
Irans Teilnahme an den geplanten Verhandlungen in Islamabad steht in Frage – Trump strebt weiterhin Deal an
JERUSALEM 20.04.2026 (LS) – Die geplante zweite Runde der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran scheint fraglich. Teheran hat angeblich nicht vor, an den am Dienstag geplanten Verhandlungen in Islamabad teilzunehmen – und macht dafür ausdrücklich die amerikanische Seeblockade verantwortlich.
Beide Seiten klagen über Waffenstillstandsbrüche
Laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA lehnt der Iran eine Teilnahme an der zweiten Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten ab. Teheran begründet seine Abwesenheit mit übermäßigen amerikanischen Forderungen, unrealistischen Erwartungen, ständigen Positionswechseln, Widersprüchen und der anhaltenden Seeblockade, die der Iran als Verstoß gegen den Waffenstillstand wertet.
US-Präsident Donald Trump hatte Teheran seinerseits am Sonntag einen Waffenstillstandsbruch vorgeworfen, nachdem der Iran am Wochenende das Feuer auf zwei Schiffe in der Straße von Hormus eröffnet hatte.
Am Sonntagabend eskalierte die Situation weiter, als die US-Marine im Golf von Oman ein iranisches Frachtschiff namens TOUSKA abfing. Nachdem das Schiff Warnungen ignorierte, feuerte der Zerstörer USS Spruance mehrere Schüsse auf den Maschinenraum. US-Truppen enterten das Schiff anschließend. Es befindet sich nun in amerikanischem Gewahrsam.
Das oberste Militärkommando des Iran, Khatam al-Anbiya, warf den USA daraufhin vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben. Ein Khatam-al-Anbiya-Sprecher drohte: „Wir warnen, dass die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran bald auf diese bewaffnete Piraterie durch das US-Militär reagieren und Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werden“.
Trump will weiterhin Deal
Präsident Trump besteht jedoch weiterhin darauf, dass die Gespräche mit dem Iran am Dienstag fortgeführt werden. Er erklärte gegenüber Fox News, die Verhandlungen würden erneut von Vizepräsident J.D. Vance geleitet und die Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff würden ebenfalls wieder zu den Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen. Er drohte, der gesamte Iran werde „in die Luft gesprengt“, sollte Teheran einem Abkommen nicht zustimmen.
Trump bekräftige seine Drohungen anschließen auf seiner Plattform Truth Social. „Wir bieten einen sehr fairen und vernünftigen DEAL an, und ich hoffe, dass sie ihn annehmen, denn wenn sie das nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran zerstören. KEIN NETTER KERL MEHR!“.
„Noch nicht vorbei“
Israel geht davon aus, dass der US-Präsident tatsächlich eine Verhandlungslösung anstrebt, berichtete Channel 12. Die Seiten würden den Waffenstillstand wahrscheinlich verlängern, um Raum für eine Einigung zu schaffen, falls diese Woche keiner erzielt werden sollte. Ein hochrangiger israelischer Vertreter räumte ein, es sei unmöglich, Trumps Absichten vollständig zu durchschauen. „Wenn wir Trumps Aussagen in ChatGPT eingeben, wird das Programm zusammenbrechen“, erklärte er.
Sollten die Gespräche scheitern, so Channel 12, habe Israel eine Reihe iranischer Ziele vorbereitet, die angegriffen werden sollen. Premierminister Benjamin Netanjahu betonte am Sonntag, die Bemühungen der USA und Israels gegen den Iran seien „noch nicht vorbei“. „Jeder Moment könnte neue Entwicklungen mit sich bringen“, so Netanjahu. „Wer weiß, was morgen oder übermorgen passieren wird.
Titelbild: Banner in Jerusalem, auf dem US-Präsident Donald Trump mit dem Slogan „Der Lieferer“ abgebildet ist. Foto: Yonatan Sindel/Flash90