abrams/Flash90