
Iranischer General warnt vor erneutem Krieg – Israel bereit für weitere Militäroperationen -Trump überprüft neuesten iranischen Vorschlag
JERUSALEM 05.03.2026 (LS) – Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran steht weiterhin auf wackeligen Beinen. Nachdem US-Präsident Donald Trump ein früheres iranisches Verhandlungsangebot am Freitag als unzureichend zurückgewiesen hatte, warnte ein hochrangiger iranischer Militäroffizier am Samstag offen vor einem Wiederaufflammen der Kämpfe. Kurz darauf übermittelte Pakistan am Samstag jedoch ein weiteres iranische Angebot.
Israelische Armee setzt Nuklearbedrohung in den Vordergrund
Gleichzeitig wird berichtet, die israelische Armee (IDF) habe ihre Prioritäten nach dem Krieg neu geordnet: In internen Briefings steht nun das iranische Atomprogramm im Vordergrund – insbesondere die Gefahr, dass Teheran an angereichertes Uran unter den Trümmern der Anlagen in Isfahan und anderswo gelangen könnte. Die israelische Armee macht deutlich, sie sei bereit, erneut in einen umfassenden Krieg einzutreten, um den Iran daran zu hindern, das Uran für die Entwicklung einer Atomwaffe zu nutzen.
In Lageberichten findet die Bedrohung durch ballistische Raketen, die seit 2024 bereits viermal mit tödlichen Folgen gegen den jüdischen Staat eingesetzt wurde und für die Israel am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen hat, weitaus weniger Beachtung, ebenso das Thema eines Regimewechsels im Iran. Es ist unklar, ob die Verharmlosung der Raketen-Bedrohung mit der Haltung der USA zusammenhängt, die die Gefahr einer Atomwaffe hervorhebt.
Teheran: Bereit für Diplomatie oder Krieg
Mohammad Jafar Asadi, eine Führungsfigur im Zentralkommando der iranischen Streitkräfte, erklärte am Samstagmorgen gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Fars, ein erneuter Konflikt zwischen Iran und den USA sei „wahrscheinlich“. „Die Beweise zeigen, dass die USA nicht bereit sind, Versprechen und Vereinbarungen einzuhalten“, fügte er hinzu.
Irans Außenministerium erklärte daraufhin, es liege an den USA, ob sie den Weg der Diplomatie oder die Fortsetzung einer konfrontativen Politik wählen wollten. Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi verkündete vor Diplomaten in Teheran: „Iran ist mit dem Ziel, seine nationalen Interessen und seine Sicherheit zu wahren, auf beide Wege vorbereitet.“
Unterdessen nutzt der Iran den derzeitigen Waffenstillstand, um Raketen, Munition und Abschussvorrichtungen auszugraben, die entweder absichtlich unterirdisch versteckt oder unter den Trümmern von US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen begraben worden waren, berichtete NBC News am Freitag unter Berufung auf einen US-Vertreter.
Trump überdenkt neuestes Angebot
US-Präsident Donald Trump erklärte am Samstagabend, er werde den jüngsten Vorschlag des Iran zur Beendigung des Krieges prüfen, äußerte jedoch Zweifel daran, dass dieser Vorschlag zufriedenstellend sein wird.
„Ich werde den Plan, den der Iran uns gerade übermittelt hat, in Kürze prüfen, kann mir jedoch nicht vorstellen, dass er akzeptabel sein wird, da sie noch keinen ausreichend hohen Preis für das gezahlt haben, was sie der Menschheit und der Welt in den letzten 47 Jahren angetan haben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit!“, schrieb Trump in einem Beitrag auf Truth Social.
Berichten der iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars zufolge hat der Iran als Antwort auf einen 9-Punkte-Vorschlag der USA über Pakistan einen 14-Punkte-Vorschlag übermittelt. Den Berichten zufolge gehören zu den Kernpunkten des iranischen Plans die Forderung, alle Streitfragen innerhalb von 30 Tagen beizulegen und den Krieg zu beenden. Zu den weiteren Forderungen des Vorschlags zählen Berichten zufolge Garantien gegen künftige Militäroperationen, der Abzug der US-Streitkräfte aus der Umgebung des Iran, die Beendigung der Seeblockade, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, die Zahlung von Reparationen, die Aufhebung der Sanktionen, die Beendigung der Kämpfe im Libanon sowie ein neuer Mechanismus zur Regelung der Straße von Hormus.
Titelbild: Training der israelischen Luftwaffe. Foto: Nati Shohat/Flash90