
Trump verschärft Druck auf Iran – kein Atomdeal ohne vollständige Abrüstung
JERUSALEM, 25.05.2026 (NH) – US-Präsident Donald Trump hat in einem entscheidenden Telefonat mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu klargestellt, er werde kein endgültiges Abkommen mit dem Iran akzeptieren, solange Teherans Atomprogramm nicht vollständig demontiert und sämtliches angereichertes Uran außer Landes gebracht werde. Nach Angaben aus dem Umfeld der Gespräche wolle Trump vermeiden, die „Fehler der Obama-Ära“ zu wiederholen. Das Atomabkommen von 2015 habe dem Iran einen „direkten Weg“ zur Atombombe eröffnet. Trump habe seine Unterhändler angewiesen, „nichts zu überstürzen“, da die Zeit aus Sicht Washingtons für die USA spreche. Zugleich betonte er demnach die uneingeschränkte Unterstützung für die Sicherheit Israels. Netanjahu bekräftigte in diesem Zusammenhang, Israel werde trotz diplomatischer Bemühungen seine volle Handlungsfreiheit gegen Bedrohungen in der Region, auch im Libanon, bewahren.
Teheran im Täuschungsmodus – Dementi und Drohnen-Propaganda
Trotz der vermeintlich harten Linie Washingtons zeigt sich das Mullah-Regime in Teheran gewohnt widersprüchlich. Während Berichte kursierten, der Iran sei grundsätzlich bereit, seine Uranvorräte abzugeben, folgte umgehend ein Dementi. Vertreter des islamistischen Regimes erklärten, die nukleare Frage sei nicht Bestandteil der vorläufigen Vereinbarungen der sogenannten „Islamabad Declaration“ (Islamabad-Erklärung). Parallel dazu versucht die Islamische Republik nach Einschätzung von Beobachtern weiterhin, mit militärischen Machtdemonstrationen Stärke zu zeigen. Die staatliche Nachrichtenagentur „Mehr“ meldete am Sonntag, die iranischen Streitkräfte hätten eine israelische Überwachungsdrohne vom Typ „Orbiter“ in der Provinz Hormozgan abgeschossen. Analysten werten solche Meldungen als Versuch, von der schweren Wirtschaftskrise und dem wachsenden internationalen Druck auf das Regime abzulenken. Gleichzeitig bemühe sich Teheran, seine Kontrolle über die strategisch bedeutende Straße von Hormus zu unterstreichen.
Republikaner warnen vor einem „Albtraum für Israel“
Innerhalb der USA wächst unterdessen die Kritik an den laufenden Verhandlungen mit dem Iran. Führende republikanische Senatoren wie Ted Cruz und Lindsey Graham warnten vor einem möglichen „Katastrophen-Deal“. Cruz erklärte, jedes Abkommen, das dem Iran Zugang zu Milliardenbeträgen verschaffe oder die Urananreicherung im Land weiter erlaube, wäre ein schwerer strategischer Fehler.
Graham warnte zudem, eine Vereinbarung, die den Iran als dominierende Macht in der Region bestehen lasse, könne langfristig zu einem „Albtraum für Israel“ werden. Auch der frühere US-Außenminister Mike Pompeo zog Parallelen zum mangelhaften Atomabkommen von 2015 und forderte stattdessen eine weitere Verschärfung des Drucks auf Teheran, anstatt dem Regime durch eine voreilige Lockerung der Blockaden und Sanktionen einen Rettungsanker zuzuwerfen.
Titelbild: Auf seiner Facebook-Seite erklärte Benjamin Netanjahu nach dem Gespräch mit Präsident Trump, der Iran dürfe niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Beide Politiker seien sich einig, ein mögliches Abkommen müsse die iranische Nuklearbedrohung vollständig beseitigen. Foto: Netanjahu Social Media